Formenwelt und kosmisches BEwusstsein

Formenwelt und kosmisches Bewusstsein

ich bin mir darüber bewusst, dass der folgende Text nicht einfach ist und auch nicht für jeden geeignet. Trotzdem möchte ich dich ermutigen ihn einfach mal zu lesen. Du kannst später entscheiden, was du damit anfangen willst.

Ich möchte mit dem Begriff "kosmisches Bewusstsein" anfangen, der das bezeichnet, was allgemein als die höchste Stufe der menschlichen Entwicklung angesehen wird. Da "kosmisches Bewusstsein" erfahrbar ist, gehört es zum Wesen des Menschen. Es ist also nicht so, dass der "Mensch" "sein" Bewusstsein verwandelt oder erweitert, sondern er entdeckt seine ursprüngliche Form wieder. Indem sich also ein transzendentes Bewusstsein  im Menschen selbst ausbreitet, erweitert sich dessen Erleben und er benennt es mit „kosmisches Bewusstsein“.  Das ist aber nichts weiter als ein neu erschaffenes Objekt, was er sich aufgrund seiner Erfahrung selbst zuweist. Weil der Mensch in diesem Prozess gleichzeitig merkt, dass hier etwas geschieht, was über seine erlernten Programmierungen hinaus geht, glaubt er, dass durch diesen Prozess sein "ich" transzendiert wird. Das aber ist nicht möglich, denn solange es etwas gibt, dass sich seiner selbst bewusst ist, gibt es auch ein „ich“, als Definition dessen, was sich bewusst ist. Dieses „ich“ ist das, was denkt und erfährt“. Ohne dieses "ich" ist eine bewusste Existenz  nicht möglich. 

Wo also ist der Unterschied? 

In dem Moment, wo sich der "Mensch" als  transzendentes Wesen selbst erkennt, tritt in seinem Erleben eine inflationäre Erweiterung "seines" Bewusstseins auf, die ihm alle Arten von phänomenalen Wahrnehmungen schenkt. Deshalb ranken sich so viele Geschichten um den Augenblick der "Erleuchtung". Wesentlich ist jedoch, dass das transzendente Bewusstsein sich selbst im Menschen erkennt und seine bis zu diesem Zeitpunkt aufrechterhaltenen Begrenzungen auflöst. Dabei reißt es seine eigenen Ich-Grenzen ein und erweitert sie über alle Maßen hinaus, weil es "Maß" oder Dimensionalität in diesem Kontext gar nicht gibt. Im weiteren Verlauf dieses Prozesses, erkennt es die Form "Mensch" als ein von ihm geschaffenes Objekt, den Konzentrationspunkt seiner bisherigen Aufmerksamkeit. 

Dies ist der Moment, wo das größte Durcheinander in der Begrifflichkeit entsteht. Das kosmische Bewusstsein wird sich weiterhin mit "ich" bezeichnen und keinen Unterschied machen, ob es die Form "Mensch" meint, sich selbst oder das Ganze. Diese Unterscheidung spielt nur in der Formenwelt eine Rolle, die nichts weiter erkennen kann als Objekt-Formen. 

 

Der Weg ist ein Kreis

Einen Weg der Bewusstwerdung zu beschreiben ist bereits irreführend, da es einen zeitlichen Ablauf voraussetzt. Diese Zeit ist aber nur in der Formenwelt vorhanden, in der jedes Objekt darauf bedacht ist, sich selbst "in Existenz" zu halten, am leben zu bleiben. Es ist annähernd unmöglich zu erklären, dass das Leben in der Formenwelt eine reine Erinnerung ist, die das kosmische Bewusstsein braucht um sich selbst bewusst zu werden. Vielleicht gelingt es ein wenig erhellende Ahnung zu erhaschen, wenn man diesem Gedanken folgt: Alles ist im "kosmischen Bewusstsein" enthalten, aber im kosmischen Bewusstsein gibt es keinen Konzentrationspunkt, keinen Erfahrungspunkt der es ermöglichen würde dieses "Alles" zu erfahren. Das kosmische Bewusstsein träumt die Formenwelt ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass es sich selbst erlebt. In dem es in seinem Traum eine hochentwickelte Form kreiert, kann es, mithilfe dieser Form, luzid werden und erkennen, dass es selbst den Traum träumt. Diesen Vorgang des "luzid Werdens", erscheint in der Formenwelt als Bewusstseinserweiterung des Menschen. Im Endstadium dieser Entwicklung wacht das kosmische Bewusstsein aus seinem Traum auf und entschwindet aus der Formenwelt in die Transzendenz. In diesem Moment begreift das kosmische Bewusstsein seine Existenz als Idee, als Wissen und erkennt die Formenwelt als seinen eignen Wesensausdruck. Dieser Wesensausdruck hat schon immer existiert, genau wie das kosmische Bewusstsein auch.

 

Konkreter Weg

Wenn man lange genug und ohne sich selbst zu belügen nachfragt „Wer ist ICH?“, dann stößt man letztendlich auf eine erstaunliche Erkenntnis, die in etwa so lautet: „Ich bin alles was ich nicht  benennen kann! Denn sobald ich es benenne, begrenze ich es darauf und trenne es von mir.“  Da dies in einer Umformulierung heißt: "Ich bin unbegrenzt und einheitlich" lautet die Antwort letztendlich „Ich bin das ich bin“ oder im hebräischen: Jwh (Jahwe) die drei Buchstaben der Dreieinigkeit oder einfach  Ψ (Psi). Jeder nenne es, wie er mag, doch ich verwende in diesem Text Ψ (Psi) als  Bezeichnung für das transzendente Bewusstseins.   Ψ steht damit für alles was ist. Im Menschen beobachten wir die Entwicklung dieses Ψ  als einen immerwährenden Bewusstwerdungsprozess. Dieser Prozess ist die Bewegung innerhalb dessen, was in der Formenwelt „Unbewusstes“ genannt wird und zu dem führt, was wir „kosmisches Bewusstsein“ nennen.  In der Erlebenswelt des Menschen, zeigt es sich als dessen Vorstellung von „Evolution“, seiner eigenen menschlichen Entwicklung. Die Evolution ist das  Objekt, dass wir Menschen als die Entstehungsgeschichte der Schöpfung begreifen, wie sie in/mit unserem heutigen Bewusstsein begreifbar ist. Doch es sind nur Gedankenmuster und archaische Informationen, die dieses Bild der Evolution ausmachen. Ein Glaubenssystem, das durch die Veränderungen innerhalb Ψ  entsteht und sich in Form dieses phänomenologischen Universums manifestiert. Und weil es ein  intelligentes und fühlendes Universum ist, ist es ein menschliches Universum.  Ψ  kann nicht anders sein. Ψ spiegelt sich ohne Grenzen immer wieder und erschafft dadurch eine Formenwelt, in der Menschen eine in sich völlig logische und perfekte Schöpfung erleben. Diese Harmonie des Erlebens ist der Ausdruck der Identität (Synonymität) des transzendenten Ψ  und des geformten Menschen. Je schneller sich Ψ entwickelt, desto schneller entwickelt sich "Wissen" im Menschen. Je mehr Wissen verfügbar ist, desto mehr begrenzende Glaubenssysteme werden außer Kraft gesetzt. So wie jetzt die Wissenschaften revolutioniert werden, indem wir Menschen unser Welt-Paradigma von einem "feste Materie" Paradigma in ein "alles ist Beziehung" Paradigma verändern, weil der Erkenntnisprozess von Ψ  uns dazu zwingt. Das geht nicht ohne Geburtsschmerzen, aber es wird erfolgreich sein.

 

Transformation - Kontrapunkt

Der "Weg" ist natürlich ein geistiger Weg, der sich in den Symbolen der Formenwelt abbildet. Er besteht vor allem aus Erkenntnissen aufgrund einer großen Anzahl in Bezug gesetzter Informationen. Ein weiteres Indiz für die Einheit des transzendenten Ψ  und des geformten Menschen ist die zu beobachtende Tatsache, dass die in Bezug gesetzten Informationen, unabhängig von Tradition oder Philosophie, zu den gleichen Ergebnissen und Meilensteinen führen. Die markantesten Meilensteine des Weges sind:

 

aus Sicht der Formenwelt :                                                     aus Sicht von Ψ : 

1) Zweifel an der Formenwelt                                             Erleben von Unbewusstheit 

2) Erkenntnis: es gibt kein Formenwelt-Ich                        Erleben von Illusionen

3) Hingabe und Liebe zu einem Schöpfer                           Erleben von Ohnmacht/Begrenztheit

4) Erkenntnis der Wirkung von Glaubenssystemen             Erleben von Wirksamkeit

5) Krise  - die dunkle Nacht der Seele                                 Erleben von Unvollkommenheit/Trauer

6) Aufdämmern einer transzendenten Welt                         Erleben von Wissen

7) Erkenntnis der eigenen  Schöpferkraft                            Erleben von Macht

8) Krise - der dunkle Tag der Seele Erleben von Versagen, Tod

9) Rückzug aus der Formenwelt                                           Erleben von Intelligenz

10) Aufgabe von Wissen-Wollen                                           Erleben von Ganzheit

11) Erkenntnis der Natur der Formenwelt                            Erleben von Erkenntnis

12) Erwachen / Transzendenz  / Rückkehr                            Erleben von Sein

13) bewusst-aktives Sein in der Formenwelt                        Erleben von bewusstem Handeln

In dem wir uns ab 7. als ein „Schwingungswesen“ begreifen, sehen wir auch das Universum als eine Schwingungsform an und es wird immer klarer, dass alle Unterschiede auf gelernten Formenwelt-Regeln beruhen. Dann wird auch die Wirkung der intelligenten elektromagnetischen Felder erklärbar, von denen die Quantenphysik seit Jahrzehnten spricht. Das Gesetz der Resonanz rückt  aus dem magisch-mystischen in den kausalen Bereich. Aber all das ist nur ein weiterer Schritt in der Selbsterkenntnis von Ψ, der sich in unserer Welt so auswirkt. Da Ψ und Mensch synonym sind, darf man sagen: Es handelt sich um eine Bewusstseinserweiterung des Menschen. So ist "Mensch" ein Objekt in der Erkenntniswelt von Ψ, das als Ausdruck der Veränderung von Ψ entsteht und den Weg aus der „kosmischen Unbewusstheit" in die „kosmische Bewusstheit" sichtbar macht.

 

In diesem Sinne sind "wir" Menschen mit unserer ganzen erfahrenen Schöpfung und unseren Ideen über Evolution, Wissenschaft und Philosophie ein Gedankenobjekt, das unweigerlich im Erkenntnisprozess von Ψ entstehen muss. Indem wir uns über uns selbst bewusst sind, ist es Ψ ebenfalls. Es ist dann nur noch eine Frage der "Zeit" wann wir uns die Hände reichen und die Trennung aufheben. Wir haben schon heute Teil an der "Herrlichkeit Gottes", hatten es schon immer und es wird sich nicht ändern.

 

Bifurkation:
Die Fragestellung bestimmt die Antwort.

Die linearen und vorhersehbaren Prozesse, Linien, Wellen und Regelmäßigkeiten in der Schöpfung treten nur auf einem makroskopischen Niveau auf. Dies ist eine Erkenntnis der neuen Physik. Die  Regeln der "newtonschen Physik" stellen das Zusammenwirken von unzähligen Quantenereignissen dar, die sich der menschlichen Wahrnehmung  als genau diese Gesetze und Konstanten zu erkennen geben. Mit dieser Aussage wird das Glaubenssystem eines berechenbaren Regelwerkes untergraben, denn die Erkenntnisse der Quantenphysiker sagen aus: Der Beobachter bestimmt, wie sich die Quantenebene verhält! Es ist die Fragestellung, die die Antwort hervorruft. Oder anders ausgedrückt, jede Antwort als auch jede Frage sind im Bewusstsein zeitgleich vorhanden und es ist die Wahl des Beobachters, welche Beziehung zwischen ihnen manifest wird. Wird die Wahlmöglichkeit des Beobachters nicht durch ein fixiertes System eingeschränkt, sind chaotische Beziehungen möglich. In den letzten Meilensteinen des Erwachens zum kosmischen Bewusstsein lösen sich auch die  Glaubenssysteme auf, die eine physikalische Relevanz haben. Bis in die Tiefen der Quantenphysik kommt es zu Erkenntnissen, die die Unumstößlichkeiten der Wahrnehmung durchweichen und sie als Kreation einer perfekten Illusion entlarven. 

Es gibt einen Punkt an dem  Ψ entscheidet, ob der eingeschlagene Weg weiterverfolgt wird oder ganz etwas anderes geschieht. Dieser Punkt hat einen historischen Namen: "Armageddon" oder "Jüngster Tag". Es ist der Moment der kosmischen "Ich" Erkenntnis und damit der Erkenntnis, dass das gesamte Erleben des Menschen eine holografische Illusion, des sich entwickelnden Ψ ist. Dies ist ein unabwendbarer Schritt in der Entwicklung. In der Erkenntnis, dass  Ψ  sich selbst als Ausdruck seiner kreativen Schöpferkraft erschaffen hat, liegt eine unermessliche Ekstase. In der Erkenntnis, dass Ψ selbst, ein sich selbst gewahrseiendes Bewusstsein kreiert hat, liegt auch Möglichkeit der Auflösung dieses Bewusstseins begründet. Es kann ein sprunghaftes plötzliches Erwachen von Ψ geben oder ein allmähliches Aufdämmern. Da die meisten Schöpfungsprozesse in Sprüngen oder rückgekoppelten „Schwellwert-Effekten“ geschehen, ist die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Erwachens größer. Eine Vorahnung davon erleben wir in der Meditation, wo Änderungen ganz ohne Vorwarnung und plötzlich geschehen. Ein Blick auf das Glaubenssystem "Quantenphysik" zeigt Ähnliches. 

Dieses "Armageddon" ist jedoch für die Formenwelt nicht in jedem Fall bedrohlich. Es bezeichnet letztlich nur den Moment, in dem Ψ seine Illusionen durchschaut und sie als seine eigenen Kreationen erfasst. Dieser Erkenntnisprozess katapultiert Ψ in seine eigene Erlebenswelt in der es handelnd mit seinen Kreationen umgeht. Dies wird in der Formenwelt in kürzester Zeit zu einem großen Zuwachs an Bewusstheit führen. Es ist die Geschwindigkeit dieses Vorgangs, der in der Formenwelt zu problematischen Situationen führen kann. In der Formenwelt wird das Handeln von Ψ durch Synchronizitäten sichtbar, die "nicht-lokale" Ereignisse begreifbar miteinander verbinden. Werden diese Ereignisse häufiger, erkennen die Formen, dass es keine Zufallsereignisse gibt und eine höhere Intelligenz das Zusammenspiel steuert. Die Zufälligkeit verschwindet und im Menschen erhärtet sich die bewusste Weisheit eines erwachten Wesens: das kosmische Bewusstsein. 

Gleichzeitig erkennt die Form "Mensch" auch, dass sie die eigenen Gedanken nicht hervorbringt, sondern sie wahrnimmt. Die holografische Form erkennt, dass "ihre" Gedanken und Gefühle in einer Wahrnehmung wurzeln und nicht originär von ihr erzeugt werden. Damit bricht auch der letzte Unterschied zwischen Ψ und seiner holografischen Erscheinung zusammen. Der Glaube an eine Eigenmächtigkeit im Kontrast zum Willen von Ψ erlischt. Das bisher dringend notwendige Ego der Form löst sich mit der Übernahme der Form durch Ψ auf und damit die Definition der Form als ein eigenständiges Objekt. Das gesamte Hologramm der Schöpfung kehrt damit zurück in den Schöpfer und der Schöpfer wird sich seiner eigenen Existenz in einer holografischen Form bewusst.

alles liebe

Hans

(c) Hans Rosegger 2018