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Phasen einer sterbenden Welt (Teil3)

Phasen einer sterbenden Welt (Teil 3)

(siehe dazu auch Teil1 und Teil2)

 

Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist ein Kind der soziologischen Entwicklung der letzten 250 Jahre. Es wäre unfair es als alleinigen Verursacher der Misere hinzustellen. Alle Entscheidungen werden von Menschen gefällt und diese Menschen sind geprägt von den Werten ihrer Kultur. Als sich die sozialen System bildeten, gab es eine fest gefügte Hierarchie in der Gesellschaft und lange Zeit keinen Grund dies zu ändern. Bis es zur Epoche des Nationalsozialismus kam, die eine Schockwelle über die Erde schickte. Es wurde dann alles denkbar Mögliche getan, um eine Wiederholung einer solchen Entwicklung zu verhindern.

Die Ironie der Sache ist, dass es jetzt eine AfD gibt und der ausgebrochene, wildwuchernde Liberalismus die Werte der westlichen Gesellschaft untergräbt. Unter dem Motiv der persönlichen Freiheit und der Firmeninteressen wird eine chaotische Beliebigkeit propagiert: Die Beliebigkeit der Geschlechterrollen, das Unterlassen erzieherischer Maßnahmen, das Schönreden katastrophaler Zustände, die Verharmlosung von Gewalt, das Hintergehen ethischer Regeln und die Aufhebung aller Unterschiede und Grenzen usw. Die heutige Demokratie erinnert an die

dekadente Schlussphase des untergehenden Römischen Reiches. Dort unterschied man zwischen einer Freiheit, die gemeinsame Grundwerte, eigene Pflichten und die Rechte des Nächsten respektierte und so die Zivilisation aufrecht erhielt, und einer zügellosen und rücksichtslosen Freiheit, die jede Solidarität zerplatzen ließ. Letztere zerstörte den gesellschaftlichen Zusammenhalt des römischen Reiches, sodass es innerhalb von nur 400 Jahren unterging. Absolute Freiheit und zügelloses Ausleben aller Bedürfnisse sind gefährliche Sachen, die jede Gemeinschaft zerstören kann. Sie führen in die Anarchie, in der jeder tut, was er will und die Gemeinschaftsregeln das Papier nicht mehr wert sind, auf dem sie geschrieben stehen. Es ist eine große Herausforderung an die Staatsführung, ohne Gewaltanwendung, die überbordende wirtschaftliche Profitgier einzudämmen. Sie muss den Einfluss der Finanzwelt auf die Staatsführung eindämmen und ihre hoheitlichen Rechte wieder wahrnehmen. Es kann nicht sein, dass der König seinen Minister fragen muss, ob er noch Geld hat. Es darf nicht sein, dass hoheitliche Aufgaben, wie Infrastruktur, Geldwesen, Informationstechnik oder Exekutive an profitorientierte Privatunternehmen ausgelagert werden, ohne deren Entscheidungen kontrollieren zu können. Der Hof darf nicht von den Lakaien geleitet werden. Die Geschichte zeigt, das schwache Regenten noch nie einen Staat vor dem Untergang bewahrt haben! Genauso wenig wird die heutige politische Diplomatie, unsere bekannte Welt vor dem Untergang bewahren.

 

Die heutige, durch das Finanzsystem vergiftete Welt, mit ihrem rücksichtslosen Gewinnstreben, ihrer Menschen-Missachtung und ihrem Konsum-Wahn, ist nicht mehr zu retten. Aber das bedeutet nicht, dass die Erde an sich untergeht. Die Erde und die Menschheit muss nämlich gar nicht gerettet werden. Das Geschrei nach der "Weltrettung" kommt aus den Giftdrüsen jener Finanzjongleure, die zu Recht um ihr Vermögen bangen. Sie wollen die unüberbrückbare Kluft zwischen Arm und Reich aufrechterhalten, denn sie fürchten um ihr Leben, wenn ihre Manipulationen bekannt werden. Sie wollen die Menschen in einer illusionären Dummheit gefangen halten, die Ihr eigenes Schalten und Walten vor ihnen verbirgt.

Der Erde ist das aber völlig egal. Sie wandelt sich, gemäß den bisherigen Vorhersagen, denn diese Vorhersagen sind das, was wir glauben ausgelöst zu haben. Die Erde hat das schon immer so gemacht, ob dabei ein paar Millionen Menschen oder gar mehrere Milliarden Menschen ihr Lebenszentrum verlassen und sich vielleicht irgendwo zusammenfinden müssen und sich neu organisieren, spielt für sie keine Rolle. Sie wird ihre Verwandlung durchziehen und wir haben das als Menschheit zu akzeptieren! Upps! Da ist es wieder das Wort „Menschheit“, das für die meisten von uns eher ein abstrakter Begriff ist. Wir sind doch Deutsche, Franzosen, Dänen, Brasilianer, Amerikaner, Syrier, Iraner, Inder, Afghanen usw., aber mit Menschheit hat das doch nichts zu tun. Genau diese Hybris des egoistischen „Ich bin…“ wird zerbrechen und den Weg für eine neue Menschheit öffnen. Ich bin nicht naiv genug, um zu glauben, dass das ohne Blutvergießen gehen wird. Jede Revolution, die wir anzettelten, hat das mehr oder weniger ausgelöst. Woher sollten wir es dann auch anders können? Wenn du 20m vor einem heranrasenden D-Zug auf den Schienen stehst, dann fragst du dich nicht mehr, ob du dir ein Bein brichst, wenn du jetzt sofort in den Graben springst. So einfach ist das.

 

Wir müssen Verantwortung übernehmen!

Nicht für die Welt. Nicht für das, was wir aus unbewusstem Handeln heraus angerichtet haben. Wir müssen Verantwortung dafür übernehmen, dass die neue Welt ans Licht kommt. Auch wenn die uns bekannte Welt, mit ihren ausbeuterischen Systemen nicht mehr zu retten ist, können wir davon ausgehen, dass unsere Erde ein großer lebendiger Organismus ist, der sich ganz von selbst wieder ins Gleichgewicht bringt. Wir erleben im Untergang der uns bekannten Welt, das Wirken des Gesetzes von Ursache und Wirkung in seiner bisher vertretenen Unerbittlichkeit: Wo der Mensch wider die Gesetze der Natur agierte, wird die Natur reagieren, gemäß den Überzeugungen der Menschheit. Das will heißen, auch mit Naturkatastrophen, Wassermangel, Hungersnöten und dem Tod von Abermillionen. Doch das System „Erde“ wird das Gleichgewicht wiederherstellen.

 

Alles liebe
Hans

 (zu Teil1 und Teil2)