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Ein Dialog über das was ist

 

 

Dieses Gespräch entwickelte sich vor einiger Zeit mit einem guten Freund (A) und mir (J):

 

A:

Was passiert hier gerade? Der "Dimensionswechsel", die Veränderung des Bewusstseins müsste doch jetzt schon weltweit spürbar sein?

 

J:

Das Denken in Dimensionen entspringt dem, im Weltlichen fixierten Bewusstsein. 

Das Denken in Prozessen entsteht im weltlich fixierten Bewusstsein.

Der allem innewohnende Geist kennt weder Prozesse noch Dimensionen, sondern ist in sich selbst Einheit und Ganzes. Das einheitliche Ganze, obwohl es im weltlichen fixierten Bewusstsein als tausendfache Form erscheint, ist immer und zeitlos ein GANZES. Es ist auch sinnlos das verstehen zu wollen und das ist gut so. Es ist gut, weil dein Verstand daran verzweifelt.

 

A:

Ja, verzweifelt ist gut.

Wenn ich nicht offenbar parallel die Fähigkeit geschenkt bekommen hätte still zu sein, würde ich jetzt wohl Haldol oder sowas schlucken und mich einweisen lassen. Oder in Anbetracht dessen, was ich erfahre, sicher auf der Stelle Tod umfallen! 

Was ich erlebe ist jenseits von Wahnsinn, mein Verstand zerbricht, ich löse mich auf, die Realität kommt in mir zur Explosion! Das hat mir so vorher keiner gesagt. Ich bin durch die dunkelste Hölle gegangen, erschüttert bis tief in die Seele, aber dann ist da die Stille, da ist zeitloser Frieden. Und dann die Erkenntnis: das Ahhh, wow, mich gibt es ja auch gar nicht, da ist immer nur das Ganze! 

Ich bin dankbar und ich freue mich darauf mit dieser neuen Erkenntnis laufen zu lernen. Ach ja, hätte ich dich nicht gekannt, wäre ich bestimmt verrückt geworden. Aber vielleicht bin ich es auch, das ist schon möglich, doch selbst dann ist es mehr als fantastisch! Was soll das alles auch schon sein? Realität? So etwas kann es gar nicht geben!

 

J:

Wenn es richtig ist, passiert nichts weiter als ein gigantischer Schreck. Ein Schock, der dir in die Glieder fährt und im Ausklingen deines Zitterns erkennst du die Wahrheit.

 

A:

Ja, der Schreck ist gigantisch! Ich zittere immer noch. Das es richtig ist, das fühle ich. Ich habe auf meinem Lebensweg immer dem Leben vertraut und das werde ich auch weiterhin tun. Zurück geht es sowieso nicht mehr und dann geht es eben immer weiter. Was kommt, das kommt, was ist, das ist. 

Ich denke jetzt oft an die Geschichte, wo ein Mensch nach dem Tod mit Gott am Strand geht und über sein Leben redet. Sie betrachten sein Leben anhand von Fußspuren im Sand. Immer zwei Paar Fußabdrücke nebeneinander, die des Menschen und die von Gott. "Doch was ist das?" fragte der Mensch, "Dort wo es mir am schlechtesten ging, dort sehe ich nur ein Paar Fußspuren, wo warst du da? Gott, wo warst Du, als ich dich am meisten gebraucht habe?" Und Gott antwortete: "Schau genau hin, es ist meine Spur und sie ist viel tiefer. Sie genau hin, diesen Teil deines Weges habe ich dich getragen."

 

J:

Werden wir nicht immer getragen? Glaubt nicht nur unser weltlicher Verstand, dass es anders ist und er derjenige welcher ist? Das Loslassen von Üb-Erzeugungen hört nicht auf, bis alles Geübte dahin geschmolzen ist. Bis es soweit ist, überkommen uns immer wieder die Zweifel, das große Zittern. Doch die Zweifel nehmen mit zunehmender Einsicht deutlich ab. Wenn wir die Liebe in allem erkennen, erkennen wir den Schöpfer und uns selbst in einem einzigen Augenblick. Das ist der schwerste und gleichsam glücklichste Augenblick der gesamten Existenz! Dann tanzt die Schöpfung vor Freude und niemand ist mehr da, der diesen Tanz beobachten könnte.

 

A:

Ja! Ich wollte mit dieser Geschichte auch keine Dualität ins Spiel bringen. Vielmehr die Erfahrung, dass wir nicht tiefer fallen können, als in unser eigenes Sein. Wir sind immer getragen und doch mühen wir uns seit Jahrtausenden ab. Scheinbar lässt uns nur dieser Überlebenskampf in die vertikale Einheit erwachen. Interessanterweise ist es das Gleiche, ob da niemand mehr ist und nur das Ganze oder ob "ich" das Ganze bin. Das "Ich" verschwindet und auch Gott verschwindet. Aber sobald ich meinen Mind berühre, also mit dem Verstand nachdenke, ist es fort, bin ich fort. Nur in der Stille, im JETZT wird gesehen. Das Erkennen der Wahrheit als wahrhaftig, die Auflösung der Identifikation, der Überzeugungen, der Einsturz des gesamten Gebäudes ist wohl das Schmerzhafteste, das uns widerfahren kann. Ich bin ganz froh, dass es nach und nach vonstatten geht, wie ein leichter Sommerregen. Irgendwie auch wie ein Fallen ohne Raum. Ich bin immer noch hier und ich bin dankbar. Auch gibt es so viele "Helfer" in dieser relativen Realität. 

Da ist einfach Entzücken und ein Lächeln... Danke

 

Wer Ohren hat zu hören, der höre!

alles liebe

Hans