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Ich bin reines Gewahrsein

Ich bin reines Gewahrsein. 

 

Im ersten Teil sagte ich: "Das Bewusstsein muss ruhen. Damit ist gemeint, dass das Bewusstseins weitgehend inaktiv bleiben muss, damit die Erfahrung des Schöpfers gemacht werden kann. Das makellose Glück kann nur erfahren werden, wenn es keine Relativität mehr gibt. Nur wenn das Bewusstsein ruht, kann die Wirklichkeit des Geistes aufsteigen."

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass es ohne Bewusstsein auch kein Gewahrsein gibt. Das Bewusstsein ist immer mit einem "ich" Gedanken verbunden: Ich HABE ein Bewusstsein oder ich denke oder ich bin Bewusstsein. Deshalb verschwindet der Ich-Gedanke, wenn das Bewusstsein zur Ruhe kommt. Dann tritt das "reine Gewahrsein" in Erscheinung und eine neue Art des Erfassens beginnt.

 

Frage ich mich also tief genug wer ich bin, folgt unweigerlich die Antwort: "reines Gewahrsein". Dieses Gewahrsein ist leer und bewegungslos. Sobald es sich aber bewegt entsteht in ihm sofort eine Formkraft: Bewusstsein. Mit dem Entstehen von Bewusstsein, entsteht auch die Realität der Welt. Die alte Bezeichnung "Sat-Chit-Ananda" gibt dafür auch bereits den Hinweis, dass es sich hierbei um eine sich selbst bedingende Trinität handelt, die keinem zeitlichen Prozess folgt.

Wenn Ananda ist, ist auch Chit und ist auch Sat. Diese drei Komponenten stehen in einem nicht-lokalen und nicht-zeitlichen Zusammenhang, der unser gewohntes kausales Denken herausfordert. Ihre Abfolge ist für uns jedoch auch ein Hinweis auf einen Prozess, den wir als Raum- und Zeit behaftete Wesen einleiten müssen, um zu dem zu werden, was wir wirklich sind. Es ist an dieser Stelle der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeit geschuldet, dass es klingt als ob dieser "Prozess" sich in Raum und Zeit abspielen würde. Doch dem ist nicht so. Es kommt dem "Gehenden auf dem Weg" nur so vor. Es ist Teil seiner Illusionen, die er sich von seiner wahren Existenz macht. Diese Illusionen enden, wenn das Bewusstsein aufhört immer neue Objekte zu erfinden und damit immer neue Variationen der Realität entstehen lässt. Alle diese Realitäten, alle objektiven und subjektiven Welten, alle Illusionen hören in dem Augenblick  zu existieren auf, indem das Bewusstsein zur Ruhe kommt, inaktiv wird und der Geist still und strahlend  in reinem Gewahrsein aufscheint.

 

Solange jedoch die Verwechselung der Illusion des Bewusstseins einer objektiven Welt mit den "Kräuselungen auf dem reinen Gewahrsein" des Geistes andauert, ist es unmöglich, dass sich das wahre Wesen, das Selbst oder der "Schöpferkern", zeigt. Damit wir erkennen können wie "Geist" wirkt, muss der Spiegel des Bewusstseins vollständig klar und ruhig sein. Nur so können wir "Geist" als die Kraft erkennen, die sich in "Kreativität-Information-Welt" manifestiert. (Richtiger ausgedrückt: Damit ES sich selbst erkennen kann wie ES als "Geist" wirkt, muss der Spiegel des Bewusstseins vollständig klar und ruhig sein. Nur so kann ES sich als die Kraft erkennen, die sich in "Kreativität-Information-Welt" manifestiert.)  Zuerst erschafft das reine Gewahrsein Kreativität, die wir als Bewusstsein erleben und in dem Information zu Wissen werden kann. Das Bewusstsein erschafft dann die vielen Formen der Welt. (Das ist  kein zeitlicher Prozess, sondern geschieht instantan!) Im persönlichen Bewusstsein des Menschen fängt das mit dem abstrakten Quantenvakuum (Nullpunktfeld) an und geht über die Vorstellungen von Energie, subatomaren Teilchen, Atomen, Molekülen über Pflanzen, Tiere Menschen bis hin zu Planeten, Galaxien und parallelen Universen.    

 

Der Geist ist eine wundersame Kraft. Sie ist die Ursache von Bewusstsein, sämtlicher Informationen, aller Gedanken, Dinge, Gefühle und Erfahrungen. Doch ohne Bewusstsein, Gedanken, Wahrnehmung oder Dinge, ist Geist nicht erfahrbar.  Deshalb halten wir fälschlicherweise die Tätigkeit des Bewusstseins für eigenständig. Jedoch gibt es nur durch die Tätigkeit des Geistes ein Bewusstsein mit all seinen Folgen. Ohne diese Tätigkeit verschwindet das Bewusstsein. Ohne Bewusstsein gibt es keine individuelle Realität, kein Leben, keine Welt. Im tiefen Schlaf gibt es weder Bewusstsein, noch Gedanken und auch keine Welt. Es gibt nur eine bewahrende Liebe, die das Leben durch diese Phasen trägt. Im Wachen und im Träumen erscheinen jedoch die Gedanken und deshalb existiert auch jedesmal eine entsprechende Realität. Diese Realitäten absorbieren die Liebe und binden sie, sodass es mit steigender Komplexität der Welten immer schwieriger wird sie zu entdecken. Und doch tritt eine objektive Welt nur in Erscheinung, wenn die Liebe (der Geist) das Bewusstsein durchströmt und es so zur Tätigkeit anregt. Bewusstsein kann nicht aus sich selbst bestehen. Es existiert nur, weil es durchströmt wird und sich stets auf etwas bezieht. Es versucht daher sich selbst aufrecht erhalten, indem es unablässig in Bewegung ist und Wissen wiederholt. Wir glauben damit die erlebte Realität aufrecht erhalten zu können und vergessen, dass es der Geist ist, die reine Liebe, die  das verursacht.

 

alles liebe

Hans 

 

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