Der Trick der Ungeduld

 

Der Trick der Ungeduld

Die Ungeduld, die uns manchmal befällt, ist ein Trick unseres nimmersatten Tamagotchis. Wenn sich etwas nicht „schnell genug“ manifestiert, dann liegt der Gedanke zugrunde, dass das JETZT nicht gut genug ist und dass deshalb etwas verändert werden muss. In Wirklichkeit ist das Jetzt jedoch die wirkliche Manifestation deines Wesens. Wie sollte da also etwas sein, das verändert gehört?

Erst wenn du begreifst, dass die Zeit eine Erfindung deines Verstandes ist, damit er alles auf die „Reihe“ bringen kann, wirst du auch erkennen, dass die Manifestation von Dingen, Umständen und Prozessen unmittelbar - instantan - ist. Deshalb entspricht „das was jetzt ist“ immer und ohne Ausnahme dem tatsächlichen Zustand deiner Selbst und damit deiner Wirklichkeit. Du kannst im Jetzt gar nicht anders sein, als du bist und du kannst keine anderen Wünsche und Gedanken haben, als die, die du gerade hast.

Und was du gerade jetzt bist, ist die Summe deiner Existenz. 

 

In dem Moment, wo du dir Wünschen und Gedanken bewusst wirst, kannst du sicher sein, nicht mehr im Hier und Jetzt zu sein. Wünsche und Gedanken entstehen aus dem Geflecht deiner Existenz - die Alten nannten das dein "Karma". Dieses Karma ist das geistige Äquivalent deines Fleisches. Es ist die Textur all deiner Existenzerfahrungen. Karma ist keine Last oder Strafe, sondern eine Lebensaufgabe. Dieses Geflecht hat eine bestimmte emotionale Färbung, so wie sich ein Wolle weich anfühlt oder Seide glatt und diese Färbung steht im Licht des „Absoluten“ – dem Licht der göttlichen Quelle. Aus dieser durchstrahlten Färbung, diesen Schlieren auf der Linse, entsteht deine seelische, wesenstiefe Motivation, dem Licht der göttlichen Quelle gleich zu werden. Du möchtest diese Färbung wieder verlieren und heimkehren zur Quelle. Du möchtest die Trennung von ihr wieder aufheben.  Diese Färbungen erleben wir als Menschen in Form von Wünschen, Gedanken, Bedürfnissen und Wahrnehmungen.

Sie sind der Ausdruck des sich drehenden Rad des Lebens, das jede relative bzw. individuelle Existenzform meistern muss, um wieder in den absoluten Ursprung zurückzukehren. Erst wenn die individuelle Form loslässt und sich hingibt, also alle Möglichkeiten einer weiteren Färbung aufgibt, kann diese „Heimkehr“ erfolgen. Ein Eintauchen in das interdimensionale, absolute Sein ist nur in der Formlosigkeit, dh. in der Aufgabe jeglicher Bewusstheit möglich. Das ist das "Opfer", das das Tamagotchi bringen muss, um wieder mit seinem Wesen eins zu werden.

 

Daraus folgt, dass wir umso entfernter von dieser Heimkehr sind, je mehr Wünsche, Gedanken, Bedürfnisse und Wahrnehmungen wir haben. Ebenso folgt daraus auch, dass wir durch eigenes Handeln jeglicher Art dieser Heimkehr nicht näher kommen können. Wir können uns nur durch Nicht-Tun, Nicht-Denken und Nicht-Verstehen diesem Ziel nähern. Wie eine Blüte, die sich vertrauensvoll dem Strom des Wasser im Bach hingibt, der sie trägt. Letztendlich bleibt nur noch eine unbewusste Sensibilität, die von innen heraus gesteuert, uns das Richtige tun lässt. Aber dann hat das Wort "uns" bereits keine Bedeutung mehr, weil alles Individuelle bereits aufgegeben ist.

 

Damit wir aber diese Erfahrung des "stirb und werde", des bewussten Aufgebens unserer Persönlichkeit machen können, müssen wir, wie alle Lebensformen, ein individuelles Leben leben, in dem genau dieses subjektive eigenständig persönliche "Ich" aufgebaut wird. Denn wir können genau so wenig etwas loslassen, was wir nicht kennen, als wir so etwas suchen könnten. Als Menschen erzeugen wir uns deshalb den Tamagotchi Avatar, der uns eine Existenz im Quantenuniversum ermöglicht. Wir geben ihm eine  Persönlichkeit und identifizieren uns völlig damit. Dann, zu einem von unserem inneren Wesen bestimmten Zeitpunkt, trachten wir wieder danach, diesen "Ego"-Kern loszulassen. Diese Erfahrung ist sehr individuell - eben weil alle Ego-Kerne einzigartig sind. Jeder Mensch braucht für diese Erfahrung "seine" Zeit. Der ein braucht länger, der andere kürzer. Manche lassen direkt los, andere verlieren sich lieber in weiten Spiralen, aber alle kommen ans Ziel. Alle machen irgendwann die gleiche große Erfahrung und jeder erlebt sie auf seine Weise, zu dem für ihn richtigen Zeitpunkt. 

Wenn du jetzt noch in Betracht ziehst, dass nur das individuelle in dir, das kleine "ich", Zeit wahrnimmt, dann wirst du auch nachvollziehen können, dass sogar die Geburt in dein jetziges Leben mit dem zusammenhängt, was du erst "viele Leben später" noch tun wirst. (Verzeih mir den Ausdruck: "viele Leben später". Es sind keine aufeinanderfolgenden Leben wie du sie kennst, sondern eher Wahrscheinlichkeits-Potentiale von Lebensmöglichkeiten, die sich parallel abwickeln, je nachdem, wie du dich entwickelst.) Ebenso ist die Geburt in dein jetziges Leben, die Folge solcher parallel ablaufenden Lebenswahrscheinlichkeiten. Die Geschichte einer sequentiellen Zeit, in der ein Augenblick auf den anderen folgt ist eine Illusion! Was wir als Vergangenheit kennen sind "nur"  bewusst gewordene Muster, Strukturen und Manifestationen unserer Gesamtexistenz. Sowohl als Individuum, als auch als Kollektiv und als die eine Quelle.

 

Du würdest nicht bis hier her gelesen haben, wenn du nicht auf einem (Resonanz) Weg wärst, der dem meinen gleicht oder gar damit übereinstimmt. Daher kommt dir das alles jetzt wahrscheinlich sehr nahe vor oder du weist es strikt von dir. Beides ist ok. Du wirst aber ganz sicher einmal ein Jetzt erfahren, das heute schon seine Wellen in dein Leben schickt. Eine der zentralen Erfahrungen deiner Interdimensionalität ist die, dass du die Wellen deiner Zukunft heute schon spüren kannst, weil sie immer schon sind. Das ist sicher verwirrend, aber behalte deinen Geist offen und erlaube dir solcherart Erfahrungen. Die Zeit ist keine gemächliche lineare Dimension, die du nur in einer Richtung erleben kannst. Sie st wie alles Geschaffene multidimensional. 

 

Du und ich und alle, die dein Hier und Jetzt bevölkern, sind bereits in die eine Quelle eingetaucht. Wir waren nie daraus entfernt. Die Erschütterung des "ich, du, wir, ihr, sie" Gedankens hat nicht nur dein eigenes Wesen erfasst, sondern hat sich in der ganzen Schöpfung verbreitet. Denn obwohl immmer  wieder das eine "Gott" geboren wurde, hat es den Gedanken der Trennung aufgenommen,sich in seiner individuellen, relativen Form erkannt und darüber seine Einheit vergessen. So einfach ist das.

Deshalb brauchst du keine Angst zu haben, wenn du dich dieser Erschütterung jetzt wieder in vollem Bewusstsein näherst. Du hast es bereits hunderttausende Male erlebt und immer wieder auch "überlebt". Jedes Mal ein wenig bewusster, ein wenig mehr "Gott". 

"Ich" oder besser, dasjenige, was hier schreibt sieht dich bereits jetzt schon als den lichtvoll strahlenden Engel, der du in Wirklichkeit bist, auch wenn du dich noch in deiner irdischen Form versteckst.

 

Denk mal darüber nach:

Alles ist deine Phantasie, doch das darfst du nicht gering schätzen, denn dieses "Alles" ist die göttliche Schöpfung. Auch wenn aus der Sicht des irdischen Verstandes "alles" als Halluzination abgetan werden kann, ist es doch die einzige Realität, die wir haben. Genau dieses Jetzt und Hier. Es ist das Leben in der göttlichen Relativität, der nur die göttliche Absolutheit entgegensteht. 

anders ausgedrückt: Es ist die Bewegung des Christus (des göttlichen Logos) im Absoluten. Das bringt die relative Welt hervor, die nur aus Phasenverschiebungen besteht, die wir als „Gefühle“ oder „Gewahrsein“ für-wahr-nehmen.

Es spielt überhaupt keine Rolle ob wir das als Realität oder als Phantasie ansehen, denn es hat die Eigenschaft absoluter Wahrheit, weil es die Wirklichkeit selbst ist. Die vielfältigen Unterschiede entstehen nur durch die subjektiven Ansichten unserer Persönlichkeiten.

 

Und wenn du das jetzt in seiner ganzen Tragweite verstehst, dann wirst du dich freuen, denn es ist die vollkommene und vollendete Erlösung. Diese Freude wird sich so entwickeln, wie dein Verstand sich von den Dingen zurückzuziehen und du erleben kannst, was die Dinge deines Lebens wirklich sind. 

Und so ist es. Sicher.

 

alles liebe

Hans