Gehen auf dem Weg

Gehen auf dem Weg

 

Die Frage „Wer bin ich und woher weiß ich das“ vernichtet alles intellektuelle Wissen über die eigene Person und vergeht schließlich selbst im aufscheinenden Strahlen des Wesenskerns. Dann herrscht Selbstverwirklichung, denn das Selbst des Menschen ist identisch mit dem Schöpfer.

Dies sind große Gedanken, die aufgrund des im Bewusstsein angesammelten Wissens, zunächst von diesem abgelehnt werden.  Das im Bewusstsein wurzelnde "ich" möchte seine Eigenständigkeit behalten und nicht im größeren Selbst aufgehen. Um das zu erreichen hat es eine große Palette raffinierter Gedankenfallen parat, die es mit großer Wucht anwenden kann.

 

Wenn solche Sabotage-Gedanken auftauchen, dann denke sie nicht zu Ende, sondern frage beständig: "Wem kommt dieser Gedanke?" Es spielt keine Rolle wie viele solcher Gedanken auftauchen. Sobald sie sich bilden, frage dich:

„Wem kommt dieser Gedanke?“ Die Antwort lautet immer: „mir“. Dann frage weiter: „Wer bin ich und woher weiß ich das?“. Wenn du auf diese Art immer wieder zum Ursprung zurückkehrst, verblassen alle Gedanken. Wenn du das immer wieder machst, wird das Bewusstsein aufhören in den Beziehungen herumzuturnen und immer häufiger an seiner Quelle bleiben.  

Du wirst alles selbst erfahren, was ich hier niedergeschrieben habe und du wirst erfahren, wie das subtile Bewusstsein durch den Verstand und die Sinnesorgane nach außen gerichtet, die Formen der Welt erscheinen lässt. Bleibt es aber nach innen gerichtet, verschwinden alle Begründungen, Erklärungen und auch der  "ich" Gedanke vergeht. An seiner Stelle kann dann die Sonne des ewigen Selbst aufgehen.

 

Ich sage heute, dass es kein besseres Mittel gibt, als die Frage nach dem "Wer bin ich?", um das Bewusstsein schnell und dauerhaft zu beruhigen und den Geist zur Ruhe zu bringen. Andere Methoden bringen es unter Kontrolle, aber da es sein Wissen nicht auflöst, wird es sich früher oder später wieder erheben. Je intensiver man sich der Frage nach sich selbst hingibt, desto schneller wird man Antworten erhalten. Je schneller man diese Antworten wieder loslässt, desto demütiger wird das Bewusstsein und klopft ganz von allein an das Herz, wenn es nicht mehr weiter weiß. Das Herz öffnet das Tor der Gnade, egal welchen Lebensweg ein Mensch beschritten hat. Egal welche Schuld oder Sünder er vermeintlich auf sich geladen hat. Das Herz ist das Tor im Menschen, durch das er zu seinem Ursprung zurückkehren kann. Das Herz nimmt ihm die Bürde seines Bewusstseins, das von der Droge "Dualität" abhängig ist. Das Herz öffnet den Kanal, der die Liebe des Selbst einfließen lässt und den Menschen verherrlicht. So war es schon immer - so wird es immer sein.

 

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der ganze Weg wäre unnötig, wenn sich das Bewusstsein allein von seinen Wissens- und Glaubensinhalten befreien könnte. Doch das kann es nicht, weil es wie der "ich"-Gedanke keine eigenständige Existenz hat. Es ist abhängig vom schöpferischen Geist, der als einziges ist. In Wahrheit existiert nur dieser eine Geist, das Selbst, des Alles-was-ist. Welt,  Bewusstsein und Geist sind nur Objekte im Selbst, wie das Farbenspiel, das man in einem Prisma sehen kann. Alle drei Objekte erscheinen immer gleichzeitig und verschwinden so auch wieder. Im Selbst gibt es nur Gewahrsein und überhaupt keinen Gedanken. Das nennt man „Stille“. Das Selbst ist der Geist,  das Bewusstsein, die Welt und die erste Kreativität. 

Tat tvam asi:  Das bist du. 

Auf diesem Weg der Erkenntnis, gibt es jedoch ein großes Paradox. Es ist nämlich unmöglich die letzte Erfahrung des "Tat tvam asi" bewusst zu erleben. Sie ist mit einem aktiv arbeitenden Bewusstsein nicht zu erreichen und erscheint deshalb als unerreichbar. Erst die Gnade des Selbst, das den Suchenden aufnimmt, öffnet ihm das Tor zum reinen Gewahrsein. Dieser Zustand wird deshalb auch "Samadhi" oder "Satori" genannt. Er kann nicht durch Aktivität oder Nicht-Aktivität erreicht werden, denn er befindet sich außerhalb der Reichweite von Bewusstsein. Deshalb ist eine Verwirklichung etwas völlig anderes als ein intellektuelles Erfassen oder eine Intuition. Verwirklichung ist das Aufscheinen des Selbst im Menschen. Dieses Aufscheinen erfolgt anfangs sehr kurz und wird mit der Zeit länger. Es verwandelt den Menschen. Jedoch ist diese Verwandlung weder in Worte zu fassen, noch mit irgendetwas aus dem Erfahrungsschatz dieses Menschen vergleichbar. Daher zeigt sich das Eintreten des Selbst in den Menschen in einem betroffenen und demütigen Verstummen, während für jeden sichtbar ein Aufleuchten seiner Erscheinung eintritt. Diese Wesensveränderung kann unmerklich oder dramatisch verlaufen. Bleibt der Mensch auf seinem eingeschlagenen Weg, wiederholen sich die Momente, in denen er das reine Gewahrsein erfährt, bis sie letztendlich dauerhaft werden und er vollständig und unumkehrbar in das große Selbst eingeht.    

 

alles liebe

Hans

 

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Ich bin reines Gewahrsein

Ich bin reines Gewahrsein. 

 

Im ersten Teil sagte ich: "Das Bewusstsein muss ruhen. Damit ist gemeint, dass das Bewusstseins weitgehend inaktiv bleiben muss, damit die Erfahrung des Schöpfers gemacht werden kann. Das makellose Glück kann nur erfahren werden, wenn es keine Relativität mehr gibt. Nur wenn das Bewusstsein ruht, kann die Wirklichkeit des Geistes aufsteigen."

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass es ohne Bewusstsein auch kein Gewahrsein gibt. Das Bewusstsein ist immer mit einem "ich" Gedanken verbunden: Ich HABE ein Bewusstsein oder ich denke oder ich bin Bewusstsein. Deshalb verschwindet der Ich-Gedanke, wenn das Bewusstsein zur Ruhe kommt. Dann tritt das "reine Gewahrsein" in Erscheinung und eine neue Art des Erfassens beginnt.

 

Frage ich mich also tief genug wer ich bin, folgt unweigerlich die Antwort: "reines Gewahrsein". Dieses Gewahrsein ist leer und bewegungslos. Sobald es sich aber bewegt entsteht in ihm sofort eine Formkraft: Bewusstsein. Mit dem Entstehen von Bewusstsein, entsteht auch die Realität der Welt. Die alte Bezeichnung "Sat-Chit-Ananda" gibt dafür auch bereits den Hinweis, dass es sich hierbei um eine sich selbst bedingende Trinität handelt, die keinem zeitlichen Prozess folgt.

Wenn Ananda ist, ist auch Chit und ist auch Sat. Diese drei Komponenten stehen in einem nicht-lokalen und nicht-zeitlichen Zusammenhang, der unser gewohntes kausales Denken herausfordert. Ihre Abfolge ist für uns jedoch auch ein Hinweis auf einen Prozess, den wir als Raum- und Zeit behaftete Wesen einleiten müssen, um zu dem zu werden, was wir wirklich sind. Es ist an dieser Stelle der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeit geschuldet, dass es klingt als ob dieser "Prozess" sich in Raum und Zeit abspielen würde. Doch dem ist nicht so. Es kommt dem "Gehenden auf dem Weg" nur so vor. Es ist Teil seiner Illusionen, die er sich von seiner wahren Existenz macht. Diese Illusionen enden, wenn das Bewusstsein aufhört immer neue Objekte zu erfinden und damit immer neue Variationen der Realität entstehen lässt. Alle diese Realitäten, alle objektiven und subjektiven Welten, alle Illusionen hören in dem Augenblick  zu existieren auf, indem das Bewusstsein zur Ruhe kommt, inaktiv wird und der Geist still und strahlend  in reinem Gewahrsein aufscheint.

 

Solange jedoch die Verwechselung der Illusion des Bewusstseins einer objektiven Welt mit den "Kräuselungen auf dem reinen Gewahrsein" des Geistes andauert, ist es unmöglich, dass sich das wahre Wesen, das Selbst oder der "Schöpferkern", zeigt. Damit wir erkennen können wie "Geist" wirkt, muss der Spiegel des Bewusstseins vollständig klar und ruhig sein. Nur so können wir "Geist" als die Kraft erkennen, die sich in "Kreativität-Information-Welt" manifestiert. (Richtiger ausgedrückt: Damit ES sich selbst erkennen kann wie ES als "Geist" wirkt, muss der Spiegel des Bewusstseins vollständig klar und ruhig sein. Nur so kann ES sich als die Kraft erkennen, die sich in "Kreativität-Information-Welt" manifestiert.)  Zuerst erschafft das reine Gewahrsein Kreativität, die wir als Bewusstsein erleben und in dem Information zu Wissen werden kann. Das Bewusstsein erschafft dann die vielen Formen der Welt. (Das ist  kein zeitlicher Prozess, sondern geschieht instantan!) Im persönlichen Bewusstsein des Menschen fängt das mit dem abstrakten Quantenvakuum (Nullpunktfeld) an und geht über die Vorstellungen von Energie, subatomaren Teilchen, Atomen, Molekülen über Pflanzen, Tiere Menschen bis hin zu Planeten, Galaxien und parallelen Universen.    

 

Der Geist ist eine wundersame Kraft. Sie ist die Ursache von Bewusstsein, sämtlicher Informationen, aller Gedanken, Dinge, Gefühle und Erfahrungen. Doch ohne Bewusstsein, Gedanken, Wahrnehmung oder Dinge, ist Geist nicht erfahrbar.  Deshalb halten wir fälschlicherweise die Tätigkeit des Bewusstseins für eigenständig. Jedoch gibt es nur durch die Tätigkeit des Geistes ein Bewusstsein mit all seinen Folgen. Ohne diese Tätigkeit verschwindet das Bewusstsein. Ohne Bewusstsein gibt es keine individuelle Realität, kein Leben, keine Welt. Im tiefen Schlaf gibt es weder Bewusstsein, noch Gedanken und auch keine Welt. Es gibt nur eine bewahrende Liebe, die das Leben durch diese Phasen trägt. Im Wachen und im Träumen erscheinen jedoch die Gedanken und deshalb existiert auch jedesmal eine entsprechende Realität. Diese Realitäten absorbieren die Liebe und binden sie, sodass es mit steigender Komplexität der Welten immer schwieriger wird sie zu entdecken. Und doch tritt eine objektive Welt nur in Erscheinung, wenn die Liebe (der Geist) das Bewusstsein durchströmt und es so zur Tätigkeit anregt. Bewusstsein kann nicht aus sich selbst bestehen. Es existiert nur, weil es durchströmt wird und sich stets auf etwas bezieht. Es versucht daher sich selbst aufrecht erhalten, indem es unablässig in Bewegung ist und Wissen wiederholt. Wir glauben damit die erlebte Realität aufrecht erhalten zu können und vergessen, dass es der Geist ist, die reine Liebe, die  das verursacht.

 

alles liebe

Hans 

 

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Wer bin ich und woher weiß ich das?

Wer bin ich und woher weiß ich das?
Jeder, der sich mit dieser Frage beschäftigt, wird letztendlich die Wirklichkeit der Welt erfahren. 
Sri Ramana Maharshi sagte dazu:
Finde heraus, wer denkt?

Woher kommen die Gedanken?

Woher weißt du um die Gedanken?

Schafft man diese Selbstergründung auch nur zu einem kleinen Teil, hilft das schon zu begreifen, wie die eigene Wahrnehmung zustande kommt. Von da an ist es "nur" noch Übungssache.

 

Mir geht es heute darum eine Beschreibung dieses Weges zu geben, der direkt und geradlinig an das Tor führt, das sich nur durch Gnade öffnet. Einen Weg, der an das Ende des intellektuellen Verstehens, an das Ende der Welt und vor allem durch alle Täuschungen hindurch, in das eigene Herz führt.

 

Jedes Lebewesen möchte stets geliebt werden, glücklich und sorgenfrei sein. Jedes Lebewesen weiß um die Natur des Bewusstseins, das in ihm vorhandenes Wissen IN FORM bringt und damit, das in ihm angelegte Wissen, seine Erfahrungen und Gefühle, als Information denkbar, begreifbar und wahrnehmbar macht. Im Geist entsteht Bewusstsein und durch Bewusstsein entsteht die erlebte Welt. Die Realität der Welt, die wir erleben, ist aber entgegen aller Überzeugungen, nur eine Reaktion auf das Erkennen der Bewusstseinsinhalte. Es gibt keine Welt, die aus Energie  oder Atomen besteht. Auch keine Welt, die sich Halluzinationen, Illusionen oder Täuschungen zusammensetzt.  Die erlebte und wahrgenommene Welt IST die Ganzheit der begreifbar, erfahrbar und wahrnehmbar gewordenen, Inhalte im Bewusstsein des Erlebenden. Diese Welt ist "Nirgendwo". Weder existiert sie in der Zeit noch an einem Ort. Weder innen noch außen. Trotzdem ist sie das getreue Abbild der Wirklichkeit, in der ein Lebewesen lebt. Diese Wirklichkeit ist wahr und solide, solange der Betrachtungsstandpunkt innerhalb des Bewusstseins bleibt.

 

Erst, wenn das im Bewusstsein vorhandene Wissen verändert wird, indem neues Wissen hinzugefügt, altes Wissen entfernt oder verändert wird, entsteht eine entsprechende Veränderung in der Realität und damit in der erlebten Welt. Anders gesagt: die Veränderung der Bewusstseinsinhalte in einem Lebewesen, führt unweigerlich zu dessen veränderter Lebenswelt. Die Veränderung der Bewusstseinsinhalte kann gelernt werden und wird durch viele Schulungsmethoden  gelehrt.

Doch wendet man die Frage "Wer bin ich und woher weiß ich das?" konsequent an, wird man erkennen, dass alles Wissen in einem "Wurzelgedanken" gründet. Dieser Urgedanke ist schon lange bekannt.
Es ist das: "Ich bin".  Stößt man auf diese Ebene vor, erreicht man die Grenze der Möglichkeiten des rationalen Verstandes. Dieser Wurzelgedanke am Ende der Denkbarkeit, lässt sich nur mit einer Tautologie erklären: "Ich bin das ich bin". Soweit ist das alles bereits seit Jahrtausenden bekannt. Nur hilft es dem Denker nicht weiter.  "Ich bin das ich bin" ist ein selbst referenzierender Bezug, dessen Existenz sich nur noch auf der relativen Beziehung zu sich selbst gründet. Es ist die Schlange, die ihren eigenen Schwanz frisst und so zum endlosen Uroboros wird, dem Antrieb für das Samsara, das endlose Drehen des Rad des Lebens und die Quelle der Kraft für das Manas-Bewusstsein.

 

 

 

Wir Menschen sind jedoch in diesem Kreislauf nicht verloren. Wenn wir begreifen, dass das "Ich bin das ich bin" die Wurzel dessen ist, was wir für uns halten, also die Quelle unserer persönlichen Existenz, dann geschieht das Unlogische. Es tritt Transzendenz ein. Plötzlich und ohne erkennbaren Grund löst sich dieser letzte Gedanke vom Denker und der Denker wird sich seiner selbst, bar jeder Ablenkung, gewahr. In diesem Moment entsteht die unumstößliche Gewissheit, dass die Welt, die soeben noch so solide, massiv und offensichtlich vorhanden war, eine Gedankenkonstruktion dieses Denkers ist, die sich über das Medium des Bewusstseins in eine begreifbare Schöpfung verwandelt hat. Es wird ohne Zweifel klar, dass dieser Denker auch die persönliche Existenz, die man bis dato meinte zu sein, erschaffen hat, sowie alles, was man als diese persönliche Existenz je erdacht, getan oder erlebt hat.  Diese Erkenntnis ist erschütternd und lässt das verschwinden, was wir als unser "ich" erlebt haben. Es verschwindet, weil sich die Identifikation von diesem kleinen "ich", hin zu dem Denker verlagert. In dieser ungeheuren Verlagerung der Identifikation geht alles Bisherige in den Flammen der Liebe auf. In diesem gewaltigen Erkenntnis-Aufbruch wird in einem einzigen Augenblick klar, warum alle Versuche mit Bewusstseins-Veränderungs-Methoden das eigene Leben zu verändern, scheitern mussten. Es wird klar, warum es innerhalb des Bewusstseins Faktoren gibt, die sich mit seinen Mitteln weder verändern noch vermeiden lassen. Es wird klar, dass Bewusstsein selbst nur ein Werkzeug des Denkers ist, sich selbst in seiner Schöpfung zu begegnen. Damit erkennt der Erlebende, dass er niemals etwas anderes war, als der Denker selbst und das es seine persönliche Existenz nur insofern gibt, wie es sie in einem Traum gibt. Doch auch, wenn in den Tränen dieser Erkenntnis alles fortgeschwemmt wird, alles losgelassen, was den Erlebenden an die weltliche Existenz bindet, kommt Augenblicke später alles wieder zurück, was ihn liebt. Was dich liebt, kann dich nicht verlassen! Was du liebst, kannst du nicht loslassen!

Die Realität, die wir erfahren, ist also die Manifestation dessen, was der Denker liebt.

Das kann der Mensch aber erst erleben, wenn er sein "ich" in dem des Denkers aufgegeben hat.

 

So ist das Bewusstsein des persönlichen "ich", die Quelle der Täuschung über die Welt. Trotzdem ist die erlebte Realität das getreue Abbild der Wirklichkeit des Denkers. Es gibt nämlich keine andere Wirklichkeit als den Ausdruck der Liebe des Denkers. Setzen wir nun andere Worte ein, so erhalten wir: "Es gibt keine anderen Realitäten als die Liebe des Schöpfers!" In diesem Sinne ist jeder Mensch eine Kopie des Schöpfers, ausgestattet mit genau den gleichen Eigenschaften. Er ist ein Hologramm, in dem jedes Teil die Information des Ganzen enthält.

 

Dies zu akzeptieren fällt schwer. Deshalb gibt es hunderte verschiedener Wege auf denen Menschen zu dieser Erkenntnis gelangen können. Eine davon ist die Frage: "Wer bin ich und woher weiß ich das?" Jeder Weg fängt dort an, wo Bewusstsein zu Verfügung steht und fordert seinem Wanderer unterschiedliche Qualitäten ab, um ihn ans Ziel zu bringen. Das Ziel jedoch ist in jedem einzelnen Schritt vorhanden. Einzig das Bewusstsein mit seinem Wissen verhindert die spontane Erkenntnis. Deshalb müssen wir einen Weg gehen, Zeiten und Räume durchschreiten und dabei Erfahrungen sammeln. Wir müssen Menschenleben leben, um dabei Erfahrungen zu machen, die uns irgendwann diese eine und letzte Erkenntnis ermöglichen. 

Doch die Beschäftigung mit der Frage: "Wer bin ich und woher weiß ich das?", bringt jeden auf direktem Weg an das Tor zu dieser Erkenntnis. Das ist nicht ohne Anstrengung zu bewerkstelligen, die sich in Form von Ausflüchten, Widerständen, Trotz, Ängsten und Krankheiten manifestieren. Doch das eine "Selbst", der Schöpfer, der Denker, kennt natürlich diese Umstände und hilft dem geplagten Wanderer mit seiner Gnade, gerade dann, wenn der es am wenigsten erwartet.  

 

Wir alle wissen tief in uns, dass "Glück" unser wahres Wesen ist und der Weg in die persönliche Existenz 

Ananda-Chit-Sat  = Seligkeit-Bewusstsein-Sein = Kreativität-Information-Welt.

lautet.  Wir alle kennen auch den Rückweg:

Sat-Chit-Ananda = Sein-Bewusstsein-Seligkeit = Welt-Information-Kreativität.

Damit wir wieder an unseren Wesenskern, an den Ort des reinen Gewahrseins gelangen können, müssen wir uns selbst erkennen. Das Bewusstsein für das wir uns halten, muss seine Inhalte aufgeben. Was in der traditionellen Ausdrucksweise bedeutet: Das Denken muss ruhen. Gemeint ist damit, dass alles Wissen des Bewusstseins unangetastet bleiben muss, damit die Erfahrung des Schöpfers gemacht werden kann. Das makellose Glück kann nur erfahren werden, wenn es keine Relativität mehr gibt. Nur wenn das Bewusstsein ruht, kann die Wirklichkeit des Geistes aufsteigen. Hierfür ist die Frage „Wer bin ich und woher weiß ich das?“ der beste Übungsweg. 

 

alles liebe

Hans

 

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Einheit

Luft in der Atmosphäre ist uns allen ein alltäglicher Begriff. Wir wissen, dass es in der Atmosphäre zu vielen Effekten kommt, zB. Wind, der bis zu verheerenden Stürmen anwachsen kann. Wir kämen niemals auf die Idee diesen Wind von der Atmosphäre zu trennen, denn wir wissen doch ganz genau, dass es sich dabei um bewegte Luft handelt. Genauer um Gas, das wir in einem ganz bestimmten Zustand erleben. Aber genau diese Trennung nehmen wir vor, wenn wir Geist und Materie trennen.

Nicht nur das, sondern wir trennen dabei auch gleich die Energie von der Materie und das Bewusstsein vom Geist. Dann sind die Gedanken etwas Getrenntes vom Bewusstsein und ganz bestimmt sind auch die Gefühle getrennt von den Gedanken. Je weiter wir das treiben, desto komplizierter und anstrengender wird es. Je mehr wir also unseren analytischen Verstand, den Mind oder das Manas-Bewusstsein einsetzen, desto undurchsichtiger werden wir uns selbst.  Betrachten wir jedoch Geist, Bewusstsein, Gefühle, Gedanken, Energie und Materie als einen von uns wahrgenommenen Zustand von Liebe, erübrigt sich die ganze weltbewegende Analyse dessen, was wir erleben. Energie ist Geist in einem bestimmten entropischen Zustand (Form) und Materie ist Energie in einem entropischen Zustand. Beides ist damit "nur" ein anderer Aggregatzustand von Geist. Genauso ist Bewusstsein eine kristallisierte Form von Geist. Gedanken und Gefühle sind Ausdruck, der in dieser Bewusstseinsform vorhandenen Vibrationen. Alle Zustände gehen dabei ineinander über, ohne eine tatsächlich vorhandene Grenze zu haben. Die Abgrenzungen entstehen nur im rationalen Verstand des Tamagotchis, das über seine Erkenntnisse kommunizieren will und daher einen analytischen Weg braucht, um Sprachobjekte bilden zu können. 

Das tief im Tamagotchi verwurzelte Bedürfnis, sein Wissen mitzuteilen, ist der Ursprung unserer menschlichen Sprachen und eine unserer größten Errungenschaften. Und doch hat uns dieses Bedürfnis dazu gebracht, die tatsächliche Einheit unserer Erfahrung zu vergessen. Letztendlich hat dieses Bedürfnis evolutionär dazu geführt, das Großhirn auszubilden, in dem die riesige Anzahl entstehender  Analyseergebnisse miteinander vernetzt werden konnten und den präfrontalen Kortex zu entwickeln, der dem Tamagotchi ein "Zuhause" als individuelle Person, als "ich" geben konnte. Wie sehr sich das Bedürfnis zur Kommunikation zur Sucht aufgebläht hat, erleben wir heute jeden Tag, wenn wir aufmerksam den Menschen zusehen. Sie haben eine Technologie erschaffen, deren wichtigster Wert in der Erzeugung und Verbreitung von Information liegt. Die IT, Informations-Technologie ist das schnellst wachsende Technologie Segment der letzten 80 Jahre. Fast jeder ist heute über Mobilfunk mit dem globalen Informationsspeicher Internet verbunden. Diejenigen, die es nicht sind, werden als rückständig und entwicklungsbedürftig bezeichnet. Wir fühlen uns wohl in der flimmernden Welt, dieser schnelllebigen Nachrichten- und Schnappschuss-Gerüchteküche und wir werden diese Entwicklung, unserer Sucht nach Informationen gemäß, weiter in Bereiche treiben, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Die Menschheit wäre jedoch gut beraten, wenn sie beachten würde, dass Weisheit nichts mit Wissen zu tun hat. Wie unreif und kurzsichtig die menschliche Weisheit noch ist, zeigen die letzten Versuche in das menschliche Genom einzugreifen und das Erbgut zu verändern. #Crispr
Welche Auswirkungen das auf die Menschen in 100 Generationen haben wird, scheint keine Rolle zu spielen. Mutationen sind ja nur eine Glaubenskonstruktion?

 

Auch ich habe Bücher geschrieben und eine recht umfangreiche Website betrieben, auf der ich u.A. diesen Blog publiziere. Auch ich muss in diesen Medien die sequentielle Sprache verwenden und mich den Möglichkeiten beugen. Es ist ein Paradox und überaus kompliziert Hammer und Meißel zu verwenden, um zu erklären, wie man den zertrümmerten Block wieder zusammensetzt. Die Verzweiflungstat, die Welt in immer kleinere Stücke zu zerschlagen, führt nicht zur Erkenntnis, sondern in die Hybris. Es entsteht ein Ikarus, der, wenn er nur hoch genug fliegt, durch die Hitze der Sonne unweigerlich abstürzen muss. Damit will ich nicht sagen, dass Forschung, Analyse und Lehre falsch seien, aber sie müssen der sich entwickelnden Weisheit folgen. Nur die Weisheit, also die Erkenntnis, wie alle Informationen miteinander vernetzt, das Geflecht der Schöpfung ergeben, ist der Lehrer, der aus der Misere führt. 

Wenn wir die Erde betrachten, diesen Ausdruck des konkret Materiellen, mit seinen Ecken, Kanten und für unseren Verstand oft unfassbaren Verbindungen, dann sehen wir die Einheit des Ganzen, wie wir sie im Moment verstehen können. Das Geschöpf Erde mit dem umgebenden Universum repräsentiert das Menschheitsbewusstsein im Jetzt. Sie ist für jeden erfahrbar gemachte Information. Sie präsentiert sich jedem Einzelnen in der für ihn verständlichen Form. Das tut sie jedoch nicht, indem sie in Myriaden verschiedener Versionen zerspringt, sondern alle schauen in das gleiche Licht und aufgrund persönlicher Resonanzen, nimmt jeder sein eigenes wahr. Die Einheit ist immer vorhanden und immer ein Ganzes. Das Licht des Geistes ist Liebe. Was gibt es daran zu analysieren?

 

In der uralten Tradition des Vedanta Yoga führt die Beseitigung der samskaras, der schlummernden Bedürfnisse und Neigungen zur Selbsthingabe. Damit ist die Erkenntnis gemeint, dass sich das Ego/Tamagotchi nur einer höheren Macht unterwirft, die es auch anerkennt. Diese Erkenntnis ist Hingabe. Zweifel am Licht der Liebe können nur solche Menschen hegen, die von ihrem Ego/Tamagotchi versklavt leben, denn es flüstert ihnen ein, dass sie aus eigenem Antrieb handeln. Doch sie wissen nur nicht, dass sie ohne das Licht der Liebe nicht existieren würden. Leider ist es so, dass mit Sprache diese Weisheit nicht vermittelt werden kann. Ebenso gibt es in der indischen Tradition, das "sparsa diksha", die Einweihung durch Berührung. Das kommt noch am ehesten dem Resonanzgedanken gleich. In der "Berührung" der Einheit, überträgt sich deren Qualität auch auf jene, die noch unter ihren samskaras leiden. Es kann dadurch zu spontanen Auflösungen der samskaras/Egos/Tamagotchis kommen. So kann durch stille Betrachtung der Erde, als Symbol der Einheit von "Allem-Was-Ist", von jedem das Licht der Liebe erkannt werden. Jedes weitere Wort darüber ist dann überflüssig. So entsteht das Schweigen in der Erkenntnis der Hingabe. Jene unergründliche Stille, die nur dort zu finden ist, wo die individuelle Person nicht mehr existiert. Das Licht der Liebe scheint nur dort auf, wo das Tamagotchi es nicht mehr absorbiert. Da das Tamagotchi eine ewige Quasselstrippe ist, also nur dort wo Stille herrscht. Stille in Wort, Gedanke und Gefühl. 

 

Die einzige Lehre, die also verbleibt ist die Stille. Schweigen ist die mächtigste Form des Wirkens. Wie großartig und eindringliche die Schriften auch sein mögen, sie verfehlen ihren Sinn. Wenn es in dir schweigt, dann herrscht in Allem Frieden und Stille. Das Schweigen des Geistes in dir ist umfassender und wirkungsvoller, als alle jemals verfassten Schriften zusammen. 

Deshalb beende ich diesen Text auch hier. 

 

Wenn du sitzt-sitzt alles.

Hans

Ebenen Deines Bewusstseins

Dieser Blogbeitrag steht als PDF Datei zum Download zur Verfügung und der gesamte Text ist hier nachzulesen.

 

Um uns verstehen zu können, müssen wir das Bewusstsein verstehen. Die Identifizierung der verschiedenen Elemente des Bewusstseins und das Verständnis, wie sie zusammenarbeiten, ist daher wesentlich für die Praxis der Meditation. Wie schwierig die Identifikation der Bewusstseins Elemente jedoch ist, wird schon daraus ersichtlich, dass Buddha bereits lehrte, dass sich Bewusstsein fortwährend wandelt. Es ist kein Ding, wie wir es üblicherweise kennen, denn es ist ein Kontinuum ohne Anfang und Ende.