· 

Phasen einer sterbenden Welt (Teil2)

Phasen einer sterbenden Welt  (Teil 2)

 

Warum lässt sich der Untergang dieser Welt nicht mehr vermeiden.
(siehe dazu auch Teil1)

 

Zusammen mit China, Indien und Russland sorgen die USA für über die Hälfte (50%) des weltweiten CO2-Ausstoßes und scheren sich einen Dreck darum. Das sind aber nur 4 von 200 Staaten (2%), der Erde. Was nutzen da europäische oder gar nur deutsche Bemühungen, die Energiegewinnung umweltfreundlich zu gestalten oder Verbrennungs- gegen Elektromotoren auszutauschen? Der deutsche Anteil am CO2 Ausstoß beträgt mal gerade 2%!

Nur wenn die Bemühungen um ein dem Planeten gerechtes Leben konsequent von ALLEN Staaten der Erde im gleichen Zeitrahmen durchgeführt würden, hätte es eine merkbare Wirkung. Allein die Erstellung der dazu nötigen Verträge, die Verhandlungen und die diplomatische Ego-Pflege würden in heutiger Gangart, Jahrzehnte dauern.

Getan ist bis dahin aber nichts. Doch diese Zeit steht uns nicht mehr zur Verfügung. Das hat unser Planet beschlossen. Die Erde hält sich nicht an die Notwendigkeiten, Ressentiments, Diplomatie oder Netikette der Menschheit. 

Die meisten Experten stimmen darin überein, dass nur die massive Reduktion des weltweiten Energieverbrauchs und ein grandioser Konsumverzicht, bei gleichzeitiger Eindämmung des Bevölkerungswachstums, die einzig möglichen Lösungen darstellen. 

Doch nichts davon geschieht.

Im Gegenteil: Allein die Fantasie-Währung "Bitcoin" verbrauchte in ihren Computerfarmen in nur einem Jahr (2017) doppelt so viel Energie wie ganz Österreich im Jahr! Rechnet man den Energiebedarf für das weltweite Internet, den Betrieb der Mobiltelefonie und die restliche Informations-Technologie dazu, dann komme ich zu dem Schluss:

DIESE Welt ist nicht mehr zu retten.

Mit DIESER Welt meine ich unsere heutige, hochtechnisierte Welt. Die Welt, die jeder von uns kennt. Die Welt, die ihre Hiobsbotschaften in allen Google News, Fernsehen, Zeitungen und sozialen Netzwerken verbreitet. Ich meine diesen globalisierten Koloss mit seiner Achtlosigkeit, Menschenverachtung und seiner Beliebigkeit. Dazu gehört allem voran der Moloch der Finanzwelt, der bereits seit Jahrhunderten die Weltwirtschaft in seinen Klauen hält. Eine Folge davon ist, dass Unternehmensziele sich auf Aktionärsinteressen reduzierten und dem "Shareholder Value" alle anderen Verantwortlichkeiten eines Unternehmens untergeordnet wurden. Was wiederum zu Missachtung der irdischen Ressourcen, der Menschlichkeit und Menschenwürde, sowie der Vermögensverteilung etc. führte. Leistungen und Waren werden heute ausschließlich nach Gewinnchancen produziert. Und ein perfektes Marketing streut Sand in die Augen der Konsumenten, deren einzige Aufgabe fürderhin ist, zu kaufen: Jedes Jahr einen neuen Mobiltelefonvertrag, alle zwei Jahre ein neues Leasingauto, mit jeder neuen Technologie einen neuen Fernseher und weitere Geräte für die Siris, Alexas oder Cortanas dieser Welt.

In heutigen großen Unternehmen passiert nur noch, was zu noch mehr Gewinn führt. Gleichgültig, was das für die Mitarbeiter, die Menschen, die Umwelt und die Ressourcen der Erde bedeutet. Das kapitalistische System hat längst die Verteilung von Arbeit und Vermögen entschieden:
Die Armen werden immer schneller ärmer und die Reichen immer schneller reicher! 

Große Konzerne lassen die Politiker der Industrie-Staaten längst an ihren Fäden auf der Bühne des medialen Marionettentheaters tanzen. Sie haben sie mit ihrer perfekten Lobby fest im Griff.  Wie sonst ließen sich solche Regierungsentscheidungen erklären, wie aus der problematischen, aber relativ sauberen Atomenergie komplett auszusteigen, aber gleichzeitig die Braunkohle und Öl betriebenen Dreckschleuderkraftwerke laufen zu lassen. Das nenne ich perfekt gelungene Lobbyarbeit. Anstatt schnell und viel Geld in die Forschung und Entwicklung von Thorium-Flüssigsalz-Reaktoren zu investieren und vor allem deren Zulassungsprozedere zu beschleunigen, klappt man die Augendeckel zu: Atom ist Atom und das ist alles schlecht. Dass die Öl-, Gas- und Kohle-Großindustrie dabei auch die Hälfte der wissenschaftlichen Gemeinde mit lukrativen Forschungsaufträgen versorgt hat, damit die Atom-Industrie so lange wie möglich hungern muss, ist nur ein Aspekt des Lobbyismus. Dass die vorhandenen Atommeiler nicht mehr sicher sind, ist unbestritten, aber es ist unverantwortlich sie ohne gleichwertige Alternative einfach abzuschalten. Gerade in Zeiten, wo der elektrische Strom als „saubere“ Energie verkauft wird, die er so gar nicht sein kann.

Atomkraft ist eine Fähigkeit des Menschen und es ist seine Aufgabe sie technisch sicher anzuwenden. Das dem nicht so ist, liegt an der finanziellen Gier, des kapitalistischen Systems, das den maximalem Gewinn durch Kostenreduktion zu erreichen sucht. Wer würde uns denn daran hindern, eine Technologie zu erfinden, mit deren Hilfe, die radioaktiven Rückstände in die Sonne geschossen werden könnten? Die Sonne ist der größte Kern-Fusions-Reaktor in unserem Lebenssystem und sie spendet Leben. Warum also sollte unser Fliegenschiss Atom-Müll ihr etwas ausmachen? Warum wir das nicht tun und den Atom-Müll auf der Erde vergraben?

Es sind die Kosten und die Angst, dass eine solche Stromerzeugung dann unwirtschaftlich wäre. Ja, tatsächlich: Innerhalb der heute geltenden Wirtschaftslogik ist das so, aber wenn man Energie-Erzeugung als Hoheitsaufgabe eines Staates ansieht oder Profit aus der Logik streicht, dann sieht das alles ganz anders aus.  

Für alle, die jetzt nach Luft schnappen, dass ich eine Lanze für die Atomkraft breche: Thorium-Salz-Kern-Kraftwerke sind so einfach zu steuern wie ein Automotor, der ja auch nicht tagtäglich explodiert, obwohl eine kontrollierte Verbrennung in ihm vorgeht. Das kommt wohl niemanden in den Sinn? Es gibt viel Kernkraft-Technologie. Was wir auf breiter Basis kennen, ist die billigste Variante und die gefährlichste. Sie beruht nämlich auf dem Kontrollieren einer Bombe. Deshalb sind die heutigen Atom-Meiler so brandgefährlich. Ein Thorium-Salz-Kraftwerk ist keine Bombe, die sich selbstständig machen könnte. Seine Kernreaktion erlischt, wenn die Zündenergie abgeschaltet wird. Eben wie beim Auto: Zündschlüssel umdrehen und Aus. Wie effektiv hier Lobbyisten am Werke sind, merkt man daran, dass es kaum Informationen über diese seit den 1980 Jahren bekannte Thorium Kraftwerkstechnologie gibt. Lieber verschleudern wir die Steuergelder für Miefquirle (Windkraft-Anlagen), die zwar medienwirksam dargestellt werden können, deren Eignung für die wachsenden Energieanforderungen der Zukunft aber mehr als zweifelhaft sind. 

 

Die großen Konzerne und ihre Interessen beherrschen zunehmend das politische Geschehen und haben demokratisches Handeln längst manipuliert. Die Demokratie wird nur noch als Show medienwirksam präsentiert, ist aber hinter den Kulissen zu einer leere Worthülse verkommen. Sie scheinen alle vergessen zu haben, dass wir ALLE in einem geschlossenen System existieren, dessen Kugelform kein Entkommen erlaubt. Aber vielleicht sprechen die Milliardäre dieser Welt ja deshalb heute schon davon, dass die Zukunft der Menschheit auf dem Mars oder dem Mond zu suchen ist. Ich glaube allerdings, dass sie die einzigen sind, die sich dann dort wiederfinden werden.

 

alles liebe
Hans

 

(zu Teil 1, zu Teil 3)