Die Kraft der Liebe

Artikel vom 9.8.2020

 

Die Kraft der Liebe

 

Was wissen wir schon über die Liebe? Für die meisten von uns ist Liebe ein Gefühl, dass wir in  

der Eingebundenheit in unsere Gefühlswelt erleben. Wir können uns kaum vorstellen, dass Liebe etwas vollkommen anderes ist, als das, was wir fühlen und erleben. Natürlich ist Liebe grundsätzlich daran beteiligt, wenn wir eine Beziehung eingehen. Aber sie ist nicht der aufschäumende Hormonhaushalt, der sich einstellt, wenn eine neue Beziehung beginnt oder eine alte endet. Alles, was wir üblicherweise von Liebe wahrnehmen, ist ein Drogen-Cocktail unserer Körpersäfte, der auf chemischer Basis Hochstimmung oder Niedergeschlagenheit erzeugt. Mit der grundlegenden Liebe, der kosmischen Kraft "Agape" hat das aber nichts zu tun. Alles was in menschlichen Beziehungen abläuft, erfahrbar und  und spürbar ist, ist eine Rückwirkung, ein Lerneffekt, den wir von dieser universalen Kraft über unser gespiegeltes Selbst erhalten. Über diese "Liebes-Illusionen" möchte ich heute nicht sprechen. Wir wissen schon lange, dass unsere Partnerwahl auf Duftstoffen und chemischen Abläufen basiert, die wir im Gegenüber suchen und wahrnehmen. So finden wir den zu unserer DNS am besten passendsten Gen-Partner. Zum Erhalt des Genpools der Spezies setzen dann die sexuellen Triebkräfte ein und klar, wir erleben eine schöne Zeit. Alles andere ist sozialisiert.  

 

Die Liebe, von der ich heute sprechen will hat damit nichts zu tun. Diese Liebe, bzw. die Kraft, die sie darstellt, ist vollkommen transparent. Sie ist so klar und durchsichtig wie der Raum, in dem sich unsere Welt befindet, in dem sich unser Leben abspielt und den wir normalerweise gar nicht wahrnehmen. Sie ist so normal da, wie die Zeit oder das Wetter. Sie ist jedoch die Kraft, die die Schöpfung zusammenhält und dafür sorgt, dass alles so eintritt, wie es eintreten muss, damit wir unsere Welt so erleben, wie wir es tun. Diese Agape bildet das feine Gewebe, das wir als unser Leben bezeichnen.

 

Im Licht dieser Liebe erscheinen wir, als in ihrem Strahlen tanzende Staubflocken. Sie bringt uns in die Existenz und projiziert unser Wesen in die Welt, sodass wir wahrgenommen werden und selbst wahrnehmen können. Alle Projektionen erscheinen uns natürlich als von uns getrennte Teile. Das verdanken wir unserem dualen Bewusstsein, dass nichts erkennen kann, wenn es keinen Kontrast gibt. Unser eigener Spiegel des Bewusstseins zerlegt die Projektion der Liebe in die unzähligen Objekte der Welt, mit denen unser Verstand dann hantieren und sich daran erfreuen kann.

 

Doch was immer Du auch definierst: Körper, Materie, Elektron, Energie, Vakuum, Seele oder Engel - du zerlegst damit das ungeteilte Wesen Gottes, welches sich selbst durchstrahlt und im Vergessen seiner Selbst, unserem Leben erlaubt, in Erscheinung zu treten. Dieses eine Ungeteilte erfährt sich als Selbst in der individualisierten Form und bringt sich so in die fühl- und erfahrbare Existenz der Schöpfung ein. Dieses erfahrende Selbst sind wir. Jeder einzelne Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jede Kombination im Universum. Wir lieben dieses Spiel des Fühlens und je mehr wir fühlen wollen, desto mehr trennen wir uns von der Agape, der kosmischen Liebe, ab. So werden wir zu Individualitäten, die in Beziehungen zu anderen Objekten stehen. Jedoch hält sich diese Illusion nur so lange, wie es ein Wesen gibt, das von der Liebe in die Existenz projiziert werden kann. Jedes Wesen in dieser Welt ist eine Projektion aus Widerständen, Ängsten, Wünschen und Träumen. Werden diese Widerstände, Ängste, Wünsche und Träume schwächer und unser Ego, unsere Tamagotchi-Existenz, löst sich im Lichte der Erkenntnis allmählich auf, verlieren wir mit zunehmender Klarheit an Substanz. Letztendlich lösen wir uns in die Klarheit der alles durchstrahlenden Liebe auf. Es gibt dabei weder ein Ankommen noch eine Entwicklung. Nur ein Aufscheinen und Auflösen von Strukturen, die sich in der Agape gebildet haben und die darin wieder verschwinden. In der Erfahrung der kosmischen Liebe, verschwindet das, was wir als Mensch bezeichnen. Dann ist allerdings niemand mehr da, der irgendwohin verschwinden könnte. 

 

Die Höherdimensionalität der Seele

Die Seele als Struktur der Agape besteht in unserer Annahme aus vielen Individuen, die wir als ihre Teile verstehen. Und obwohl die Seele eher als ein untrennbares Geflecht liebender Energien innerhalb der kosmischen Agape anzusehen ist, kommen wir mit dieser Ansicht der Wirklichkeit schon sehr nahe.

 

Wenn du einen drei dimensionalen Würfel in einen vier dimensionalen Würfel verwandelst, dann entsteht im dreidimensionalen Raum für jede Seite des Würfels ein neuer Würfel in der gleichen Größe. Also 6 Würfel, die sich gegenseitig im Raum durchdringen und gemeinsam durch die Zeit reisen. Jeder der Würfel ist in der dreidimensionalen Welt eine eigenständige Erscheinung, mit seinem eigenen Schicksal in der Zeit, seinem eigenen Anspruch an Raum und seinem Recht auf Veränderung in seiner Existenz. Und obwohl alle sechs Würfel getrennt und individuell erscheinen, sind sie doch in der vierdimensionalen Welt ein einziges Ding und innigst miteinander verbunden. Jede Änderung an einem der Würfel, erzeugt kausal nachvollziehbare Änderungen an allen anderen. Diese Beziehung in vier Dimensionen erzeugt die atomaren und chemischen Reaktionen, die uns in dieser Realität dann erkennen lassen, dass wir zueinander gehören. Wir fühlen uns auf magische Weise zueinander hingezogen. Das Magische daran ist eben die dreidimensionale Illusion, die eine vierdimensionale Tatsache ist. 

So sind alle Wesen über die Liebe miteinander verbunden. Sie erleben, was sie glauben und alle anderen spielen dieses Spiel mit, damit der individualisierte Seelenteil erkennen kann, was er gerade glaubt und wie sich das auswirkt.

Die Schmerzen oder Freuden, die sie dabei vielleicht empfinden sind ihre eigenen chemischen Kreationen, die aufgrund ihrer Prägungsmuster, in ihrem Gehirn gebildet werden. Doch nicht nur sich selbst fügt ein Seelenteil dieses Empfinden zu. Es wird von allen zugehörigen Teilen des gleichen Wesens gemeinsam mitempfunden. 

 

Es ist an dir, multidimensionale Seele, diesem Treiben ein Ende zu bereiten und die alten Glaubensstrukturen durch Umlernen außer Kraft zu setzen. Auch, wenn das heute nicht gerade populär ist: KEIN Gefühl verträgt sich mit Klarheit, mit der wirklichen Liebe. Weder das sogenannte Positive, noch das sogenannte Negative. ALLE Gefühle sind Schlieren im Licht der Liebe. Daher lehrte der Buddha das Nicht-anhaften an weltlichen Ereignissen. NICHTS zu fühlen ist aber einem Menschen nicht möglich. Er kann sich selbst etwas vormachen, indem er seine Gefühle rationalisiert, aber das ist ein schlechter Weg und ein Verrat am menschlichen Wesen.

Es gehört zur Ehre des Mensch-seins dazu, dass wir fühlen. Wir haben das Recht und die Ehre , sowohl die Chemodrogen für den Schmerz, als auch für das Glück zu produzieren und damit die Dimensionen des Fühlens zu bereichern. 

Höre einfach auf, dir einzureden, dass du nicht loslassen kannst, denn Du kannst alles loslassen, was du nicht mehr brauchst. Und du kannst etwas NUR dann loslassen, wenn es für dich keine Bedeutung mehr hat. Solange etwas noch eine Bedeutung für dich hat, kannst du es gar nicht loslassen. Wie wolltest du sonst lernen, dass etwas keine Bedeutung für dich haben könnte? Auch wirst du nichts loslassen können, was eine seelische Bindung zu dir hat. Es wird in der einen oder anderen Form immer wiederkehren, ob du das willst oder nicht.

All Deine Wünsche und Phantasien darüber wie die Dinge sein sollten oder könnten und deine Bewertungen haben einen massiven Druck in Dir entstehen lassen. Nun hast du Angst den Deckel vom Topf zu heben, weil du befürchtest, dass dir alles ins Gesicht springen würde, was du als NICHT-Liebe ansiehst. Doch alles was dich anspringen könnte sind deine Erinnerungen an vermeintliche Fehler in der Vergangenheit. Die allesamt notwendig waren, um den jetzigen Augenblick werden zu lassen. Mach dir klar, dass die Kraft des Anhaftens nur aus der Angst besteht, etwas zu verlieren. Doch verlieren kannst du in deinem Universum nicht. Ohne deine Bewertungen erscheinen die Dinge, Gefühle und Erfahrungen ganz anders und werden bedeutungslos, wenn du erkennst, dass alles für dich Gute immer da ist.

 

Deshalb sorge erst einmal dafür, dass du erkennen kannst, dass du dich immer im Besten aller Zustände befindest. Auch wenn sich das nach menschlichen Maßstäben gerade nicht gut anfühlen sollte. Beobachte, wie durch die Akzeptanz dieser Einstellung sich dein Leben beginnt zu verändern. Es wird vertrauensvoller, intensiver und tiefer, während es gleichzeitig sphärischer und weniger materiell ausgerichtet wird. Du wirst auf diesem Weg sehr schnell klar und dann löst sich etwas in dir auf, von dem du niemals geglaubt hast, dass es sich auflösen könnte. Dann, und erst dann, sorge dich um die Welt. 

Denn da ist nichts, was Du verbessern könntest, nichts, das nicht bereits in vollkommener Perfektion existiert. Wenn du selbst nicht mehr erkennbar bist, dann kannst du dich um die Schlieren der anderen kümmern, falls es so etwas dann noch geben sollte. Und versuche niemals jemandem etwas aufzuzwingen. Jeder Versuch einem anderen etwas aufzuzwingen, endet damit, das dir selbst etwas aufgezwungen wird. Wenn du dich in Deinem So-Sein voll und ganz annehmen kannst, dann gibt es keinen Grund mehr jemanden anderen zu verändern. Erstens weißt du dann, dass der Andere sowieso DU bist und zweitens wirst du ganz einfach nichts mehr erleben, das ein Aufzwingen erfordern würde. 

 

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Solange Du glaubst, das Du so wie Du JETZT bist, vom Universum nicht so gemeint bist, solange zwingst du dir einen fremden Willen auf und solange wirst Du die Ergebnisse dieses Zwanges in Deinem Leben erfahren.  

Der eigene Wille ist etwas Feines, aber wie gesagt, jede Modulation der Liebe erzeugt eine Schliere, ein Objekt. Das ist Schöpfung. Die Schöpfung ist bis zu ihrer Auflösung mit dem Schöpfer verbunden. Löst sich der Schöpfer auf, lösen sich seine Schöpfungen auf. Versucht der Schöpfer seine Interaktionen mit der Liebe zu minimieren, kann er lernen sich auf sie einzulassen und mit ihr in Resonanz zu kommen. Damit hören in ihm die Modulationen auf. Es entstehen keine Schlieren mehr, aber es gibt auch keinen Eigenwillen mehr. Alles ist transparent und zur uranfänglichen Quelle heimgekehrt. 

 

Jetzt wirst du fragen: Warum sollte ich das tun? Warum sollte ich die mühevolle Arbeit auf mich nehmen, mich selbst zu transzendieren? Nun, der Mensch ist nicht nur zum Spaß in seiner Welt und die Schöpfung entbehrt nicht einer immanenten Logik. Deine Welt ist auch deine Abschlussklasse. Hast du das vergessen? Hier graduieren Schöpfer mit unbegrenzten Fähigkeiten. Nichts kann dem menschlichen Willen widerstehen. Wir können das gesamte Universum ins Unglück reißen und wir haben das oft genug getan. Es ist jetzt an der Zeit den Bewusstseins-Quantensprung zu machen. Vom Menschen, in dem der Gott schläft, hin zu einem Wesen in dem Gott erwacht ist und handelt. Das geht aber nur wenn wir bereit sind unser bisheriges SEIN in das aufzulösen, was wir bisher als 'Gott' angesehen haben. 

Das geht nur mit unendlichem Vertrauen in das einzige, was wir zur Zeit von Gott wahrnehmen können: die wirkliche, un-konditionierte Liebe. Das Erwachen der kosmischen Fähigkeiten in uns Menschen erfordert zwingend, dass wir uns diesem Umstand bewusst sind, denn nur mit diesem Bewusstsein ist es möglich, die Kräfte sinnvoll einzusetzen. Alles andere wird sich selbst vernichten und das meine ich wörtlich. Das Armageddon spielt sich ganz individuell in jedem Selbst ab, wenn die kosmischen Kräfte einströmen und das vorhandene Glaubenssystem an den Tag bringen. Jeder erlebt dann seine Realität, in der sich seine inneren Werte und Überzeugungen spiegeln. Ich denke, nun verstehst du, warum die kosmische Liebe aus deinem Wesen dein Leben entstehen lässt.