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Klimaismus und Populismus

Jede Art von "Ismus" ist gefährlich.

Dabei spielt es keine Rolle ob seine "Fans" sich aus ihrer Sicht im Recht glauben. Überbordende Emotionen bieten ein leichtes Spiel für Populisten aus dem linken oder rechten Lager. Käme so ein "Revolutionär" in den Genuss, die aufschäumende Unmut der Bevölkerung zielgerichtet zu kanalisieren, wie zB. auf die "Unfähigkeit den Klimawandel zu kontrollieren", dann wäre es wohl schnell vorbei mit der Demokratie in unserem Land. Donald Trump in den USA und Boris Johnson in Großbritannien zeigen uns, wie rücksichtslose Egomanen an die Macht kommen und sie dann erhalten. Sie schüren Ängste und Feindbilder, können aber selbst auch keine wirksamen Änderungen herbeiführen. Großbritannien und die USA sind anders als Deutschland, aber kein Land dieser Erde ist gegen die Geisteskrankheit des Populismus gefeit. Populismus entsteht durch die Kanalisierung unterschwelliger Ohnmachtsgefühle in der Bevölkerung und diese Gefühle sind sehr einfach mit simplen Parolen und Forderungen zu leiten. Die unterdrückte Angst und die dadurch entstehende Wut drückt sich allmählich immer intensiver in der Öffentlichkeit aus und wird von cleveren Strategen geschickt auf die von ihnen gewünschten Themen gelenkt. So auch bei der Diskussion des Klimawandels. Wir sollten uns damit abfinden, dass wir im Moment überforderte Regierungsparteien haben, die meinen den zukünftigen Fragen und Problemen mit den gleichen Mitteln begegnen zu können, die sie in den vergangenen 70 Jahren angewandt haben. Die Folge davon sind Konzeptlosigkeit und verwaschene Langzeitziele, gepaart mit wahnwitzigen Ideen des Sparens, Verbietens und Untersagens. Die Politiker der deutschen Parteien mögen also gerne weiter debattieren und damit allen Wählern ihre Unfähigkeit, Sachunkenntnis und Profillosigkeit demonstrieren. Das ist gut für die nächste Wahl, denn so kann jeder Wähler in Deutschland sehen, was er von wem zu erwarten hat. Doch überall stehen die Zeichen auf Wandel.

Neue Gesichter, neue Profile und radikal neue Ideen müssen her, die den Menschen in Deutschland wieder eine kraftvolle Vision für ihr Leben und ihre Heimat geben können.

Leider ist im Moment davon nichts zu entdecken. 

Ohne diese zukunftsorientierte Führung wird sich die politische und wirtschaftliche Landschaft Deutschlands in einen gefährlichen Tummelplatz für Klima-Populisten, Energie-Fanatiker, Weltuntergangs-Propheten und extremistische Großmäuler verwandeln. 

Machen wir uns nichts vor: Das programmatische Vakuum in der deutschen Politik wird von Tag zu Tag größer. Noch ist es nicht gefährlich, aber das kann sich sehr schnell ändern. Verläuft der Wandel unserer Politik im Sande, erstarren wir in Ritualen, Machtkämpfen und Ohnmachtsanfällen. Dann wird der Tag kommen, an dem ein charismatischer Revolutionär das deutsche demokratische System zertrümmert und gegen ein deutsch nationales System austauscht. Ist ja nicht so, dass das nicht schon mal dagewesen wäre. Im Grunde ist die Idee der "Revolution" gar nicht schlecht. Ein neuer Kopf, eine neue Führung, mit einer starken Wurzel in demokratischen Überzeugungen, unbelastet von den zermürbenden Mühlen der Parteiendemokratie, könnte dem Land neuen Schwung verleihen. Das Bedürfnis ist groß und vielleicht müssen wir gar nicht mehr so lange darauf warten. 

Doch wir müssen warten, bis so ein Lichtblick erscheint und bis dahin dürfen wir nicht zulassen, dass Klima-Randale, Finanzgerangel und Machtkämpfe unsere Republik ausmergeln. Es sind in den nächsten Jahren große Fragen zu beantworten und denen auch große Taten folgen müssen, damit  Deutschland auch in Zeiten von Klimakrise, globaler Digitalisierung, Rechts-Populismus, Zuwanderungsströmen und stärker werdenden Handelskonflikten eine prosperierende, stabile und tolerante Demokratie bleiben kann. 

Haben wir Mut zur Freiheit. Haben wir Mut zum Warten und haben wir Mut zum Handeln, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Das politische Herz  29.11.2019