Eins mit Allem und doch nur für mich...

Ich bin eins mit Allem und doch bin ich nur für mich.

 

Wenn mir mein Ich-Bewusstsein abhanden gekommen ist, bin ich ganz offensichtlich vollkommen bewusst. 

 

Diese beiden Sätze fand ich kürzlich in einem Artikel, der das Wunder der Existenz ebenso staunend beschrieb, wie ich es tue.  Ich möchte diese beiden Sätze heute als Grundgedanken nutzen, um einmal mehr zu versuchen, den Interessierten unter Euch die gedanklichen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich der eigenen Wesensquelle nähern zu können und schließlich darin aufzugehen. Doch bis dahin ist es sicherlich noch ein gut Stück Weg und ich beginne mit einer Frage:

Wie kann es sein, dass vollkommene Bewusstheit eintritt, wenn ein Teil dieser Bewusstheit verschwunden ist? 

Diese paradoxe Aussage, zeigt wie begrenzt die übliche Vorstellung von Bewusstsein ist. So wie der Verstand es ablehnt, sich als Teil eines viel größeren Bewusstseins zu sehen, so lehnt sich das Bewusstsein dagegen auf, nur ein Teil eines viel größeren Gewahrseins zu sein. Offenbar ist weder der Verstand, also unsere bewusste Fähigkeit zu WISSEN, noch das Bewusstsein, als Sammlung aller Informationen, in der Lage, seine Ganz- und Einheit mit der Quelle aller Existenz zu begreifen.

Doch gehen wir langsam vor und sondieren, was wir haben: 

Das "ich" ist ein Gedankenkomplex, der durch lebenslanges Lernen entstand und faktisch betrachtet, die Geschichte meiner Existenz in Zeit und Raum repräsentiert. Dieser Impact, meine Existenz in Zeit und Raum, hält meinen Körper zusammen, der immerhin aus der Materie von X Billionen Lebewesen besteht, die mit mir in dieser Dimensionalität entstanden sind. Nur sie ermöglichen mir eine Existenz in dimensionaler Materie. Die Kraft, die uns zusammenklebt, nenne ich der Einfachheit halber "Liebe". Mein "ich", oder wie ich es lieber nenne, mein Tamagotchi, ist wie ein hypermodernes Auto, das zu eigenen Entscheidungen und Handlungen fähig ist. Ich liebe dieses Tamagotchi so sehr, dass ich mir nicht vorstellen kann, es zu verlassen. Meine ganze Konzentration kreist um dieses Gefährt und ich bin vollauf damit beschäftigt, es zu pflegen.

Doch wenn ich mich einmal für kurze Zeit absichtlich von ihm abwende, dann finde ich mich in einer Größe wieder, die sich nicht mehr auf dieses Tamagotchi beschränkt. So wie mein Körper aus den Billionen Lebewesen aufgebaut ist, die man Zellen und Bakterien nennt, so setzt sich mein Wesen aus Multi-Billionen anderer Wesen meiner Art zusammen, die in mir zu einem Einen, einer Ganzheit innerhalb eines Vielen verschmelzen. So wie sie als Teile in mir sind, bin auch ich Teil in ihnen und keiner ist mehr als jeder andere. So wie das Tamagotchi die verfestigte Manifestation meiner Wünsche und Absichten und somit mein Teil-Sein ist, so ist mein Wesen die Manifestation der Wünsche und Absichten der Multi-Billionen Leben, die ich darin wahrnehme. Jede Existenz ist nur eine Vernetzung von Beziehungen und wenn die Konzentration auf diese Existenz endet, geschieht Gewahrsein. Gewahrsein ist im Unterschied zu Bewusstsein passiv, statisch. Es ist einfach da. Im Gewahrsein herrscht keine Aktivität, keine Bewegung. Das ist mein Urzustand. 

 

Das Nichts im Nirgendwo der Ewigkeit. 

 

Ich schreibe dies in der "ich" Form, da die Grammatik der linearen Sprache zwingend eine Objekt-Subjekt Bindung erfordert, um verständlich zu bleiben. Es gibt keine sprachliche Möglichkeit über sich selbst zu sprechen, ohne Pronomen zu verwenden. Daher bleibt es deinem Verständnis überlassen, zu erkennen, wo Wörter wie: Ich, mein, mir etc., einer erweiterten Interpretation bedürfen oder einfach nur dem sprachlichen Ausdruck geschuldet sind.

Alle Wesen sind statisches Gewahrsein, das nur mit sich selbst in Beziehung steht. Sobald in diesem Gewahrsein etwas in Beziehung zu etwas anderem als sich selbst geht, transformiert (ein Teil) in dynamisches Bewusstsein und die Existenz des Gewahrseins verfliegt. Was da in Beziehung steht/geht ist Information. Sobald Information wahrgenommen wird, springt sie vom statischen, dem unwahrgenommenen Zustand in den dynamischen Zustand, dem wahrgenommenen Zustand und schon ist eine Beziehung zum Wahrnehmenden (Bewusstsein) entstanden. Der einfachste Fall einer Information ist:  "Vorhanden" oder "nicht vorhanden". Da und Nicht-Da oder die Null und die Eins.

Genau: Dualität. Die Grundlage für menschliches Bewusstsein. Wenn wir uns das statische Gewahrsein als ein unendliches Gitter vorstellen, in dessen Knotenpunkten sich jeweils Informationen befinden und das sich jenseits von Raum und Zeit erstreckt, dann haben wir eine gute gemeinsame Vorstellung von dem entwickelt, aus dem das Tamagotchi entsteht. Falls dir die Formulierung "jenseits von Raum und Zeit" aufstößt, dann sieh es als 5. Dimension an, die dem Bewusstsein stets als Nicht-Sein, als Leere und Abwesenheit von Allem vorkommt. Stell dir nun vor, dieses endlose Gitter faltet sich in der Art, dass es sich zu einem Ball zerknüllt, wie ein Stück Alufolie von der Küchenrolle. Dann wird die Regelmäßigkeit des Gitters gebrochen und viele, auch sonst weit voneinander entfernt liegende Knotenpunkte, kommen nahe zueinander. An diesen Treffpunkten der Gitterknoten ballen sich dann die Informationen der versammelten Knoten. Sie bilden Informations-Potentiale, die sich aus der Gesamtheit der dort versammelten Informationen zusammensetzen. Sind diese Potentiale intensiv genug, entstehen Impacts im bekannten Raum-Zeit Gefüge und Energie  kristallisiert an diesen Stellen aus. Aus den intensiveren Energie-Impulsen bilden sich dann in bekannter Weise: Subatomare Teilchen, die sich zu Atomen und Molekülen ballen. So entsteht ein Tamagotchi Körper, der wir in dieser 4-D Welt sind bzw. bewohnen. Die aus dem Gitter stammende  Intelligenz baut sich zu der Spezies zusammen, die der ursprünglichen Informations-Struktur entspricht, die beim Impact dort versammelt war.

In deinem und meinem Fall war das die Spezies "Mensch". Da bin ich mir ziemlich sicher. Jetzt wirst du dich sicher fragen, warum nur, sollte sich das Gitter zu einem Ball zusammenknüllen? Die Antwort ist einfach: Durch das Auskristallisieren von Energie und Materie in dimensionaler Raumzeit, tritt eine Rückwirkung auf den interdimensionalen Bereich ein, der das Zusammenknüllen verursacht. Um das zu verstehen, wirst du von deinen Vorstellungen von Zeit und Raum und dem kausalen Wirkmuster von Aktion-Reaktion abgehen müssen. Im Interdimensionalen existieren weder Raum noch Zeit, also auch kein Hier oder Dort und kein Vorher und Nachher. Alles ist Jetzt sofort. Ein ziemliches Chaos also, wenn ich es aus der dimensionalen Perspektive betrachte.

 

Dynamisches Bewusstsein entsteht

Ich bringe also bereits einen Grundvorrat an Informationen bei meinem Impact in die Raumzeit mit. Dieser Grundvorrat sind die Informationen aus dem Informationspotential, dass nun die Basis-Struktur für die Entwicklung des Tamagotchis bildet, das ich später als "mein" Tamagotchi oder einfach als "ich" bezeichne. Für die erste Zeit meines Hier-Seins konzentriere ich mich absichtlich auf das Tamagotchi, um es mit seiner Basis-Struktur an die Gegebenheiten meines Lebens anzupassen. Dabei bin ich niemals an das Tamagotchi gebunden, doch da das interdimensionale Gitter aus "Liebe" besteht, ist sie die größte Energie an jedem Impact in Zeit und Raum. Sie ist quasi die Atmosphäre, in der die Informationen transportiert und entwickelt werden. So wie jede Energie im dimensionalen Zeitraum, ist sie unzerstörbar, kann sich aber bis in die Wahrnehmungslosigkeit verdünnen. Doch keine Sorge, jede Liebe kann durch geeignete Methoden wieder akkumuliert und zusammengesammelt werden. Der erste Akkumulationsgrund ist die Aufrechterhaltung des physischen Körpers des Tamagotchis. Ohne ein Minimum an Liebe kann er nicht existieren. Anfangs, wenn der Impact noch nicht lange her ist, braucht das Tamagotchi wesentlich mehr Liebe, sonst stirbt es ab. Später pendelt sich der Bedarf auf die für den Impact nötige Balance ein. 

Leider ist der Zusammenhang zwischen Gitter, Tamagotchi, Impact und Raumzeit nicht so einfach, wie man glauben mag und die sprachliche Erklärung ist mit Verständnis-Fallgruben gespickt, die sich aus der Illusion der allgegenwärtigen Zeit ergeben. 

 

Im Grunde ist alles das Gitter.....

Wow! Indem sich das Gitter verformt, entsteht zunächst ein holografisches Bewusstsein. In dieses Bewusstsein strömen während des Impacts Informationen ein und erzeugen einen holografischen Raum - das Universum als Abbild des Bewusstseins in dem jeweiligen Zustand. Das Bewusstsein verändert sich also laufend. Es ist "dynamisch". Ok, nur für die Sicht aus der Dimensionalität, denn im Gewahrsein ist alles schon vorhanden, bevor es geschieht. Hast du noch Lust dich damit weiter zu beschäftigen?

... und ein Tick-Tack im Gewahrsein

In einem dualen Bewusstsein hat das Universum drei Hauptdimensionen und ein paar weitere, eingewickelte, die jetzt aber nicht von Belang sind. Im Impact strömen alle Informationen aus dem Gitter-Potential weiter in das Bewusstsein ein, werden von ihm strukturiert und erscheinen als Objekte aller Größen und Klassen im holografischen Universum. Dieses verändert sich dadurch und das Bewusstsein registriert die Veränderung - und schon ist die Zeit geboren. Zeit ist nämlich nur eine Ordnungsvorstellung im dualen Bewusstsein, die einen Vorher-Nachher Zustand definiert.

Tick-Vorher-Information, Tack-Nachher-Information, Tick, Tack, Tick, Tack. Ist doch ganz einfach logisch. Die Bewegung der Impact-Information provoziert also die Vorstellung von Zeit und darüber hinaus die von Energie. Energie ist für uns ohne einen zeitlichen Bezug undenkbar. Der ganze Rest, alle Milliarden Jahre der Universums-Entwicklung, einfach nur ein Tick-Tack im Gewahrsein. Weil das für das Bewusstsein eine ganz ungeheuerliche Vorstellung ist, lehnt es diese Logik ab. 

 

Das torlose Tor

Wenn ich mich aber mit meinem dualen Bewusstsein hinsetze und eine der vielen Anleitungen zur Meditation befolge, die gut meinende Weise den Menschen überlassen haben, dann finde ich mich nach einiger Zeit der Übung am Ort des Impacts ein. Dort ist die Grenze zwischen dem statischen Gewahrsein und dem dynamischen Bewusstsein. Diese Grenze kann nur überwunden werden, wenn das, was ich bin, wieder statisch wird. Aus diesem Grund raten alle Meditationen zur Abschaltung des Denkens und zur Aufgabe des Fühlens und anderer Wahrnehmungen. Nur wenn das Meditierende alle dynamischen Aspekte aufgibt, kann es sich in das Gewahr-Sein auflösen. Dann ist das Meditierende das Gewahrsein selbst und das Nichts im Nirgendwo der Ewigkeit. 

 

Keine Paradoxe 

Jetzt löst sich das Paradox im zweiten Anfangs-Satz auf: "Wenn mir mein Bewusstsein abhanden gekommen ist, bin ich ganz offensichtlich vollkommen gewahr." Dann ist auch der erste Anfangssatz zu begreifen, denn ich bin immer das Ganze, auch wenn ich in der Dimensionalität als Eines unter Vielen erscheine.

Dabei bin ich als das Eine, eine menschliche Form unter allen Formen des Bewusstseins. Nicht mehr und nicht weniger. In ihr kann ich dynamisch denken, handeln und fühlen. Durch sie kann ich mich kreativ ausdrücken und gestalten und meine Potentiale entwickeln. Nicht die menschlichen, sondern die einströmenden Informationen aus dem gekrümmten Gitter der "Interdimensionalität" und ...

 

Ich kann jederzeit zurück. Ich bin frei. Ich bin kreativ!

Es gibt viele Wege dies alles zu beschreiben. Das hier ist einfach einer mehr. Vielleicht erreichen dich meine Worte, vielleicht auch nicht. Ich bin, was ich glaube ich zu sein und du auch. Beides ist gut. Beides ist Ausdruck der kreativen Schöpferkraft, die wir "Liebe" nennen. Es genügt mir vollauf zu wissen, dass ich das Wesen bin, das ich bin und ich will einfach nur das ausfüllen, was meine Form ist: Mensch. Nichts mehr und nichts weniger und das ist die spannendste Reise, die ich jemals unternommen habe. 

"Ich existiere" und alles andere ist nicht so wichtig.

 

alles liebe 

Hans

 

Die Wahl der Worte

Die Wahl der Worte

 

Emotionen bewegen uns - Emotionen bedeuten Leben

 

Worte erzeugen bei Hörern und Lesern zunächst einmal Gefühle der Zustimmung oder Ablehnung. Als Schreiberling bin ich natürlich immer bemüht, ihre Zustimmung zu erhaschen, was mir allerdings bei manchen Themen heutzutage ganz unmöglich erscheint. Der Sprecher oder Schreiber ist dazu da, seinen Gedanken eine mentale Form zu geben, die, als normiertes Symbol in Form des geschriebenen oder gesprochenen Wortes, transportiert werden kann. Die grafischen Symbole oder akustischen Signale lassen dann im Empfänger eine, im besten Fall gleiche, hoffentlich aber ähnliche Form, entstehen, die der Empfänger in seine Gedankenbilder übertragen kann. Das ist grob gesagt, die Grundstruktur der sprachlichen Kommunikation. Die menschliche Kommunikation geht aber über eine faktische Informationsübertragung hinaus, denn je nach gewählten Worten und Sätzen, werden im Empfänger Gefühle ausgelöst.

Das gehörte oder gelesene Wort bringt die im Hörer oder Leser vorhandenen, tief unbewussten Strukturen seiner Lebenserfahrung, seiner Ansichten und Wertschätzungen, in Resonanz und löst so Widerspruch oder Zustimmung, Angst oder Freude aus. So kann das empfangende Bewusstsein darüber in Erfolg und Glück, aber auch in Leid und Tränen geraten.

Je mehr Emotionen in einem Menschen erscheinen, desto weniger klar kann er jedoch rational denken. Je stärker Emotionen wirken, desto umnebelter wird der Verstand und desto einfacher wird es, mittels Worten, den Empfänger zu manipulieren. Die NLP Technik, das "Neuro-Linguistische-Programmieren" ist ein gutes Beispiel dafür, aber auch subliminale Suggestionstechniken, Werbeslogans oder die Rhetorik von Propaganda-Reden und Medien-Nachrichten können hier als Beispiel dienen.   

Die Fähigkeit mit Worten umzugehen ist nicht angeboren. Sie muss erlernt werden. Und gerade hier ist in den letzten Jahrhunderten der Sprachentwicklung eine Verödung eingetreten, die ihre Entsprechung in der technokratischen Entwicklung unserer Welt findet. Man könnte es unter das Motto stellen: Wenn es denn schon so problematisch ist mit menschlichen Emotionen umzugehen, dann lasst uns doch die emotionale Ausdrucksweise in der Sprache ächten und die Wortwahl auf die verifizierbaren Daten und Fakten reduzieren. Alles darüber hinaus ist unschicklich oder bestenfalls Poesie.   

So konnte eine sich immer schneller verändernde Welt entstehen, in der keine Zeit mehr für das emotional Ziselierte der menschlichen Sprache blieb. Wichtige Bezugspunkte für den Zusammenhalt von Menschen wurden so aufgelöst und sind zu unverbindlichen Deals verkommen. Wie sollte es auch möglich sein Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen, wenn keine emotionale Komponente, keine symbolisierten Gefühle transportiert werden und sich alles nur noch auf einem rational-technischen Handelsniveau abspielt. Niemand Geringerer als Albert Einstein sagte bereits:

Wir sollten uns davor hüten, den Intellekt zu unserem Gott zu machen; gewiss, er hat starke Muskeln, jedoch keine Persönlichkeit. Er darf nicht herrschen; nur dienen.“ 

Doch wir haben den Ratio heillos überwertet und genau das Gegenteil vom getan, was Einstein empfahl. So stecken wir nun in dem Unheil, dass wir die Sprache und unsere Umgangsformen der Emotionalität entkleidet haben und so unser gesellschaftliches System der Menschlichkeit beraubt haben. Diese unglaubliche, fast unbemerkt voranschreitende Rationalisierung macht sich überall breit. Sie verbannt jede emotionale Stellungnahme in den öffentlichen Medien wie TV, Zeitungen, Facebook, Google News etc. in die Ecke der Seifenopern, denen jede Ernsthaftig- und Glaubwürdigkeit abgesprochen wird. Nur, was sich mit dem Verstand logisch erklären lässt, hat bei uns noch einen hohen Stellenwert. Alles andere nicht. Es ist heute sogar verpönt, in Reden, Vorträgen und Diskussionen, emotionale Reaktionen zu zeigen, auch wenn das trotz aller Bemühungen, vielen Menschen nur schwer gelingt.

 

Vorteile, Nachteile, Bewertungs-Listen, Begründungen, Statistiken, Zahlen, Bewertungen, Erfahrungswerte oder rationale Forschungsergebnisse schwirren nur so herum und spiegeln sich überall in unserer Welt. Mathematisch, naturwissenschaftliche Berufe haben eine höhere Akzeptanz als geisteswissenschaftliche, kreative oder soziale und bessere Karriere-Aussichten. Kaum ein Buchautor wird heute noch behaupten, dass er vom Schreiben seiner Romane, Gedichte oder anderer Schriftstellerei noch seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Von einigen wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Das Lesen von Geschichten und damit das sich Einlassen auf die Gedankenbilder der Phantasie ist aus der Mode gekommen. Es wurde ersetzt durch SMS, Email und diverse Chats, denen man den Mangel an Emotionalität durch die Einführung von Emoticons verordnen will. Nur sind eben die kleinen gelben Kuller mit den grinsenden Gesichtern und die Herzchen, Küsschen und Blumen keine Emotionen, sondern einfach nur digitale Symbole. Wann hast du deinen letzten handgeschriebenen Brief geschrieben? Wo sind deine Gefühle hin, die dich beim Schreiben durchströmen und die Wahl deiner Worte beeinflussen? Verloren im Geklicke der Computertastatur. Die ganze digitale Kommunikation, die unsere Welt verändert hat, ist ein technokratisches Produkt des Verstandes, darauf ausgerichtet, die emotionale Entflammbarkeit der Menschen zu unterdrücken.  

 

Wer sieht schon in der Klimaveränderung einen Fingerzeig von Mutter Erde, die uns so demonstriert, wie wir für sie sorgen sollen. Sie zeigt uns, was passiert, wenn wir unsere Liebe zu ihr und untereinander, im Eifer der Entwicklung vergessen. Sie bremst die Technokraten abrupt aus und bringt sie an den Rand ihres Verstandes, unfähig auch nur ansatzweise zu verstehen, was sie da angerichtet haben. Gott sei Dank ist CO2 ja nicht toxisch und Methan ebenfalls atembar. Wir müssen also keine Angst haben, dass uns Mutter Erde ersticken will, auch wenn es noch so warm wird. Sie wird den Gierhälsen der Finanzwelt und den Dampfplauderern der Politik einfach den Hosenboden so stramm ziehen, dass sie sich danach für Jahrhunderte nicht mehr aus ihren Höhlen wagen. Wer immer nur nimmt und nichts mehr zurückgibt; wer produziert und sich nicht um den dabei anfallenden Müll und die Auswirkungen auf unseren Planeten kümmert, der wird am Ende alles verlieren, was er je hatte. Die Erde wird es schon richten, das Fairness und Mitgefühl wieder die Grundzüge der globalen menschlichen Gesellschaft bilden. 

 

Doch bevor meine Worte wieder emotional unschicklich werden, erinnern wir uns doch einmal an die Tatsache, dass unser "emotionales Gehirn" den Körper steuert und für unser psychisches Wohlbefinden zuständig ist. Es ist um einige Jahrtausende älter und tiefer in uns verborgen, als der von uns so hoch bewertete Neo-Cortex, ohne den Sprache, Denken und Verstand ganz allgemein, gar nicht möglich wäre. Der Neo-Cortex ist unsere jüngste Errungenschaft und hat das limbische System überwuchert. Mit ihm hat auch der rationale Verstand seine Vorherrschaft errungen und ganz in seinem Sinne das Mittelhirn entmachtet. Das Rationale ist darauf aus, alle emotionalen Regungen aus seinem Denken zu verbannen. Die beiden Gehirne, Mittelhirn und Großhirn funktionieren jedoch unabhängig voneinander. Während das limbische System Herzfunktion, Blutdruck, Hormone und Immunsystem steuert, kann der Cortex lustig drauflos denken und sich mit abstrakten Themen beschäftigen. Das ist sehr gut organisiert, denn sonst würde der Cortex vor lauter wichtiger Denkarbeit, vielleicht vergessen zu atmen. Doch kortikalen Errungenschaften wie Sprache, Wahrnehmung und Logik bzw. rationale Intelligenz, haben nur einen sehr eng umgrenzten Einfluss auf das fühlende Mittelhirn. 

Der Ratio kann einem Gefühl nichts befehlen. Er kann es weder verstärken noch zum Verschwinden bringen. Was er immer wieder mal in der gleichen Art versucht, wie man sich dazu anhalten kann, zu sprechen, zu denken oder still zu sein. Doch diese neo-kortikalen Anwandlungen werden regelmäßig mit einer ermüdenden Wirkungslosigkeit beantwortet. Kein Denken und keine Logik hat jemals einen emotionalen Schmerz geheilt oder ein Gefühl verscheucht. Ganz im Gegenteil. Das limbische System, unser emotionales Gehirn, hat den größten Einfluss auf uns, ob uns das nun gefällt oder nicht. Damit hat es auch weitgehend das Geschehen im Neo-Cortex unter Kontrolle und bestimmt von innen heraus unser Handeln und Sein in der Welt. Dieses Kräfteverhältnis müssen wir in unsere Betrachtungen mit einbeziehen, denn der IQ, der rationale Intelligenzquotient, bestimmt nur  ungefähr ein Fünftel dessen, was uns zu unseren Zielen führt. Den Rest haben die an allen Ecken und Enden wirkenden Emotionen, mit dem von ihnen gesteuerten Hormonsystem, sicher im Griff.   

 

Die Geschwister IQ und EQ

Ob also jemand ein glückliches und erfolgreiches Leben führt und sich dadurch erfüllt und sinnvoll fühlt, hängt von seiner emotionalen Intelligenz ab, vom EQ. Der EQ bestimmt, wie wir mit Emotionen umgehen und das Gleichgewicht zwischen Gefühl und Verstand halten. Die emotionale Intelligenz bestimmt, wie ich meine Kommunikation gestalte. Sowohl mit mir selbst, als auch mit anderen. Meine emotionalen Fähigkeiten bestimmen, wie sich Vertrauen und Wertschätzung bilden und ob und wie ich von anderen wahrgenommen werde. Die gute Nachricht ist: Weder der IQ noch der EQ ist angeboren, sondern sie werden beide durch Training und Erfahrung im Laufe des Lebens erlernt. Ganz so wie bei einer künstlichen Intelligenz, die letztendlich nur ein vereinfachter Abklatsch unseres eigenen Verstandes ist. Während es bei einer KI jedoch völlig sinnlos ist, sie einem EQ Training zu unterziehen, können wir Menschen unsere emotionalen Fähigkeiten, unseren EQ, über unser emotionales Gehirn trainieren und so eine Veränderung der erlernten Ratio-Lastigkeit herbeiführen. Wir können wieder lernen auf unser "Herz" zu hören und seine Impulse in unserem Handeln umsetzen.

 

Warum das richtige Training deiner Empathie so wichtig ist? 

Nun, es führt zum Gleichgewicht zwischen "Herz und Verstand". Es führt dazu, dass du jederzeit richtig mit dir selbst und anderen umgehen kannst. Es verbessert deine kommunikative Kompetenz und schafft damit eine fruchtbare Basis für ein harmonisches und erfolgreiches Leben. Lass dich also wieder von den Einwirkungen deines Lebens berühren und rationalisiere sie nicht weg. Es gibt nichts sinnloses in der Welt, auch wenn dein rationaler Verstand das nicht versteht. Erlaube dir wieder vom Erlebten, Gehörten oder Gesehenem betroffen zu sein und drücke deine Betroffenheit im positiven wie auch negativen Sinne offen aus. Sei authentisch und verlange das auch von anderen: Von Wirtschaftsmagnaten, Politikern und Beamten, von Arbeitgebern und Mitarbeitern. Wage es ein Vorbild zu sein, das anderen den Weg weist.

 

Vertiefe deine Menschenkenntnis und ernte mehr Harmonie und Erfolg in deinem Leben.

 

Es ist schon verblüffend mit welch absurd technokratischen Vokabular in vielen psychologischen Abhandlungen herumgeworfen wird. Gerade im Bereich der Seele und des Geistes haben technologische und mechanistische Ausdrücke nichts verloren. Die Verwendung eines rein rationalen Vokabulars, wie zB. Wertschätzung, Analyse, Werkzeuge, Investition, Optimierung, Zielerreichung oder Prozessschritte, führen den gesamten Vorgang in die Irre. Im höchsten Maße wissenschaftlich korrekt, sind sie im Sinne einer Heilung des Menschen kontraproduktiv. Das kann nicht oft genug thematisiert werden. Doch das homöo-statische Selbsterhaltungssystem der existierenden Gesellschaft ist darauf bedacht, den Fokus auf der rationalen Denkweise zu behalten. Das gelingt am Einfachsten, wenn die Sprache immer stärker von einer logisch-rationale Wortwahl geprägt wird, die den eingeschlagenen Weg weiter vertieft.  Mit einer auf das rational Wesentliche reduzierten Sprache, kann das zwischenmenschliche Miteinander nicht verbessert werden. Im Gegenteil, es wird zu mehr Abgrenzung und Kälte führen. Indem die irrationale Komponente der Sprache unterdrückt wird, kommt es zu einer tiefgreifenden Vereinzelung des Menschen, in der er keine Möglichkeit mehr hat, das menschlich Verbindende wiederzufinden. Als evolutionär an Gemeinschaft gebundenes Wesen vereinsamt er und erfährt eine krankmachende seelische Dunkelheit ohne Lichtblicke und Ausweg. Hilfe und Heilung ist nur zu erwarten, wenn die irrationale Emotionalität wieder den Stellenwert in der menschlichen Gesellschaft erhält, der ihr zusteht. Bis dahin wird sich alles mehr und mehr ins rational Unmenschliche wandeln, denn das rein Rationale, das Klare und Lichte ist das Schwert, mit dem sich die Menschheit selbst richtet. Selbst Arthur, jener königliche Begründer der Tafelrunde, Beschützer des heiligen Grals, hat am Ende das Schwert "Excalibur" wieder der Göttin vom See zurückgegeben, nachdem er einsehen musste, dass es nur die Liebe vermag, Reiche zu vereinen und zum Erfolg zu führen. Nun ist Liebe jedoch keine Errungenschaft des Ratio, wie jeder weiß.

 

Definitionen schaffen Realitäten.

Als vor einiger Zeit in Berlin ganze Stadtteile saniert wurden, sprachen die verantwortlichen Stadtpolitiker von Modernisierung und Aufwertung, vom Schaffen neuen Wohnraums und einer neuen Lebensqualität im ehemaligen Osten. So wurden also die ehemaligen DDR Plattenbauten abgerissen und neue Häuser nach westdeutschem Standard geschaffen. Welch hervorragende Errungenschaften des Positiven. Doch was geschah mit den ehemaligen Anwohnern? Sie mussten ihren Platz räumen, denn sie konnten die neuen Sanierungsaufschläge für ihre Mieten nicht mehr bezahlen. Die kleinen Friseure und Tante Emma Läden, wo man noch schnell einen Käse, Brot und Butter holen konnte, auch wenn es schon spät abends war, mussten schließen. Die kleinen Handwerksbetriebe zogen weg und viele verloren ihren Teilzeitjob, mussten anfangen zu pendeln oder ebenfalls wegziehen. Natürlich, war das den Stadtpolitikern bewusst, aber in ihrer Sprache, mit der sie ihre Projekte damals und heute noch anpreisen, kamen solche Themen nicht zutage. Ihre ökonomisch orientierte Grundhaltung äußert sich in ihrer Sprache und so klappern sie mit ihren knöchernen Gebissen die Fakten und Finanzen herunter, unfähig das Weiche der Lippen zu spüren, unfähig das Menschliche in ihren Projekten zu berücksichtigen, weil es eben "unschicklich" ist. 

 

Sprache formt die Wahrnehmung und umgekehrt. Die Ausbildung von Bankern, Betriebswirten oder Ärzten bringen nicht deren menschliche Seiten zur Blüte. Im Gegenteil, in unseren universitären Studiengängen wird man dazu angehalten, streng wissenschaftlich zu schreiben und zu sprechen. Das ist im Grunde gut, denn Sachverhalte sind eben Sachverhalte, aber das Schreiben und Sprechen wirkt auf den Schreiber und Sprecher zurück und so verarmen sie sich selbst. Ganze Generationen von intelligenten, rational verbogenen Sprachzombis werden jedes Jahr aus den wissenschaftlichen Fakultäten herausgequetscht. Menschen, die erst wieder lernen müssen, was Ihnen durch die Ausbildung abhanden gekommen ist: Menschlichkeit und die Fähigkeit zu emotionalem Handeln. Das geschliffene Schwert ihres Verstandes wendet sich nicht nur nach außen, sondern zerfetzt auch ihr Inneres. Es wendet sich gegen sie selbst und in seinem Wirken vergiftet es, durch die, auf das Logisch-Rationale reduzierte Sprache, ihre Umwelt. 

 

Beobachtungen an verschiedenen deutschen Universitäten haben gezeigt, dass Ehrlichkeit, Loyalität sowie Hilfs- und Verantwortungsbereitschaft bei Studienanfängern als wertvolle Eigenschaften gewertet wurde. Nach nur drei Jahren, bezeichneten Wirtschaftsstudenten Gier und eigenen Erfolg als etwas Gutes, Nützliches und durchaus Moralisches. Empathische Qualitäten waren plötzlich nicht mehr wichtig und sie tendierten mit der Zeit zu einer immer größeren egozentrischen Haltung. Menschen, die sich in einem weitgehend homogenen Umfeld aufhalten, neigen tendenziell dazu die Ansichten des Umfelds unreflektiert zu übernehmen. Wird ihnen also subkutan beigebracht, dass Egoismus rational und nicht grundsätzlich verwerflich ist, während altruistisch zu denken oder emotionale Argumente unwichtig sind. So werden sie unmerklich aber sicher, letzteres ablehnen und ersteres verteidigen. Nach diesen Untersuchungen erscheint es so, dass die fast ausschließliche Beschäftigung mit technischen oder ökonomischen Studien und Theorien dazu führt, weniger Mitgefühl für andere Menschen zu entwickeln. Ein Trend, den man heute bereits in privaten Postings der sozialen Netzwerke eindeutig erkennen kann.  

Die Technokratisierung der Alltagssprache ist in den letzten 60 Jahren in Deutschland und ganz Europa vorangeschritten. Wirtschafts- und Politik-Verantwortliche sind emotional sprachlich ausgehungert und von ihrer Menschlichkeit ist nicht mehr viel zu merken. Eine Abkehr vom eingeschlagenen Weg ist ihnen nur durch hohe private Opfer möglich und zieht die Ächtung durch das verbliebene Machtsystem nach sich. Da wird man lieber krank und zieht sich aus diesem Grund aus den Ämtern zurück. So geschehen bei Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht, Kurt Beck, Erwin Sellering, Peter Tauber ua. 

Doch es ist nicht nur die intelligente Elite betroffen. Zu ganz ähnlichen Beobachtungen und Schlussfolgerungen kommen Wissenschaftler bei der Untersuchung der Verwendung von Mobiltelefonen, Video-Streaming und Nachrichten-Services durch breite Bevölkerungsschichten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Das normale Vokabular der Sprache zeigt wesentlich mehr Empathie, als die scheinbar rationale Sprache der Wissenschaft. Das hat einen wesentlichen Einfluss auf die, sich in der menschlichen Gesellschaft, entwickelnden Werte. Viele Menschen haben Angst davor, dass sich diese Werte wandeln und wissen, dass sich diese Wandlung durch Änderungen in der Sprache ankündigt. Deswegen ziehen sie sich umso mehr auf die rational-logische Sprache und das damit einhergehende Verhalten zurück. Sie merken dabei nicht, dass es genau diese Sprache ist, die sie in die Bredouille gebracht hat. Anstatt der Einsicht, wieder mehr EQ, mehr Emotionen in ihre Ansichten fließen zu lassen, verhärtet sich ihr Standpunkt und krallt sich an den Fakten fest. Aus- und Abgrenzung zu allen menschlichen Problemen sind die Folge. Nur "Zahl und Maß" gilt noch als Argument und wird in der öffentlichen Diskussion zugelassen. So drehen sich die Diskussionen um diese, wahrscheinlich bereits von allen Menschen verstandenen Fakten, die sich auch bei der hundert-tausendsten Wiederholung nicht ändern, ohne wirkliche Handlungsimpulse auszulösen. Warum? Weil sich die emotionale Kompetenz der Fakten Duellanten gegen Null bewegt und ihre Beschwörungen trotz aller Richtigkeit keinen Menschen mehr vom Stuhl aufspringen lässt und ins Handeln treibt. Nun, es ist für Technokraten auch zu gefährlich, die Massen gegen sich aufzubringen, denn die werden in ihrer Dummheit ja noch für die nächste Wahl gebraucht.

 

Warum nur, konnten die Demagogen der vergangenen Zeitalter die Menschenmassen so begeistern? Was konnten sie, was den heutigen Technokraten fehlt? Die Antwort ist einfach: Sie waren hochgradig emotional. Sie transportierten Gefühle und schleuderten sie wie Zündfunken in die Massen, bis das Feuer übersprang. Das war sicherlich nicht immer durch die besten Absichten geführt, aber nur eine gute und mitreißende emotionale Wortwahl kann das leisten.

 

Stimmungen, unbestimmte Empfindungen und Gefühle machen glücklich. Man wird sich wohl befinden, wenn man keinen besonderen Trieb, keine bestimmte Gedanken- und Empfindungsreihe in sich bemerkt.

Novalis (1772 - 1801)

 

Das wird den Technokraten und Sprachzombis der heutigen Zeit nicht gefallen und sie werden wahrscheinlich alles tun, um zu verhindern, dass die Emotionalität wieder in der Alltagssprache Einzug hält. Unausdenkbar, was geschehen könnte, wenn die Menschen tatsächlich verstehen würden, was aus Politik und Wirtschaft verlautbart wird. Niemand könnte sich mehr hinter verschachtelten Sätzen und verdrehten Wortungeheuern verstecken, denn die Sprache des Volkes ist direkt, offen und EMOTIONAL!

 

Die Verödung der Sprache ist nicht einmal auf ein Versagen des Bildungssystems zurückzuführen. Es ist vielmehr der Common-Sense, die allgemeine Meinung, einer Gesellschaft, deren Großhirn die Vorherrschaft über das Mittelhirn errungen hat und die Tatsache ignoriert, dass das Mittelhirn den Menschen mitsamt des Neo-Cortex am Leben hält. Das Problem, falls es denn überhaupt eines ist, da ja jede Gesellschaft, so wie jedes Individuum das Recht und die Freiheit hat, sich in jede gewünschte Richtung zu entwickeln, lässt sich also nicht einfach dadurch beheben, dass man sich in den Schulen vermehrt mit Themen wie Fairness, Altruismus und Kooperation beschäftigt. Sondern in der Gesellschaft müssen die Menschen wieder lernen, dass nicht nur "Maß und Zahl" die Wirklichkeit bestimmt, sondern auch Unbestimmtes, Geglaubtes und Emotionales. Und genau diese irrationalen Komponenten müssen wieder in Rede und Wort einfließen, was allerdings auch bedeutet, das Sprecher und Schreiber viel mehr von sich preisgeben müssen. Es ist dann nicht mehr möglich, sich hinter raffinierter Rhetorik und geschliffenen Formulierungen zu verstecken. Dann wird ein Versprechen wieder zu einem Eid, etwas, das nicht beliebig gebrochen werden darf.

 

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

(Antoine de Saint-Exupéry)

 

Die Unverbindlichkeit der Ausdrucksweise weicht in dem Maße, wie sich Selbsterkenntnis und Altruismus ausbreiten. Die mechanistische Sprache, also das Faktendenken des Neo-Cortex muss wieder in den, ihm angemessenen Kontext verwiesen werden. Eine rein rational orientierte Sprache führt im Dialog zwischen Menschen zum Empfinden von Kälte und Abgrenzung und hat allenfalls die Chance eine rationale Übereinstimmung zu erreichen, aber keine Überzeugung oder Motivation. Um jemanden wirklich zu überzeugen, müssen Herz und Verstand - Cortex und Limbisches System - in Resonanz gehen und das wird nur durch den Transport der Normen und Werte, sowie der Emotionen und Motivationen des Sprechers/Schreibers ermöglicht.

Nur durch die Verwendung eines humanen Wortschatzes fühlen sich Menschen angesprochen und können an ein gemeinsames Ziel gebunden werden. Die technokratische Sprache vermittelt nur die Unnahbarkeit des Ratio, dessen Verbindlichkeit durch die allzeit mögliche Veränderung der Fakten, auf tönernden Füßen steht. Ein ideales logisches Mittel, um über unendliche Argumentationsketten, eine emotionale Sprachlosigkeit und Starre zu erzeugen.   

 

Der tolle Mensch  von Friedrich Nietzsche   

 

Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, 

der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, 

auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: "Ich suche Gott! Ich suche Gott!"

Da dort gerade viele von denen zusammen standen, welche nicht an Gott glaubten, 

so erregte er ein großes Gelächter.

Ist er denn verloren gegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der andere.

Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander.

 

Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken.

 

"Wohin ist Gott?" rief er, "ich will es euch sagen!

Wir haben ihn getötet - ihr und ich! 

Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir das gemacht? 

Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? 

Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen?

Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun?

 

Wohin bewegen wir uns?

Fort von allen Sonnen?

Stürzen wir nicht fortwährend? 

Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten?

Gibt es noch ein Oben und ein Unten?

Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts? 

Haucht uns nicht der leere Raum an?

Ist es nicht kälter geworden?

Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?

 

Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden?

Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben?

Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? - auch Götter verwesen!

Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!

Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?

 

Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet - wer wischt dies Blut von uns ab? 

Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? 

Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?

Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns?

Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? 

 

alles liebe

Hans

Weg und Entscheidung

Der Weg und die Entscheidung  

 

Die einen behaupten es gibt Gott nicht, die anderen behaupten es gibt ihn. Wieder andere sagen es gibt nur eine unvorstellbare Leere, aus der alles kommt. Wieder andere verneinen sowohl das, was die einen und das, was die anderen sagen. Jeder beruft sich dabei auf seine Quellen und führt meist eine historisch fundierte oder wissenschaftlich belegte Beweisführung in der Art: Dieser Berühmte sagte das und jener dieses und der sagt das und dieser das und und und ... Oder es steht in den Veden, in der Bibel oder im Koran. Es kann sein, dass jeder sagt, was wirklich ist - aber jeder sagt mit Sicherheit SEINE Wahrheit und die muss nicht wirklich sein. Darüber hinaus kann die Wahrheit eines anderen nicht so ohne weiteres zu deiner eigenen Wahrheit werden, denn das wird schon durch die individuellen Erfahrungswelten verhindert, in denen sich jeder von uns befindet.

Es ist nur eines ganz sicher, wenn du deinen Weg gehen willst, dann musst du dich dafür entscheiden, dass es diesen Weg überhaupt gibt. Tust du es nicht, wird es diesen Weg für dich nicht geben. Es bleibt dir also nichts anderes übrig, als zumindest ein Stück weit einen Weg zu gehen, einer Philosophie, einer Lehre oder Wissenschaft zu  folgen, die von jemandem anderen stammt. Stellst du dann irgendwann fest, dass dieser Weg mehr Fragen als Antworten aufwirft, bist du an einen Kreuzweg gekommen, an dem du dich erneut entscheiden musst. Gehst du den eingeschlagenen Weg weiter oder hast du den Mut, an der Kreuzung weiter geradeaus oder links oder rechts zu gehen. Entscheidest du dich nicht, bleibst du für immer an dieser Stelle stehen. Du musst dich im Leben immer wieder neu entscheiden: In jedem Augenblick, ob der nun eine Trillionstel Sekunde oder 13 Milliarden Jahre dauert. Nur wenn du dich entscheidest, kommst du weiter. Und im Weiterkommen erschaffst du den Weg unter deinen Füßen. Diese Entscheidungen erzeugen in dir ein Gefühl der Selbstbestimmtheit und Freiheit und nähren dein Selbstbewusstsein. Irgendwann wirst du dann auf deinen Lebensweg zurückschauen und die Mäander seiner Entwicklung entdecken. Dann hast du gelernt, das "Entscheiden" hauptsächlich "scheiden" bedeutet. Das Gute vom Bösen, das Chaotische vom Strukturierten, das Scheiden von denen, die einen anderen Weg gingen. Scheiden von denen, die sich anders entscheiden haben und Abschied nehmen, Loslassen und den eigenen Weg kreieren. Es bleibt ja auch gar nichts anderes übrig, denn solange wir hier sind, dies schreiben und lesen, solange erzeugt UNSER Bewusstsein einen Weg UND den dazu passenden Nicht-Weg. Wie auch immer das aussehen mag, anders kommen wir nicht durchs Leben. 

 

Freue dich, wenn du jemanden findest, der ein Stück des Weges mit dir teilt oder teile du ein Stück deines Weges mit jemandem. Doch versuche nicht jemandem DEINEN Weg aufzudrängen und lass nicht zu, dass dich jemand von "deinem" Weg abbringt. Versuche nicht deinen Weg zu erklären oder zu rechtfertigen, denn es ist alles getan, indem du entschieden hast. Du musst deinen Weg weder verteidigen oder festigen, noch für ihn kämpfen. Sei wie das Wasser: Fließe vom Hohen zum Tiefen, bleibe dabei so klar wie du kannst und wenn es mal schmutzig wird, dann wisse, dass es nur vorübergehend ist. Halte Deine Wahrheit aufrecht und dein Weg wird ewig unter deinen Füßen hervorquellen.

 

alles liebe

Hans

Das große HIER

Das große HIER

 

Kein Hoffen, kein Suchen und nichts zu erreichen gibt es im großen HIER. In seiner Gegenwart bin ich eins mit mir und mit allem. In ihm lösen sich alle Trennungen auf und werden zu einem endlosen in- und miteinander. Im großen HIER schweben die Potentiale in wacher Stille und warten auf meine Wahl. Alles was ich bin ist in ihm enthalten und sonst nichts. Kein Denken hat es je berührt, kein Wort beschrieben. Ein Platz für die ganze Schöpfung. Im großen HIER verschwinden die Grenzen meiner Welt mit mir. Schwerelos und leuchtend schweben die Räume, in sich selbst versunken, bereit zu erwachen, sobald ein ich eintritt.

Das große HIER ist so einfach, dass der aufgeregte Verstand es unter allen Umständen meidet.  Es ist meine Aufgabe das Gezappel des Verstandes zu beruhigen und mein Bewusstsein zu befrieden und wenn ich das alles aufgegeben habe, dann bin ich im großen HIER, in der Stille des einen Augenblicks. Dann bin ich Geist. Doch warte: Wer ist dieses ich, das sich endlos in den Spiegeln der Schöpfung sieht? Mach dich frei von allen Konzepten, höre auf die Stille in dir, finde das große HIER und gebe dem Lärm der Ansichten und Meinungen keine Nahrung mehr. 

Die Welt funktioniert nicht nach unseren Vorstellungen. Sie funktioniert weder in der linearen Zeit noch in einem linearen Raum. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur Konzepte im menschlichen Bewusstsein. Genauso wie die Raumdimensionen, Länge, Breite und Höhe dem konzeptuellem Denken des Menschen entspringen. Das menschliche Bewusstsein schneidet aus der Wirklichkeit das heraus, mit dem es umgehen kann, mit dem es zurecht kommt. In Wirklichkeit existiert nur ein einziger ewiger Moment. In diesem, immer gegenwärtigen Moment geschieht alles. Damit können wir beim besten Willen nicht umgehen. Selbst ein noch so hoch entwickeltes Bewusstsein ist damit überfordert. Daher zerlegen wir diesen einen Moment zunächst in unendlich viele Räume, die erfahren werden können. Jeder einzelne mit seiner eigenen Geschichte, seiner eigenen Zeitlinie.

Soweit die konzeptionelle Analyse der Wirklichkeit durch das menschliche Bewusstsein.

Wenn wir davon ausgehen, dass es nur diesen einzigen Moment des Geschehens gibt, dann kann weder Vergangenheit, noch Gegenwart und Zukunft existieren. Dann sind wir immer in diesem Moment und es gibt kein Schicksal oder Inkarnationen, schon gar keine vergangenen oder zukünftigen Leben. Trotzdem erleben wir es anders. Dieses andere Erleben erzeugen wir uns selbst, um Einsicht, Erkenntnis und Wissen über uns selbst zu erhalten. Was wir aber erleben ist keine "fließende" Zeit, sondern unser Weg durch die Räume der Existenz. Jeder Augenblick ist ein Blick in einen anderen Raum, indem unbegrenzte Potentiale darauf warten, aktiviert zu werden. Entscheiden wir uns, ein solches Potential zu aktivieren, enstehen sofort neue Räume = Augenblicke, mit den sich daraus ergebenden Potentialen. Wir vereinfachen diesen komplexen Vorgang dadurch, indem wir die Zeit erfunden haben, die einen Zeit-Raum definiert, in dem etwas geschieht. Dadurch komprimieren sich die unendlichen Dimensionen des existierenden Raumes auf die für uns erfassbaren vier Raum-Zeit Dimensionen: Zeit, Länge, Breite, Höhe. Das ist praktisch und bequem. Doch wie das meiste Bequeme, entstehen so auch Verständnis-Fallgruben, weil wir vergessen, was wir da vereinfacht haben. 

 

Wenn wir uns einmal bildlich vorstellen, wie wir von unendlich vielen Räumen in allen Richtungen umgeben sind, die in Gesamtheit alle unsere Möglichkeiten enthalten, dann existieren wir in diesen unendlich vielen Räumen bereits. Wir sind in diesem Augenblick bereits alles, was wir in Zukunft sein werden und auch alles, was wir in der Vergangenheit waren. Es ist einzig und allein unsere eigene Entscheidung, welchen Raum wir als nächstes betreten wollen. Hier wird es wieder etwas schwieriger, denn wir müssen unterscheiden, zwischen dem Wollen des kleinen, vom Verstand dominierten "ich", dem Tamagotchi, wie ich es nenne, und der Absicht des Bewusstseins, das wir sind. Die Absicht des Bewusstseins äußert sich durch Resonanzen, die Existenz-Räume mit den passenden Frequenzen (Eigenschaften) anzieht. Das hat nichts mit dem uns bewussten erreichen von Zielen zu tun. Nicht einmal mit unserer Körperbewegung, die nebenbei bemerkt, ohne die unendlich vielen Räume um uns herum gar nicht möglich wäre. 

Der von uns gegenwärtig erlebte Moment, ist also die genaue Entsprechung dessen, was wir sind, da der Gesamtklang des Bewusstseins, das wir hier darstellen, genau die Existenzräume um uns zusammenzieht, die wir gerade erleben. Dieses "Zusammenziehen" der passenden Räume erleben wir als Zeit. Zeit ist damit nichts anderes, als die Veränderung der Räume, bzw. DES Raumes, den wir grobsinnlich wahrnehmen. Das "Hier", indem ich mich jetzt gerade befinde ist also die Kompression aller Möglichkeiten, die ich jetzt gerade habe. Durch diese grobstoffliche Betrachtungsweise, kann ich die feine Struktur des Raumgewebes nicht mehr erkennen und bin quasi blind auch für die offensichtlichsten Potentiale. Dann fühle ich mich auch an die Zeit gefesselt, die ich ebenso grobsinnlich wahrnehme.

 

Übe ich mich aber darin, mich für die Struktur des HIER zu öffnen, werden die mir darin enthaltenen Existenz-Räume bewusst und ich kann beliebige Situationen in der Vergangenheit oder Zukunft erleben. Spätestens dann stellt sich heraus, wie begrenzt die menschliche Sicht auf die wirkliche Realität ist, und dass der sogenannte physische Raum, indem ich mich befinde, nichts weiter als ein Inhalt, eine Projektion, meines Bewusstseins ist. Genauso, wie die unzähligen Existenz-Räume, die alle von Versionen von mir bevölkert sind. Alle meine vergangenen und zukünftigen "Ich" leben parallel in diesen Räumen ihre Leben und sind über Resonanz-Beziehungen mit mir verbunden. Unsere Leben beeinflussen sich gegenseitig. So wirkt mein zukünftiges "Ich" auf mein gegenwärtiges "Ich" ein und mein gegenwärtiges "Ich" beeinflusst die Gegebenheiten meiner vergangenen "Ichs". Niemand kann erleben, für das er keine Resonanz hat und die Resonanzen sind die "Klangbilder" aller Frequenzen, die in meinem Bewusstsein existieren. (Siehe dazu auch meinen Text: "Das Nichts am Anfang")

 

Das HIER ist somit der Kraftpunkt meiner Aufmerksamkeit. Der Fokus meines Bewusstseins und Mittelpunkt meines Lebens.

Dieses HIER unterscheidet sich ganz deutlich vom "hier und jetzt" sein, von dem oft geredet wird. Die meisten Menschen verstehen unter "hier und jetzt" sein, einen Zustand des im gegenwärtigen Augenblick seins. Also einen Moment, in dem sie nicht über Zukunft oder Vergangenheit nachdenken. Das ist jedoch nur eine sehr einfache und begrenzte Interpretation, denn das HIER sein umfasst viel mehr. Doch um das zu verstehen, ist es nötig, die bisherigen Konstrukte über die physische Welt, den eigenen Körper, die eigene Identität, die eigene Umwelt und auch die illusionären Konzepte der Zeit aufzugeben. Solange wir nicht von diesen Ideen loslassen und die angelernten Überzeugungen, wie die Welt tickt, hinter uns lassen, solange können wir weder etwas an unserem Schicksal noch an unserem Leben ändern. 

Erinnerung: Das HIER ist der Ausdruck dessen was wir sind! 

Wir müssen quasi unsere eigene Persönlichkeit transzendieren und die vermeintlich individuelle Identität aufgeben, damit etwas geschehen kann, was wir heute noch bestenfalls als "mystische Veränderung" bezeichnen können. Wir müssen unser Leben in die Hände eines, uns selbst weit überlegenen Wesens legen und bereit sein, ihm die Führung zu überlassen. Dieser Schritt, heraus aus dem Tamagotchi, heraus aus der begrenzten Welt eines begrenzten Verstandes mit seinem konditionierten Wissen, ist der entscheidende Schritt in die Freiheit. Es ist der Anfang des Weges zurück, die "religio" des Menschen, hin zu seinem höheren Wesen. Es ist der Beginn des Wiedererkennens und der Wiederbegegnung mit seinem "höheren Selbst", seiner wahren Existenz.

Diese Existenz ist wahrlich so mächtig, dass sie angsteinflößend ist und daher immer, wenn sie spricht, sagt: "Fürchte dich nicht, denn ..." 

 

Für jeden Menschen, der das HIER begreift, ist es ein kurzer und einfacher Weg sich wieder in sein ursprüngliches Wesen zu transformieren. Zum einen, weil jeder Mensch in der Zukunft dieses Wesen bereits ist und zum anderen, weil er noch nie etwas anderes war. Erst das Tamagotchi, dieser aus grobsinnigen Informations-Kompressionen bestehende Avatar, hat mit seinem analytisch, engstirnigen Verstand dafür gesorgt, dass unser Aufmerksamkeits-Fokus fast ausschließlich auf seinen Bedürfnissen ruhte. Indem wir ihm seine Vorherrschaft entziehen, sein Wissen als eines von vielen Wissen, richtig bewerten und nicht mehr so wichtig nehmen, entmachten wir ihn. Als Folge können wir die Potentiale in der Raum-Struktur des HIER besser erkennen und erheben uns über das Selbstbild, das dieses Tamagotchi erzeugt hat. Dann ist der Weg frei.

 

Zum Ende noch eine Bemerkung über das "ich":  Wen meine ich mit "ich", "wir", "mich", "unser"? Wer ist es der einen Aufmerksamkeits-Fokus und ein Tamagotchi hat und zu welchem höheren Wesen sollte dieses ich, wir, mich, unser, zurückfinden? Nun, die Antwort ist einfach: DU! und etwas komplizierter: Der GEIST, der DU ist. Der Geist, der mittels eines Bewusstseins ein Universum erschuf und sich darin als Tamagotchi verlor. Mit anderen Worten: DU, DU, DU!

 

Wo ich gehe – du!

Wo ich stehe– du!

Nur du, wieder du , immer du!

Du, du, du!

Ergeht`s mir gut – du!

Wenn`s weh mir tut –du!

Nur du, wieder du, immer du!

Du, du, du!

Himmel – du,

Erde – du,

Oben – du,

unten – du,

Wohin ich mich wende, an jedem Ende

Nur du, wieder du, immer du!

Du, du, du!

 

(Gedicht von Martin Buber)

In Gedenken an meinen Zen-Lehrer Bert Kemming.

 

Alles klar?

 

alles liebe

Hans

 

Das Nichts am Anfang

Das Nichts am Anfang

 

"Ich denke - also bin ich"  

sagte einst René Descartes und definierte damit den "Ich bin" Gedanken als Grundlage des Seins. Über viele Jahrhunderte blieb dieses Axiom der Philosophie auch weitgehend unangetastet.

Heute müssen wir jedoch aufgrund quantenphysikalischer Erkenntnisse einsehen, dass Descartes hier irrte. Es muss heißen: "Ich bin, also denke ich!"

Wir wissen zwar immer noch nicht genau, was Gedanken sind, aber wie sie auf physischer Ebene entstehen, können wir messtechnisch nachvollziehen. Gedanken sind elektromagnetische Impulse in der neuronalen Vernetzung des Gehirns, die durch elektrochemische Vorgänge ausgelöst werden. Warum wir in dem elektromagnetischen Gewitter unseres eigenen Gehirns logische, folgerichtige oder gar intuitive Gedanken identifizieren können, ist und bleibt ein Geheimnis und der zukünftigen Forschung vorbehalten. Damit wir aber elektromagnetische Aktivität messen können, müssen Elektronen vorhanden sein, deren Bewegungen ein magnetisches Feld erzeugen. Diese Elektronen entstehen in einem Etwas, dass die Physiker "Nullpunktfeld" nennen und das die sogenannte Raumenergie erzeugt. Diese Raumenergie entsteht durch  das spontane Erscheinen und Verschwinden von Elementarteilchen im leeren Raum. Das wird Quantenfluktuation genannt. Damit also überhaupt Gedanken entstehen können, ist diese Quantenfluktuation notwendig, um zuerst die Elektronen zu liefern, die wir als Gehirnaktivität messen können. Alles klar? Daher: "Ich bin, also denke ich"

 

Wir wissen heute weder, woher die Quantenfluktuation kommt, noch was uns ermöglicht in dem Chaos der elektromagnetischen Entladungen in den Netzen des Gehirns auch nur einen vernünftigen Gedanken zu denken. Was also ist das, was dich und mich denken lässt? Was nimmt die elektrischen Signale deines Gehirns wahr und erzeugt daraus sowohl Wahrnehmung - also das "Für Wahr Halten" der Signale, als auch die logischen Verknüpfungen zwischen den elektrischen Ladungen in den neuronalen Netzen, die wir dann für Gedanken halten. 

 

Das Problem löst sich erst auf, wenn man es von einer anderen Ebene betrachtet und eine weitere Existenzebene postuliert, die alles einschließt, was wir wissen und erfahren können. Ansatzweise wurde diese Instanz "der innere Beobachter" genannt. Diese Instanz ist nicht-energetisch-materieller Natur und wir können sie als "unser Bewusstsein" bezeichnen, indem sich alles abspielt. Unser Bewusstsein umfasst damit das ganze bekannte Universum. In ihm ist eine uns chaotisch anmutende, elektromagnetische Wolke, deren Resonanzen im Nullpunktfeld genau das manifestieren lassen, was uns entspricht - inklusive unseres Gehirns mit den Gedanken. Alles klar? Ist doch ganz einfach oder nicht? 

 

Jetzt ist aber unser Bewusstsein keine Form, die schön und ästhetisch anzusehen, alles beinhaltet, was wir sind. Es ist vielmehr ein in alle Dimensionen verdrehter und verzwirbelter Fetzen miteinander vernetzter und  verklumpter Energie. Dieser Fetzen hat keine erkennbare Form und ist umgeben und durchwachsen von Löchern des Unbewussten. Das Unbewusste durchlöchert unser feines Bewusstsein wie einen Schweizer Käse und in diesen Löchern ist für uns einfach nichts. Nichts, Leere, Kälte und Dunkelheit. Dieses uns Unerfahrbare, das uns Unbewusste, ist der Teil des Geistes, der wir sind, von dem wir keine Ahnung haben oder haben wollen. Es existiert jenseits aller Kategorien und Vorstellungen. Es ist das Ewige, das Ungeformte und der Ursprung von Allem. Wir könnten diesen Geist, zusammen mit dem Bewusstsein als unser Wesen bezeichnen, das sich vollkommen von dem, was wir für uns selbst halten, unterscheidet. Dieses Wesen ist nicht Geist und ist nicht Bewusstsein, aber es ist auch Geist und es ist auch Bewusstsein. Es ist ähnlich der von uns postulierten Idee des Nullpunktfeldes, aber nicht identisch mit ihm. Es ist Eines und Vieles gleichzeitig. Unsere Kategorien von Raum und Zeit sind für unser größeres Wesen nicht bindend und alles was wir von ihm wahrnehmen können, ist eine unaussprechlich intensive Energie, die wir "Liebe" nennen. Dieses Wesen erfährt sich selbst durch die Gesamtheit aller elektrischen Blitzgewitter in den Gehirnen der Lebewesen und ist, vorsichtig gesagt, die Ewigkeit, von der wir nur das wahrnehmen, was unser Bewusstsein zulässt. Anders gesagt: Wir sind das Selbstgewahrsein dessen, was wir traditionell ausgedrückt, "Gott" nennen. 

 

Ich wünsche dir, dass du das Folgende nachvollziehen kannst:

Im untersten Zustand von Allem ist "NICHTS". Diese "Leere" ist einfach ohne alles und doch ist sie sich ihrer selbst gewahr. In dieser Leere existiert nur ein Informations-Potential, weder Quanten, noch Energie und schon gar keine Materie. Es ist ein einfaches Gewahrsein von "(Ich) bin". (Das "Ich" steht in Klammern, weil es hier kein "Ich" gibt.) Es ist eine Bewusstheit in Ruhe, in der das Potential zum Denken vorhanden ist, ebenso, wie das Potential zum Nicht-Denken. Diese sich selbst gewahr-seiende Leere tendiert aufgrund von Wahrscheinlichkeiten vom Zustand des Nicht-Denkens in den Zustand des Denkens. Dabei entsteht jedes Mal ein dieser Information entsprechendes Energieobjekt oder es verschwindet. Auf diese Weise kommt die Fluktuation der Energie im Nullpunktfeld zustande. Dieses Nullpunktfeld, in dem Energie chaotisch und spontan - dh. ohne kausal erkennbare Zusammenhänge erscheint- ist die Wiege des uns bekannten und so vertrauten "Bewusstseins" und damit unseres Denkens. Hier entsteht das Universum, wie wir es als Menschen kennen. Hier sind wir zuhause und hier steht die Wiege des "Ich". Es ist die Grenze, die wir mit bewusstem Denken erreichen können, aber nicht überschreiten. Es ist so, als ob uns unser größeres Wesen sagen will: Bis hierher und nicht weiter! Wollen wir das Schwert des Wächters vor dem Paradies überwinden, müssen wir unsere ganze Bewusstheit aufgeben. Nur dann kann uns das Feuerschwert Michaels, nicht mehr zerschneiden und wir dürfen "ohne alles", den Garten Eden des "Selbst" betreten.

Erinnern wir uns an das, was Christus einst sagte:

"Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!"

Er meinte damit natürlich keinen weltlichen Reichtum, sondern das angehäufte und angesammelte menschliche Wissen und die daraus resultierende Gewissheit, wie etwas zu sein hat usw. Wer nicht einsieht, dass er "nichts weiß", dass er in seinem Hochmut nur seinen eigenen Definitionen und Illusionen gefolgt ist, wird diese Grenze nicht überwinden.  Wir müssen auf dem Weg zu unserer wirklichen Wirklichkeit bereit sein, alles aufzugeben was wir wissen. Wir müssen sogar unsere stolze Bewusstheit aufgeben. Johannes vom Kreuz sagt dazu:

"Glaubst du wirklich, Mensch, du kannst bleiben wie du bist, wenn du dich Gott näherst?"

und im Zen klingt es noch drastischer:

"Wenn du Buddha begegnest auf deinem Weg, dann töte ihn und geh weiter"...

 

Wir können in unsere "Religio" nichts mitnehmen von dieser, unserer bewussten Welt, nicht einmal Wissen. Einzig die Qualität der Erfahrung prägt über Resonanzen, Muster in die Nullpunktebene und bestimmt damit die Wahrscheinlichkeitspotentiale für den nächsten Augenblick - aus dem wir wieder hervortreten und neues Wissen ansammeln, bis wir es wieder freiwillig und freudig dem Leben zurückgeben.

 

Ich habe jetzt viele Worte verwendet. Verwenden müssen, um nur annähernd ein Bild "dessen was ist" zu entwerfen. Halte dich nicht an Worten fest, denn auch wenn du nun glaubst, etwas besser verstanden zu haben, ist das nur Wissen. Die notwendige Erfahrung, die dich tatsächlich weiterbringen würde, kann ich dir auf diesem Wege nicht ermöglichen. Es geht nicht darum, dir den Mond zu zeigen, du musst den Mond erfahren. Nicht DEN Mond, sondern DEINEN Mond, denn da ist sonst nichts, was gezeigt und da ist auch niemand, dem etwas gezeigt werden könnte.

Es war immer schon der Wunsch der Mystiker, die richtigen Worte zu finden, mit denen die unaussprechliche Erfahrung ausgelöst werden kann. Doch immer schon haben diese Worte nur neue Programmierungen in den Zuhörenden ausgelöst. Es entstand ein neues Gedankennetz, das versuchte, ES irgendwie zu begreifen. Indem ich dir, meinem Leser, solche gedanklichen Begrifflichkeiten gebe, schicke ich dich bewusst in die falsche Richtung. Dadurch machst du wahrscheinlich die gleichen "Fehler" wie ich, indem du versuchst dir ein Bild zu konstruieren, das auf den Informationen aufbaut, die du von mir oder jemand anderem erhalten hast. So wie ich, wirst du dann die Erfahrung machen, dass Millionen Worte nicht ausreichten, um auch nur ein Quäntchen Erfahrung zu vermitteln.

 

Es gibt kein richtiges Wort, so wie es kein falsches gibt. Im Mandala des Erfahrens vereinen sich beide. Die Illusion des Denkens, der Kommunikation (die ich jetzt gerade wieder verstärke) löst sich in der Erfahrung als eine Kommunion mit "Allem was ist" auf. Das versteht wahrscheinlich nur, wer die Erfahrung bereits gemacht hat.

Es ist der Schlag vor das Brett, hinter dem sich der Verstand versteckt. Doch fühlen kannst du das nur, wenn jemand vor das Brett schlägt!

 

Du bist derjenige, der alles hervorbringt. Das ganze Hologramm! Und solange du damit beschäftigt bist, deine Interaktion mit den Hologramm Objekten zu analysieren, solange bleibt das Ausgangstor des Holo-Decks verschlossen. Es ist nichts verkehrt daran, dieses Leben zu genießen und seine Vielfältigkeit zu erforschen. Doch erst, wenn wir bereit sind uns vor die leere Wand zu setzen und dort sitzen zu bleiben, bis das Bewusstsein Ruhe gibt, das Gewitter im Kopf und sein gleißende Strahlen den Geist nicht mehr ablenkt, wird sich die Erfahrung des Größeren einstellen. 

Bis dahin werden wir wohl immer wieder versuchen mit den Mitteln des Verstandes und seiner Worte zu beschreiben, was nicht zu beschreiben ist.  Der Weg in die Welt ist genau so eine Rückkopplung, wie der Weg aus der Welt hinaus und es ist eine persönliche Entscheidung welchen Weg du einschlägst.

 

alles liebe 

Hans