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Wir schaffen das!

Wir schaffen das!

Der Klimawandel ist der Beginn eines neuen erdgeschichtlichen Zeitalters und kein vorübergehender Effekt, für oder gegen den wir etwas tun könnten. Die Leugnung der langfristigen Klimaveränderung und die Verweigerung der Einsicht, dass wir Menschen uns umweltverträglicher verhalten müssen, gründet in der reaktionären Haltung, dass sich bisher alles regeln ließ. Vor allem durch Geld und Macht. Doch das ist ein fataler Irrtum. Die Erde wandelt ihr Klima, und zwar zu Ungunsten der Menschen. Hat die Menschheit bis heute durch ihre selbstverliebten und rücksichtslosen gesellschaftlichen Systeme die Erde zu deren Nachteil ausgebeutet, so wird ihr jetzt die Quittung für solches Verhalten präsentiert. Unsere Ahnen haben vor vielen Generationen mit der Ausbeutung fossiler Rohstoffe begonnen und ohne Wissen um die langfristigen Auswirkungen, diese Ressourcen dazu verwendet, einer kleinen Schicht Begünstigter einen technologisch paradiesischen Fortschritt zu bescheren. Sie haben etwas aufgebaut, was wir seit über 260 Jahren Zivilisation oder Industrie- oder Informationszeitalter nennen. Dass dieses Zeitalter aber in eine Sackgasse führen wird, merken aber erst wir Heutigen. Es ist also nicht so, dass wir heute Lebenden unseren Kindern ihr Leben auf der Erde erschweren wollen, sondern wir haben nur ungeprüft das Erbe unserer Ahnen an unsere Enkelkinder weitergegeben. Das ist schon schlimm genug. Es konnte passieren, weil wir in unserer hoffnungslosen Unbewusstheit, dem Bock den Garten überlassen haben. Anstatt eine Gesellschaft zu formen, die auf Bildung, Wissen, Gemeinsamkeiten und Mitgefühl aufbaut, haben wir etwas erschaffen in dem Narzissmus, Ellbogen Mentalität und Rücksichtslosigkeit zu den bevorzugten Eigenschaften der erfolgreichen Menschen zählen.

Wie dumm das ist, sieht man daran, dass in Bezug auf Umweltverschmutzung und Klimafragen, die Politiker auf der ganzen Welt, die Stimmen der Wissenschaftler seit Jahrzehnten ignorieren.

Warum?

Zum Wohle des Gemeinwesens, zum Wohle der Wirtschaft und ganz besonders zum Wohle der Finanzsysteme. Wir haben ein goldenes Kalb auf den Sockel gesetzt und tanzen darum herum den Dämonentanz in Euro und Cent. Doch Gaia schert das nicht. Die Erde wird durch die sich anbahnenden Veränderungen das Selbstverständnis der Menschen, seine Zivilisations-Systeme und seinen Zusammenhalt als Spezies verändern. Denn eines ist gewiss:

Egal, was Regierungen beschließen – es ist zu wenig.

Egal, wie viele Menschen sich an Protesten beteiligen – es sind zu wenige.

Egal, was die UNO diskutiert – die Erderwärmung wird es nicht aufhalten.

Egal, was wir tun - das Klima und die Erde werden sich unaufhaltsam verändern.

Jede Maßnahme erscheint im Kontext des Ausmaßes der aufziehenden Veränderungen ungenügend, ja kindisch. Wir werden als ganze Menschheit daran erinnert, dass wir Kinder dieser Erde sind: von ihrem Staub genommen und zu ihrem Staub werdend. Die Menschheit ist das Kind dieses Planeten und von ihm völlig abhängig. Wir haben nicht die Macht, uns gegen den Willen Gaias zu stellen und wir bekommen die Tracht Prügel, die uns für unser bisheriges Verhalten gebührt. Auch wenn wir noch so viele Milliarden Euro besitzen, einen Tesla auf Sonnenumlaufbahn geschossen haben oder die Besiedelung des Mars für Multimilliardäre planen.

Gegen die sich nun regenden planetaren Kräfte können wir nichts tun. Wir haben durch unsere Gier den Geist aus der Flasche gelassen und nun kehrt er zurück. Die schwarze Magie des Zauberlehrlings wendet sich jetzt gegen ihn. Das Tragische daran ist, dass der Zauberlehrling nicht begreifen will, dass seine Zauberkraft in der kreativen Anpassung (Hingabe) liegt und nicht im Kampf.

 

Ist man nur auf das Ausmaß dieser Unbewusstheit fixiert, könnte man mutlos oder zynisch werden. Doch wir müssen von dem Paradigma: "Macht Euch die Erde untertan" zum Paradigma: "Die Erde sorgt für uns", zurückfinden.

Wir müssen nicht gegen die Erde kämpfen, sondern wir müssen lernen die Schöpfung zu verstehen.

Sie nicht dominieren, sondern lieben. Allein schon deshalb müssen die bestehenden ausbeuterischen System auf ganzer Linie verschwinden, und zwar schnell. Vielleicht hätten wir besser auf die Weisheit der Cree Indianer gehört, die Chief Seattle bereits 1854 vor den „Weißen“ gehalten hat. Jetzt scheint es zu spät zu sein.   

„Erst wenn der letzte Baum gerodet,der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann"

Und er fügte noch hinzu:

„Vieles ist töricht an eurer Zivilisation. Wie Verrückte lauft ihr weißen Menschen dem Geld nach, bis ihr so viel habt, dass ihr gar nicht lang genug leben könnt, um es auszugeben. Ihr plündert die Wälder, den Boden, ihr verschwendet die natürlichen Brennstoffe, als käme nach euch keine Generation mehr, die all dies ebenfalls braucht. Die ganze Zeit redet ihr von einer besseren Welt, während ihr immer größere Bomben baut, um jene Welt, die ihr jetzt habt, endgültig zu zerstören.“

Und wenn wir ehrlich sind, haben alle indigenen Völker bereits vor Jahrzehnten davor gewarnt, so weiterzumachen.  

Doch machen wir uns klar: Niemand kann klimaneutral leben. Wer auf dieser Erde lebt, ist automatisch ein Teil der heraufziehenden Entwicklung. Er ist daran beteiligt, ob er will oder nicht. Jeder Atemzug, jedes Essen und Trinken, jede Art von Produktion hat eine Kette biologischer Prozesse im Gefolge, die zu Abbauprodukten und sichtbarem und unsichtbarem Abfall führen. In einem funktionierenden Ökosystem ist das kein Problem, aber in den von uns geschaffenen, ja -kapitalistischen - Ausbeutungssystemen, wird darauf keine Rücksicht genommen. Eine Gesamtbetrachtung des energetischen Produktions- und Lebensprozesses wurde niemals vorgenommen. Was schert uns denn schon der Dreck, wenn das Zeug erst einmal verkauft wurde. Mehr Geld, mehr Menschen, mehr Nahrung, mehr Land, mehr, mehr, mehr. Mehr Abfall, mehr Umweltvergiftung, mehr Klimaveränderung.

Niemand kann sich dem entziehen - Wir können uns nur anpassen.

So, wie es uns unser Wissen um die Evolution gelehrt hat: Das Überleben einer Spezies ist direkt abhängig von ihrer Fähigkeit zur Anpassung. Anpassung bedeutet aber auch von überholten Ansichten und Verhaltensweisen abzulassen. Wer das nicht zustande bringt, der wird auf der Strecke bleiben. Wir können den Auswirkungen der Klimaveränderung nur als ganze Menschheit folgen. In einem gemeinsamen Zusammen, dort ansetzen, wo es Einzelne und Gruppen am Schlimmsten trifft. Dabei dürfen wir keine Rücksicht auf Gruppen, Völker, Länder und Staaten nehmen und schon gar nicht, dürfen wir uns von dem Gedanken: "Oh mein Gott, was kostet das!" leiten lassen. Keine Investition, kein Vermögen rechtfertigt den Verlust auch nur eines Menschenlebens. Daher sollte sich jeder auf fünf Schlüsselbegriffe prüfen: Bescheidenheit, Geduld, Toleranz, Zuversicht und Liebe.

 

Bescheidenheit.

Greta Thunberg, ein nur 16-jähriges Mädchen, das zudem nach unserer gängigen Beurteilung auch noch "behindert" ist, hat in nur einem Jahr mit der weltweiten "Fridays for Future" Bewegung mehr als nur eine Schüler-Generation mobilisiert. Immer mehr Menschen begreifen, was sie vorher nur geahnt hatten: Der Klimawandel ist keine Erfindung spleeniger Wissenschaftler. Er ist real da und seine zunehmenden Auswirkungen werden die Menschheit für immer in eine zivilisatorische Anpassung zwingen. Die Erde legt uns im Großen die Daumenschrauben an, unsere Strukturen und unser Selbstverständnis ihr gegenüber zu überdenken oder unterzugehen. Auch dem kann sich niemand entziehen. Jede kleine Handlung zum Wohl der Umwelt wird dadurch zu einer willkommenen Hilfe bei der Wandlung unserer Zivilisation.

Die Empörung über das Versäumte ist das Eine, und das Versäumte kann auch nicht nachgeholt werden. Es ist also sinnlos nach den Schuldigen für die Versäumnisse zu suchen, denn dann müssten wir uns alle, die wir leben, an die eigene Nase packen. Wir haben mitgeholfen, dass es werden konnte. Ob das nun eine zufällige Koinzidenz war, Karma, Schicksal oder der Wink Gottes, nicht unbewusst mit einem Planeten umzugehen, wird sicherlich in zukünftigen Philosophie Seminaren diskutiert werden können, doch jetzt ist es reine Zeitverschwendung. Heute ist es aber nicht sinnlos zu untersuchen, welche Versäumnisse und Schwächen im Detail zu der heutigen Situation geführt haben. Auch das ist ohne erhobenen Zeigefinger möglich. Es waren immer Menschen beteiligt und Menschen machen Fehler, schätzen Situationen falsch ein oder entscheiden sich für einen falschen Weg. Menschen müssen mit einem mehr oder weniger eingeengten Bewusstsein leben und damit klar kommen. Alles, was wir jedoch daraus ableiten können ist:

Lasse keine Menschen mit eingeengtem Bewusstsein Entscheidungen für das Ganze fällen.

Wir können uns aber ab jetzt auch darüber freuen, dass die Aufmerksamkeit auf die Fakten steigt und dass immer mehr Menschen dafür sorgen, dass wir diese Wandlung in ein paar Hundert Jahren wahrscheinlich erfolgreich überstanden haben werden. Freuen wir uns also über das Erreichte. Sei es auch noch so klein! Ertragen wir, wie Great Thunberg, den Spott und die Ignoranz der Bequemen und Dummen.

 

Geduld.

Der Klimawandel betrifft die ganze Welt, nicht nur einzelne Staaten oder Erdteile. Der Klimawandel macht vor, wie wir denken und handeln sollten: Als eine Menschheit, die an einem Strang zieht und nur einer Zielsetzung folgt: Überleben und Entwicklung. Solange wir in Trennungen und Grenzen, Limitierungen und Egoismen denken, wird uns diese Zielsetzung vor unlösbare Probleme stellen. Wenn wir weiterhin im Kontext zweihundert souveräner Staaten der Welt denken, wird ein Großteil dieser Staaten in der Spur der Klimaveränderungen untergehen. Wenn wir die Barrieren nationaler und internationaler Interessen nicht einreißen und uns auf diesen Ebenen nicht die Hände reichen, dann wird es schwer werden, dieses Zeitalter heil zu überstehen. Wir müssen uns von liebgewordenen Ansichten, Werten und Vermögen trennen, wenn wir allen Gesellschaften auf diesem Planeten zu einer umwelttechnisch fortschrittlichen Existenz verhelfen wollen. Wir müssen unser eigenes Überleben, dem Ganzen unterordnen und auch mit den Bitterarmen, den Einfachen und Unvermögenden teilen lernen. Wir müssen unbedingt und schnell der eifersüchtigen Gier nach Macht entsagen. Zeiten des Ausruhens gibt es dabei nicht. Es gibt auch keinen anderen Zeitplan als sofort damit anzufangen und dabei nicht zu wissen, wie und wann und ob es je zu Ende gehen wird.

Dabei müssen wir aber auch wilden Aktionismus vermeiden und dürfen keine Zeit mit sinnlosen Diskussionen und wirkungslosen Taten verschwenden. In aller Ruhe müssen die Ursachen der Umweltprobleme ergründet und über massive Maßnahmen abgestellt werden. Da ist es sicher nicht mit dem Pflanzen von ein paar Bäumchen, der Umstellung von Öl auf Gas oder der Elektrifizierung des Verkehrs getan. Auch die bisherigen Mittel des Protestes und der Demonstration sind ungenügend.

Es muss hinterfragt werden, warum wir eine so umweltschädliche Wirtschaft haben und warum diese Wirtschaft so sklavisch am Geld hängt. Da müssen staatliche Vorgaben und Begünstigungen untersucht werden, um herauszufinden wer und wo die Dunkelmänner und Drahtzieher sitzen. Das geht nur mit Geduld und akribischer Detektiv-Arbeit, während gleichzeitig die Maßnahmen gesetzt werden, die die Erde schützen.  

 

Toleranz.

Für den Klimaschutz ist intellektuell die Schlacht bereits zu Ende. Jeder hat wohl verstanden, dass es so, wie bisher, nicht weitergehen kann. Die Sachlage ist also klar. Die Schwierigkeiten setzen bei der Umsetzung ein. Es helfen also keine besseren oder neuen Argumente, sondern nur Anleitungen wie man sich aktiv an die Veränderung des Klimas anpassen muss. Diese Anleitungen müssen mit dem notwendigen Nachdruck umgesetzt werden und ggf. auch mit hoheitlicher Gewalt. Hoheitliches Recht hat die Regierung eines Staates und damit ist sie die "Hand des Souveräns", des Volkes. Die Mehrheit des Volkes bestimmt den Weg der Regierung und daher darf hoheitliche Gewalt nicht gegen die Meinung des Volkes aufgewendet werden. Selbst dann nicht, wenn diese Meinung neu für die regierende Schicht ist. 

Den Klimawandel-Leugnern darf man nicht hochmütig, schimpfend oder beleidigend entgegentreten, sondern es muss ihnen gezeigt werden, was Sache ist. Sie haben in der Regel nur Angst vor der unfassbar großen Bedrohung und wollen die Augen davor verschließen. Ihnen vorstellbare und machbare Lösungen vorzuschlagen, ist ein Weg sie zu überzeugen. Niemand hat das Recht auf einen anderen herabzublicken, nur weil der vielleicht nicht die offiziell vertretene Meinung teilt. Jedoch muss auch leidenschaftlich dafür gesorgt werden, dass Menschen mit dieser Unbewusstheit, nicht an wichtigen Schaltstellen sitzen, an denen sie die Anpassungsarbeiten an die neuen Gegebenheiten behindern oder sabotieren können.

 

Zuversicht.

Die Apokalypse hat schon oft an unser Denken geklopft. Ob es die Finanzkrise, Al-Kaida, Überbevölkerung, Atomkraft oder Pandemie war, eines hatten sie alle gemeinsam: nichts davon ist eingetreten. Trotz aller Dramatik der medialen Darstellung, hat die Menschheit jede "Apokalypse" bisher überwunden. Im Bereich der Ökologie und Gentechnik ist ein gewisses Maß an tragischer Fiktion sogar nützlich. Mit ihr bricht das träge Denken auseinander und bringt den Hip-Hop zum Vorschein, mit dem endlich Bewegung eintritt. Die eingerosteten, sich selbst genügsamen Systeme werden aufgerüttelt und so durchgeschüttelt, dass aller verkrusteter Ballast herauspurzelt. Zwischen den rostigen Gleisen und verrotteten Schwellen, sprießt dann frisches unschuldiges Grün. Wenn jedoch die mediale Sprache nur noch auf Propaganda aus ist, verliert sie ihre visionsbildende Kraft und verkommt zu einem vergifteten, bleiernen Blah Blah. Die Zuhörer verlieren ihre Fantasie, ihre Vision von Morgen und damit ihre Motivation das Morgen zu einem besseren, schöneren Jetzt zu machen.

Ja, die Klimaveränderung ist real, ihre Folgen sind bedrohlich und sie wird immer spürbarer.

Ob wir das wollen oder nicht. Menschen werden ihre Heimat aufgeben müssen und als "Flüchtlinge" von anderen Menschen aufgenommen werden müssen. Kulturen und Religionen werden sich vermischen, so wie immer, wenn Gaia dafür sorgt, dass Völkerwanderungen auftreten.

Die künstlich geschaffenen Vermögenswerte werden sich, wie die Städte, die in den ansteigenden Ozeanen versinken, auflösen und die menschlichen Werte konzentrieren sich wieder auf die natürlichen Ressourcen Gaias: Luft, Wasser, Nahrung, Kleidung, Energie. Der Klimawandel wird dafür sorgen, dass niemand mehr zu Lasten der Umwelt produziert oder Vermögen anhäuft. Es wird jene geben, auch Wirtschaftsunternehmen, die sich schnell und früh diesem neuen Paradigma anpassen, aber auch solche, die bis zum Schluss an der untergehenden gesellschaftlichen Ordnung festhalten werden. Doch es gibt auch die Hoffnung: „Wir schaffen das“. Diese Zuversicht bezieht sich nicht auf den Sisyphus Kampf, den Klimawandel aufzuhalten, sondern ist die Gewissheit, dass der Mensch die Rückkehr seiner Zivilisation zu einem menschenwürdigen, d.h. verantwortungsbewussten Lebens auf diesem Planeten vollbringen kann.

 

Liebe

Und wie schaffen wir das? Sicherlich nicht damit, unsere eigene Infrastruktur zu demolieren oder die Mechanismen unserer bestehenden Zivilisation zu schwächen. Proteste sind gut und ein adäquates Mittel, Einfluss auf die politische Landschaft zu nehmen. Aber sie müssen verantwortungsvoll sein. Niemandem nützt es, wenn Flughäfen, Autobahnen oder Kraftwerke blockiert werden. Wir brauchen diese Infrastruktur für unser heutiges Leben. Doch das bedeutet ja nicht, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Das Ganze wurde doch zum Wohle der Menschen erschaffen. Diese Menschen leben heute. Deswegen darf das Erschaffene nicht einfach eingemottet oder zerstört werden, sondern muss auf die Bedürfnisse der neuen Generationen transformiert werden.

Nur so schaffen wir den Übergang in ein postkarbonisches Zeitalter.

Dieser Übergang wird nicht weh tun, wenn das Begreifen, das Bewusstsein und die Achtsamkeit des Einzelnen geweckt und geschult wird. Nichts davon ist an eine bestimmte Generation gebunden, aber alles an das Erkennen und die Handlungsbereitschaft des Einzelnen.

Das Rufen nach Widerstandsrechten und Notstandsituationen ist gefährlich. Schon 1968 wurden die sogenannten Notstandsgesetze unter dem massiven Widerstand der damaligen "Außer-Parlamentarischen-Opposition" APO verabschiedet. Wir wollen doch wohl keine Wiederauflage der damaligen Randale? Das kann keine verantwortungsvoll denkende politische Bewegung wollen. In einer Demokratie dürfen Gesetzesübertretungen von niemandem als legitim erachtet werden. Dafür ist das demokratische Konstrukt zu sensibel. Es gibt viele Formen der demokratischen Willensbezeugung: Demonstration, passiver Widerstand, Gesetzesänderungen und vor allem: Wahlen von Volksvertretern. Letzteres muss ggf. eine Möglichkeit beinhalten, mit der das Volk direkt und schnell in die Beschlussfassung einer Regierung eingreifen kann.

Die Volkssouveränität ist im Grundgesetz Art20 Abs2 geregelt:

"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt."

Die Schaffung eines unkomplizierten Volksentscheidungs-Mechanismus, in der Art unserer Schweizer Nachbarn, könnte in Zeiten des Internet und der Online Vernetzung, dem Volk wirklich schnell wieder die Entscheidungsgewalt an die Hand geben, die ihm gebührt.

 

Die Entscheidungen im Umfeld der Klimawandlung erfordern Weisheit, Reife und Ausdauer. Es ist der falsche Spielplatz für Polit-Clowns, Comedians, Ignoranten oder Machtnarzissten, die nur ihren eigenen Vorteil suchen. Noch ist die Fridays for Future“ Bewegung um Greta Thunberg nicht reif genug, hier weltweit wirksame Konzepte zu erarbeiten, aber sie hat schon jetzt unglaublich viel erreicht, denn sie verunsichert die Mächtigen dieser Erde und zwingt sie, sich ebenso zu wandeln, wie der Zustand der Welt sich wandelt. Es ist ein uraltes Gesetz, dass sich alles wandelt und nichts ewig so bleibt, wie es gerade ist. Wenn unser Planet jetzt erwacht und sich als Gaia, dem uralten Wesen wieder bewusst wird, dann dürfen wir Zeuge dieser Verwandlung werden. Was für eine gigantische Auszeichnung!

Wir haben alle Fähigkeiten, die wir brauchen, um mit den auf uns zukommenden Problemen in Hinsicht auf eine natürliche Menschlichkeit fertig zu werden.

Wir haben geübt loszulassen, wir haben in unzähligen Kriegen am eigenen Leib gelernt, wohin Kampf führt. Wir wissen was Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein ist.

Also, dann sollten wir das auch nicht verbocken oder verbocken lassen.

 

alles liebe

Hans