Die Lust am Komplizierten

 

 

Die Lust am Komplizierten

 

Jetzt habe ich nach längerer Zeit wieder einmal in verschiedenen neuen psychologischen und spirituellen Büchern geschnüffelt und habe festgestellt, dass darin meistens uraltes Wissen, in bonbon-rosafarbener Verpackung neu angepriesen und als des Pudels Kern verkauft wird. Doch eine neue Verpackung macht noch lange keine Neuigkeit aus. Diese Mogelpackungen gaukeln dem Tamagotchi vor, auf dem Weg zur allumfassenden Erkenntnis zu sein. Sie machen glauben, dass die Methoden und Fortschritte nur den Forschungen der neueren Zeit zu verdanken sind. Die vielen neuen Begriffe wie Nullpunktfeld, morphisches Feld, Quantenfluktuation, Epigenese und andere neu kreierte Wortschöpfungen kleiden jedoch nur Altes in ein neues Gewand. Ein Gewand, dass dem rational übereifrigen Ego besser gefällt und von dem es glaubt, ohne maßgebliche Veränderung seiner selbst, an mehr Macht zu kommen.

Doch geht es im Grunde nicht nur um das Ablegen der Ego-Zentriertheit und dem sich Hingeben an eine viel größere intelligente Macht? Früher nannte sich diese Intelligenz für jeden verständlich: „Gott“. Und es gab keine Affirmationen, sondern es wurde gebetet. Das Gebet öffnete den Kanal zu den eigenen Gefühlen und erzeugte damit die nötige Demut, die heute so schwer zu finden ist.

Allein die Dankbarkeit für das er-betene hat keinen neuen Begriff erhalten. Wohl auch, weil es das Schwierigste am Ganzen ist.  Mit dem Satz "Mit Gott zu beten" ist das Meiste aller komplexen esoterischen, religiösen und neuerdings auch wissenschaftlichen Lehren bereits ausgesprochen. 

Was also macht die Faszination der Komplexität aus, die die meisten Menschen ehrfurchtsvoll vor den wissenschaftlichen Erkenntnissen erschauern lässt? Sehen wir uns das vorbehaltlos an, entdecken wir einen Glaubenssatz, der in etwa sagt:

„Die Welt entwickelt sich in eine immer größere Komplexität. Sie wird immer undurchschaubarer und es müssen immer mehr Faktoren berücksichtigt werden, um sie zu verstehen.“

Dieser Glaubenssatz gilt auch für den Menschen und das Modell, das er von sich selbst hegt. 

Doch das ist falsch.

 

Wir können uns nicht vorstellen, dass die Geheimnisse nicht in einer immer komplexer erscheinenden Zukunft liegen, sondern in der, aus unserer Sicht, immer einfacher werdenden Vergangenheit. Das Einfache aber interessiert das Tamagotchi nicht. Es will mit neuen Erkenntnissen glänzen, im Rampenlicht stehen und den ihm zustehenden Beifall einheimsen. Das ist die Triebkraft, die die meisten Menschen veranlasst, ihr Leben zu ändern oder besser gesagt: besser zu kontrollieren. Doch das Leben ist über das Tamagotchi (Ego) nicht zu kontrollieren. Egal mit welcher esoterischen oder wissenschaftlichen Methode es auch versucht wird. Das Leben entzieht sich den Steuer- und Kontrollfähigkeiten des Tamagotchis.

 

Die Versuche des Tamagotchis, die Kontrolle über seine Realität an sich zu reißen, müssen scheitern, denn das Leben wurzelt jenseits seiner Existenz. Aber das Tamagotchi ist nicht dumm – wie auch, ist es doch göttlichen Ursprungs – und es weiß heute um die Epigenese, also die Veränderung des DNS-Erbgutes durch externe Lebenseinflüsse und die damit einhergehenden massiven Beeinflussungen der Lebensrealität. Seine auf Aktion-Reaktion Mechanismen fixierte "Wissenschaft" weicht hier langsam auf und es fängt an, seine mentale Fehlhaltung, die vor vielen Jahrhunderten mit Descartes und Newton ihren Anfang nahm, zu hinterfragen. Gleichzeitig entwickelt es jedoch ein noch komplexeres Modell der Welt und glaubt, damit die Erklärung, vor allem aber die Kontrolle über alles zu erlangen. Doch hier irrt es sich wieder einmal.

Der Weg in ein liebenswertes und erfülltes Leben, ohne existentielle Sorgen, in Freiheit und Selbstbewusstsein führt nicht über die komplexen Modelle des Tamagotchis. Es ist sehr viel einfacher. Aber diese Einfachheit ist für die meisten Menschen nicht mehr erreichbar. Sie sind von der Komplexitätslust infiziert und es bedarf einiger Anstrengung und Übung, sich von dem komplexen Gedanken-Müll und seinen Auswirkungen zu befreien.

Ein paar Beispiel dazu: Schauen wir in die aktuellen Nachrichten, so merken wir schnell, dass die Klimaveränderung den meisten Menschen bewusst ist, sich jedoch alle politischen Maßnahmen nur um finanzielle Aspekte gruppieren. Es soll gegen die Klimaveränderung angekämpft werden und die Mittel werden immer komplexer. Die einfachste Lösung wäre jedoch, das Klima so anzunehmen, wie es sich gebärdet und mit allem aufzuhören, von dem wir bereits wissen, dass es dem Planeten nicht guttut. Das bedeutet jedoch auch, der Gold und Geld Mentalität abzuschwören.

Ein anderes Thema ist die Entwicklung von künstlicher Intelligenz. Alles was das Tamagotchi damit erschaffen kann, ist eine Kopie von sich selbst unter deren Knute es dann zukünftig leben muss. Es ist sicher faszinierend für Ingenieure etwas zu bauen, dass ihre eigenen, als unzulänglich erachteten Fähigkeiten übertrifft, aber vor lauter Faszination auf die Komplexität dieses Vorhabens, werden die zukünftigen Konsequenzen übersehen. Auch hier wäre das bewusste Unterlassen solcher Vorhaben in Hinsicht auf zukünftige Auswirkungen eine einfache Lösung.

 

Ich bin nicht der Meinung, dass wir wieder zu Kerzenlicht und Pferdefuhrwerk zurückkehren sollen, aber die ausufernden Bemühungen des Tamagotchis, sich über sich selbst zu erheben, müssen einfach aufhören. Die ältesten spirituellen Schriften und damit die Grundlage der heutigen Psychologie besagen, dass der Mensch und Gott EINS sind. Sie sind vom gleichen Geist. Das bedeutet doch letztendlich, dass Meditation und Gebet eine Zusammenkunft ein und desselben sind. Ein Gespräch mit Gott ist also ein Gespräch mit sich selbst. Ein Gebet ist eine Bitte an sich selbst und setzt die Dinge in Gang, die dazu führen, dass das Erbetene eintritt. Jeder, der das wirklich für sich begreift, wird die große Demut erfahren, denn er wird etwas begreifen, was sich in Worten nicht ausdrücken lässt.

 

Es gibt nur einen kleinen Unterschied zwischen dem Tamagotchi und Gott. Dieser Unterschied liegt darin, dass der Mensch in seiner irdischen Existenz, fast ausschließlich auf sein persönliches Bewusstsein zugreift und seine Begrenzung nicht erkennt.  Seine begrenzte Sicht lässt ihn die Welt und sein Leben sehr komplex erleben und er sieht sich außerstande seine angelernten Glaubenssätze aufzugeben. So baut er ständig neue Gedankenkonstruktionen auf, die ihn aus der Verantwortung befreien. Er begründet es damit, dass wir nicht all die Eigenschaften und Fähigkeiten haben, die wir Gott andichten. Wir halten uns zB. weder für allmächtig noch für ewig. Und doch sind wir es, denn wir sind nichts anderes als dieses "Gott".

Das Tamagotchi jedoch versucht Gott gleich zu sein, also ein Mimikri-Spiel zu spielen, in dem es so tut als ob. Und genau das wird ihm zum Verhängnis, denn Du kannst nicht so tun, als ob, solange du Zweifel hegst. Du kannst auch nicht sein, was du glaubst nicht zu sein. 

Die Ursache, warum wir uns gegen die Identität mit "Gott" oder der "Quelle" sperren, liegt in unserem dualen Denken. Wir können nur einen Gedanken denken, den wir vor seiner "Negation" erkennen. Die Negation aller bewussten Gedanken und alle bewussten Gedanken zusammen, sind NICHT Null. Sie stellen die Begrenzung des Tamagotchis dar. Sie sind der  (Bewusstseins-) Raum, aus dem es nicht entkommen kann. Innerhalb dieses Raumes ist es der Alleinherrscher und es ist bestrebt diesen Raum stets zu vergrößern. Das Verlassen des Raumes ist ihm aber nicht möglich.

Den Raum zu verlassen ist der Quelle vorbehalten, jenem wesenhaften Sein, das jenseits aller Begrenzungen existiert und das wir alle sind.

Deshalb ist die Selbstaufgabe, das Loslassen des Egos, das Loslassen des Tamagotchis so wichtig. Erst wenn du dich ganz auf die Quelle einlassen kannst, dich ganz hingeben an das Unannehmbare, wenn du bereit bist deine Persönlichkeit aufzulösen und das Licht deines persönlichen Bewusstseins auszulöschen, dann erwachst du in das Wissen der Quelle. Dann wird alles NULL und nichts bleibt, was dich an die Welt bindet. Dann merkst du plötzlich, dass alles Bisherige der Ausdruck des "göttlichen Willens" der Quelle war, an dem du als Person teilhaben durftest. Für all das haben wir alte Aussagen:

"Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein (geistig) Reicher ins Himmelreich kommt."

"Ihr müsst werden wie die Kinder, denn ihrer ist das Himmelreich. Das Himmelreich ist in Euch."

Auch wenn die Worte jetzt stark religiös gefärbt sind, so deuten sie schon immer in die richtige Richtung. Glaube nicht, dass mit der Aufgabe deines rationalen Denkens die Welt endet. Wenn das Geplapper des Tamagotchis endet, öffnet sich eine Wahrnehmung, die ich als bewusstes Erleben bezeichne. Sie ist nicht mehr an den Körper gebunden, weder materiell noch energetisch, noch spirituell. Sie ist "behind the vail", jenseits des Vorhangs, der die Tamagotchi-Menschen-Welt von der Quellen-Welt trennt.

 

alles liebe

Hans

 

 

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte 

 

Es ist doch nicht so, dass unsere "neuen" Erkenntnisse über die Realität, die Physik und unsere Rolle im Leben bereits den Endpunkt allen Wissens darstellen.

Es ist nur ein erster Schritt über den "cartesianischen Dualismus" hinaus. Etwas, das uns für ein inter-dimensionales Leben öffnet, indem das, was heute noch als Wunder angesehen würde, zum normalen Erleben gehören wird.

Ganz langsam und schleichend verändert sich das wissenschaftlich fundierte Bild unserer Welt. Auf der einen Seite assimiliert es uraltes esoterisches Wissen und auf der anderen Seite analysiert und misst es sich zu Tode.

Mehr Erkenntnisse zu haben, bedeutet auch mehr Verantwortung zu tragen.

Es bedeutet aber auch die Erkenntnis, wie verantwortungslos und unbewusst unser menschliches Handeln in der ganzen Vergangenheit war. Doch das ist ja die Natur der Erkenntnis, etwas zu wissen, was vorher unbewusst war und es dann mit veränderten Handlungen umzusetzen.

Mit den Handlungen hapert es noch großteils, aber wer will schon eine 13 Milliarden Jahre dauernde Evolution in nur wenigen Jahren abändern. Auch wenn wir uns immer bewusster darüber werden, welche Rolle wir als Menschen spielen und wir diese Rollen in einer Art Selbst-Definition aus dem potentiell Unendlichen heraus kristallisieren, so wird es auch hier Grenzen geben, die uns vom omnipotenten Schöpfen abhalten. Die zu unserem Schutz verhindern, dass wir uns selbst zerstören.

 

Doch die ersten exponentiellen Schritte in eine höhere Bewusstheit machen wir bereits seit über drei Jahrzehnten. Deutlich wurde das 1987 mit der "Harmonischen Konvergenz", dem Auftreten des "Photonen-Rings" und dem Abschluss des 26.000 Jahre währenden Erd-Präzessions-Zyklus. 

In hinduistischer Kosmologie, beendet sich nun das Kali-Yuga, das Zeitalter des Niedergangs, des Streites und des Verderbens. Das Kali-Yuga ist die letzte von vier Phasen einer Entwicklung, die zu einem höheren Bewusstsein führt. In der europäischen Theologie wird es "Eisernes Zeitalter" genannt, meint aber im prinzipiell das Gleiche. Mit dem Aufsteigen dieses erweiterten Bewusstseins im Menschen wird auch der neue Buddha "Maitreya" erwartet, mit dessen Erscheinen das Kali-Yuga ausgelöscht wird. Es folgt dann wieder die erste Phase der vier Zeitalter, das Satya-Yuga oder das "Goldene Zeitalter", in dem das neue Bewusstsein des Menschen zur Blüte kommt. Das Eintreten des Satya-Yuga zeigt sich in der Auflösung von Chaos und dem Verschwinden von Hass, Gier, Verwirrung und allen Resten des Kali-Yuga Bewusstseins. Unordnung und Leid verwandeln sich augenblicklich in Ordnung und Wissen.

 

Nun, das klingt phantastisch und unglaubwürdig. Sieht man es jedoch mit modernen psychologischen Augen, so beschreibt die hinduistische Kosmologie den Prozess der Bewusstwerdung. Sowohl im einzelnen Menschen als auch der gesamten Menschheit. Vergleichen wir unsere heutige Welt mit den Beschreibungen des ausgehenden Kali-Yuga, so stellen wir eine hohe Übereinstimmung fest:

.... die äußere Welt ist von zunehmender Gewalt und Kriegen geprägt und die geistige Verfassung der Menschen wird von  Neid, Habsucht, Hass, Gier, Verwirrung und Verantwortungslosigkeit dominiert. Nur noch Wenige finden einen Sinn und Zugang zu Meditation und spiritueller Entwicklung und es bedarf kraftvoller Methoden und großer Anstrengung, das Bewusstsein zur vollen Entfaltung zu bringen.

 

Wie in den meisten natürlichen Entwicklungen, verbirgt sich jedoch das Wesentliche im Dunklen und Ungesehenen. Die Samen sammeln Kraft in der dunklen Erde, die unscheinbare Knospe verbirgt die Pracht der Blüte bis zum letzten Augenblick. Dann explodieren die Ereignisse förmlich: Samen, die sich wochenlang in der Erde entwickelten, durchbrechen die Grenze zum Licht und entfalten sich. Knospen platzen und geben ihr Inneres als Blüte dem Auge zum Blick. Ein einzigartiger Vorgang, der den meisten rationalen Wissenschaften verborgen bleibt.

 

So auch tritt Maitreya, das Symbol des neuen, entwickelten Bewusstseins plötzlich, unerwartet und bisher ungesehen auf der Welt auf. Als "neuer Buddha" verkündet er Lehren, die das Bewusstsein noch weiter verändern. Das, was uns heute noch Unmöglich erscheint, wird sich realisieren. Im Augenblick, explosiv. Denn Maitreya strahlt diese Energie aus. Er ist das Symbol der Menschheit in ihrem aufgestiegenen Zustand.

 

Im Einzelnen entspricht das der Begegnung mit dem Wesenskern. Einer Begegnung mit dem Christus in uns, dem reinen klaren Bewusstsein, dass wir immer schon sind. Aber nicht nur Maitreya strahlt diese Energie aus, sondern jeder von uns tut es bereits. Doch wir haben diese Energie gebremst und mit Ängsten verdeckt. Wir haben uns einen Lendenschurz geschaffen, um unsere unreinen Stellen zu verbergen. Diese letzten Versuche, uns selbst vor uns selbst zu verbergen, werden enden. Doch bis dahin bilden sie die neuen Grenzen, die den Fortgang unserer Entwicklung bestimmen. 

 

Doch zurück zur weltlichen Realität.

Die Revolution im wissenschaftlichen Verständnisses unserer Realität legt nahe, dass nichts weniger als die "Wellen" unseres "Fühlen, Denken und Glaubens" unsere Ausstrahlung dazu veranlasst, genau das zu gestalten, was wir mit unseren (fünf oder mehr) Sinnen, als "Welt" wahrnehmen.

 

Die Welt, die wir erleben, folgt also dem, was wir in uns tragen. Wir verstehen es physikalisch nur rudimentär, wie dieses Ausstrahlen geschieht. Nichts desto Trotz erzeugt diese Ausstrahlung einfach alles, was wir kennen: unseren Körper, die Dinge, Tiere und Menschen von denen wir umgeben sind, die Situationen, die wir erleben, unsere persönliche Gesundheit, unsere Beziehungen, das Wetter und die globalen Zustände. Wir erzeugen diese Dinge nicht selbst, sondern filtern sie über das Resonanzgesetz als die Realität unseres Lebens aus etwas Vorhandenem heraus. Wir sind das Radio, dass sich selbst auf ein universalen Sender einstellen kann. Ein ewiger Sender, der ein Programm sendet, von dem wir und unsere Ausstrahlung ein Teil sind. Indem wir empfangen, verändern wir das Programm für alle. Jeder Einzelne macht das. Jeder für sich allein. Schon immer.

 

Das Problem ist im Moment, dass das revolutionäre Wissen noch nicht bei allen Menschen angekommen ist. Von Vielen wird es nicht verstanden, ja auch nur ansatzweise geglaubt, dass sie so mächtig sind. Sie ziehen es daher vor, weiterhin unbewusst durch ihr Leben zu torkeln und beschweren sich über das Ungemach, dass sie auf diese Weise auf sich ziehen. 

Doch bitte, was passiert, wenn man mit verbundenen Augen Auto fährt?

 

Das sich schnell entwickelnde Bewusstsein zwingt uns, neu zu entdecken, wer wir sind. Wir müssen alles daran setzen zu verstehen wer wir sind, einfach damit wir das überleben, was wir bisher unbewusst geschaffen haben. Es ist sogar vermessen von einem "sich entwickelnden Bewusstsein" zu reden, es ist vielmehr eine global wirkende Bewusstseinsausdehnung. Niemand kann sich dem entziehen, da Bewusstsein kein Objekt dieser Welt ist. Es ist ein alles durchdringendes "Feld", das alles hervorbringt und sichtbar macht. Die Grenzen, die wir von diesem Feld wahrnehmen sind der leere Raum und die Vorstellung von Zeit. Im Moment können wir uns keine Existenz ohne Raum und Zeit vorstellen. Die "cartesianische Dualität" zwingt uns in einzelnen Objekten zu denken. Einzeln bedeutet dabei, dass es einen wahrnehmbaren Unterschied zwischen den Objekten geben muss: Entweder räumlich oder zeitlich. Diese Prägung ist so grundlegend, dass sie noch solange wirkt, bis sich das neue Wissen durchgesetzt hat. 

Jeder Mensch ist ein wirksamer Schlüssel in dieser grundsätzlichen Veränderung, denn die Wirkung dieser Veränderung basiert auf dem, was du und ich jetzt gerade tun - in diesem Augenblick. Allein, kollektiv, bewusst oder unbewusst. In diesem Augenblick wählen wir den Weg aus, der bestimmt, wie wir und die Welt in der wir leben, sein soll. Genau jetzt!

 

Die Ergebnisse unserer Überzeugungen umgeben uns als unsere alltägliche Erfahrung - als meine Welt!

 

alles liebe

Hans

Wissen der Engel - Weg der Menschen

 

Wissen der Engel- Weg der Menschen
Der vertikale Weg

      

Wenn du begriffen hast, dass deine erlebte Realität direkt mit deiner Wahrnehmung zusammenhängt und deine Wahrnehmung deiner Konzentration folgt, dann kannst du auch verstehen, dass der gegenwärtige Augenblick das Ergebnis all deiner Gedanken und Gefühle darstellt. Wenn du also deine Gefühle und Gedanken als real vorhanden bezeichnest, dann muss die Welt ebenso real sein.

  

Die Welt ist tatsächlich real, aber sie ist nicht "da draußen" nicht außerhalb von dir. Diese Unterscheidung in innen und außen existiert nur in deinem Denken, das wiederum aus deinen Wahrnehmungen entsteht. Du denkst, du hast keinen Einfluss auf die Dinge "da draußen". Doch "die Dinge da draußen" führen nur deshalb ein Eigenleben, weil du so denkst. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz und gaukelt dir Ohnmacht und Ausweglosigkeit vor. Doch DEINE Welt ist DEINE Realität und sie folgt DEINEM Denken und Fühlen. Sie ist instantan und wesensgleich mit deinem Bewusstsein und damit mit dem, was du jemals über dich weißt und wissen wirst. Doch DU bist mehr als dieses Bewusstsein, mehr als dieser Körper und mehr als diese Welt. Wir tragen diesem "Mehr" damit Rechnung, dass wir uns in ein Unbewusstes eingebettet betrachten, aus dem unser Bewusstsein aufsteigt und nach einem Leben später wieder darin versinkt. In dieser Ansicht wurzeln die meisten Religionen und unsere tiefsten Überzeugungen.

 

Doch der Gedanke an ein "Unbewusstes" hat bereits seine Wirkung. Mit ihm erschaffen wir ein Symbol für etwas, das uns weit überlegen ist. Im Gegensatz dazu sehen wir unser "Bewusstes" als abhängig und unterlegen an.  Dieses duale Denken entspringt dem Geist,  indem sowohl Unbewusstes als auch Bewusstes erschaffen und eingebettet ist. Dieser Geist ist nicht irgendwer oder irgendwo oder da draußen oder innen in dir. Das sind alles nur Vorstellungen und Denk-Kategorien damit menschliches Denken überhaupt möglich ist. Doch der Geist  denkt nicht. Der Geist IST. Deshalb IST auch deine Realität. Deshalb IST die Welt real.   

 

Diese grundlegende Dualität hat etwas erschaffen, was ich das "Tamagotchi" nenne. Das Tamagotchi ist, was du jetzt von dir kennst. Es sind die Teile von dir, die auf die Existenz und das Überleben in deiner Realität ausgerichtet sind. Das Tamagotchi lässt sich nicht einfach mit dem traditionellen Begriff "Ego" definieren. Es ist weit mehr und umfasst deinen physischen Körper mit seinem Zellbewusstsein, dein Wissen und Glauben, deine Persönlichkeit, deinen Charakter, deine Werte und deine Verbindung zum Unbewussten; zu Gott oder Universum, wie immer du das auch bezeichnen magst. (Mehr über das Tamagotchi findest du in meinem Buch "Erfüllung")

 

Du entwickelst dich also nach deiner Zeugung zunächst zu diesem Tamagotchi und verbringst einen großen Teil deines Lebens damit, es zu füttern, aufzubauen, zu pflegen und Strategien zum Überleben lernen zu lassen. Dabei wirst du nicht darüber informiert, dass du eine Intelligenz aufbaust, die eine weitaus größere Aufgabe hat, als ihr Leben in permanenter Angst vor dem Morgen zu verbringen. Das Tamagotchi wird zum Träger des Lichts, sobald du dich für deine Entwicklung entscheidest. Das Tamagotchi ist die Kerze, durch die das Licht deines Wesens in deine Welt scheinen wird, sobald du weisst wer du bist. Ohne dein Tamagotchi kannst du in deiner Welt weder erscheinen noch  wirken. Deshalb musst du es lieben und pflegen, denn es ist dein Kind, das du ins Licht führen wirst. 

 

Doch du kannst das Licht deines Wesens nur aufscheinen lassen, wenn du die Fixierung auf das Tamagotchi beendest und zu deinem Zentrum zurückkehrst. Diese Rückkehr in dein Zentrum ist der vertikale Weg, der Weg in die Senkrechte, in die Tiefe. Hinunter zur Mitte. Dorthin wo du wurzelst, zu deinem Ursprung. Die Rückkehr zu deinem "Kern" ist mit vielen Veränderungen innerhalb der horizontalen Tamagotchi Ebene verbunden. Nicht alle davon sind angenehm, einige sind schmerzlich und traurig, aber was dich erwartet, ist nichts weniger als die Erkenntnis darüber, wer du bist.

 

Der größte und einzige Gegner, der sich zwischen dich und deinen Kern stellt, bist du jedoch selbst. Das Tamagotchi will um jeden Preis der Welt so bleiben wie es ist. Es wird alles tun, um dich von deinem Vorhaben abzubringen. Es weiß nämlich sehr genau, dass es seine Vorherrschaft verliert, wenn du deinen Wesenskern erreichst. Es weiß, dass seine 4D-Realität in der Nähe des Kerns  verdampft und du dich in die Informationsebene in "ALLES-WAS-IST" transformierst, die du bist. Das Tamagotchi hat Angst zu sterben, wenn du dich wieder zurück in das ursprüngliche „höhere Selbst“ verwandelst. Es hat nie gelernt, dass das nicht stimmt. 

 

Den Zusammenhang zwischen Tamagotchi und höherem Selbst kann man sich als einfaches Kreuz vorstellen. Das Tamagotchi ist der Teil deines Wesens, der horizontal ausgerichtet ist und die Existenz in der irdischen Realität sichert. Die irdische Realität ist eine vier dimensionale Oberfläche, die sich mit jeder Erfahrung des Tamagotchis vergrößert. Die gesamte Existenz des Tamagotchi vollzieht sich nur auf dieser Oberfläche und alle seine Kräfte sind daran gebunden.

 

Aus Sicht dieses "höheren Selbst" stellt sich die Welt des Tamagotchis aber nur als ein Objekt unter vielen dar, die sich aus seiner eigenen "Konzentration" ergeben. Das "höhere Selbst" definiert also das Tamagotchi und seine Welt, bleibt jedoch selbst immer jenseits der konkreten Manifestation.  Was ich hier als höheres Selbst bezeichne, ist ein Informationsmuster, ein Hologramm, dessen Information solange unsichtbar und unerfahrbar ist, solange darauf keine Konzentration besteht. Erst durch Beobachtung tritt das Hologramm des höheren Selbst in Erscheinung. Es muss sich also erst selbst beobachten, um sich selbst wahrzunehmen. Das ist nicht anders als es das Tamagotchi auch macht. Um sich aber selbst wahrzunehmen, muss das Tamagotchi zuerst dazu gebracht werden, nach seinem Ursprung zu suchen. Jedoch ist das Tamagotchi wegen seiner Überlebensbestrebungen meist nicht daran interessiert, seinen "Schöpfer" zu finden. (Mehr über das Tamagotchi findest du in meinem Buch "Erfüllung")

 

Die Existenz des Tamagotchis ist ausschließlich auf ein horizontales Leben in Zeit und Raum ausgelegt. Du hast diese irdische Existenz betreten, als deine Sehnsucht nach einer irdischen Existenz ihre größte Intensität erreichte. Das löste eine Resonanz im Nullpunktfeld aus und auf subatomarer Ebene wurde eine Resonanz-Kaskade ausgelöst, die instantan alle Umstände deiner "Zeugung" hervorbrachte. Von diesem Augenblick an, bestehst du als Tamagotchi. Es ist die komplette Erinnerung an alles, was seit diesem Moment geschehen ist. Du bist deine in Materie geschriebene Geschichte und du liebst diese Geschichte auf eine unbeschreiblich tiefe Art. Da aber das Tamagotchi nicht allein auf die Welt kommen kann, denn es muss als materialisiertes Objekt einen Platz (Raum) im Leben haben, entsteht mit seinem Erscheinen auch Zeit und Raum. Der holografische Rahmen, in dem es existieren kann. Zuerst bietet dieser vier dimensionale Ort nur für ein paar Atome Patz. Doch mit jeder Erfahrung, die aufgrund der Resonanz-Kaskade passiert - wir nennen das Wachstum - dehnt sich dieses Mikro-Universum weiter aus. Die Entwicklung ist explosiv, wie unsere Wissenschaftler bereits herausgefunden haben. Das Wachstum des Tamagotchis erzeugt im Nullpunktfeld - also auf der materiellen Quantenebene - Spuren. Diese Spuren breiten sich in Wellen um das Zentrum deines Durchbruchs aus und erzeugen dadurch Veränderungen im Nullpunktfeld, die wieder auf das Tamagotchi zurück wirken und neue Spuren hervorrufen. Das ist der Antriebsmotor für die Resonanz-Kaskade, die du, als Tamagotchi, dein Leben in diesem Universum nennst. Wie alle Wellen in Raum und Zeit breiten sie sich natürlich aus und dein Lebensuniversum wird dadurch immer größer. Du hältst fasziniert deine Konzentration auf dem Tamagotchi und erfährst dadurch immer neue Dinge, entfernst dich aber gleichzeitig auch immer weiter von deinem Zentrum. Deine Zentrierung auf deinen Wesenskern löst sich auf und alles was bleibt, ist die unendlich schillernde Welt des Hologramms, Deine Realität, die deine ganze Aufmerksamkeit fesselt.  

 

Fassen wir kurz zusammen: Die konkrete Erscheinung des höheren Selbst ist das Universum in dem du als Tamagotchi lebst und das höhere Selbst ist diese Existenz als immaterielle, strukturgebende Information. Alles spielt sich im Bewusstsein von ALLES-WAS-IST ab. Das Gemeinsame an allem ist das Bewusstsein, welches sich durch die (vom Tamagotchi Verstand künstlich eingezogenen) Ebenen zieht.

Sei dir bewusst! Es gibt in Wirklichkeit keine "Ebenen", die man wie ein Stockwerk eines Hauses betreten kann. Es gibt auch weder ein Tamagotchi noch ein höheres Selbst, das von dir verschieden wäre. Einzig dein Konzentrationsfokus auf das eine oder andere lässt es in Erscheinung treten. Du bist wie die Musik einer Symphonie, die anschwillt und abklingt, von hohen zu tiefen Tönen schwebt oder im Paukenschlag donnert, mal sanft, mal gewaltig. Diese Musik bringt je nach Klang die Realität des Tamagotchis und die Welt des höheren Selbst hervor. Diese Welten existieren gleichzeitig wie die Stimmen der Instrumente, ohne sich zu stören und bilden gemeinsam das "ALLES-WAS-IST". Eine einfache Metapher dafür ist das Radio. Alle Radiosender strahlen ihr Programm gleichzeitig aus. Will man ein bestimmtes Programm empfangen, muss am Radio-Empfänger die Frequenz des Senders eingestellt werden. Ist diese Frequenz unbekannt, kann man das Programm einfach nicht empfangen, obwohl es da ist. Es ist also sehr wichtig zu wissen, auf welchen Frequenzen man sich gerade aufhält und wie sich das anfühlt.

 

Auf der Suche nach den Frequenzen des Wesenskerns werden wir feststellen, dass die höchsten Frequenzen Gefühle von Gelassenheit, Freude, Ekstase und unkonditionierter Liebe erzeugen. Sie führen in unbeschreibliche Zustände des Wohlergehens, während alle anderen Gefühle von niederen Schwingungen erzeugt werden. Je geringer die Frequenz der Gefühle, desto leidvoller und lebensfeindlicher werden sie. Das Tamagotchi versucht diese hohen Frequenzen durch den raschen Wechsel von Objekten herzustellen: Es will immer mehr: ein neues Auto, ein größeres Haus, noch mehr Thrill, das Größere und Schnellere, das Bessere usw. Doch hat es dies dann erreicht, muss gleich das Nächste her.

Dies ist eine unendliche und sich selbst beschleunigende Geschichte. Das Tamagotchi kann zunächst nicht begreifen, dass es so nicht zum Ziel kommen wird, sondern sich im Gegenteil dadurch sehr schadet. Mit jedem Gedanken, mit jeder neuen Erfahrung belastet es sich etwas. Diese Belastung wirkt sich in der Abnahme seiner Frequenz aus. Je tiefer es schwingt, desto weniger Möglichkeiten kann es aus der "höheren Selbst" Ebene erreichen und umsetzen. Es kann nicht begreifen, dass es im Ursprung selbst die höchstmögliche Frequenz ist, weil es ein Geschöpf von "ALLES-WAS-IST" ist. Es kann auch nicht begreifen, dass seine Geschichte es von diesem Ursprung entfernt hat, weil dadurch seine Schwingung abgesunken ist. Seine ihm so liebgewordene Geschichte verhindert diese Erkenntnis und hält es dort wo es ist. Es wird solange mit den ihm bekannten Mitteln weitermachen, bis es auf Null Schwingung kommt und sich damit selbst zerstört.

 

In der Erfahrung starken Leides oder des vermeintlichen Todes, schnellen wir aus der Tamagotchi Ebene heraus und erkennen die Wirklichkeit. Dies können Nahtoderfahrungen, außerkörperliche Erfahrungen oder intensive Meditationszustände sein. In diesen Momenten werden wir uns wieder des "höheren Selbst" gewahr und seine wunderbare Welt entfaltet sich. Diese Erfahrungen wirken so prägend, dass danach eine vollständige Rückkehr auf die Tamagotchi Ebene fast nicht mehr möglich ist. 

 

Du wirst am Anfang des vertikalen Weges lernen, was es heißt, zu bremsen. Du wirst lernen, wie sich dieses Entschleunigen auf deine Realität auswirkt. Dies wird der weitaus schwierigste Teil, denn das Tamagotchi wird bocken wie ein alter Esel. Mach dir besser nichts vor: Du kennst deinen inneren Schweinehund, der in der Regel immer gesiegt hat. Überwinde ihn! Setz dich jeden Tag für 20 Minuten hin und schließe die Augen. Tue nichts weiter als auf deinen Ausatem achten. Wo fließt er hin? Lass alle Antworten auf die Frage ziehen - und alle anderen Gedanken auch. Sei der, der du bist in dem Augenblick der ist, an dem Ort der ist. ATME! ("at me" = engl: "bei mir") Wenn du das einen Monat lang schaffst, darfst du dir gratulieren. Du wirst feststellen, dass du nach einiger Zeit ein Bedürfnis danach entwickelst!

 

Bei allen Vorzügen, die du durch den vertikalen Weg erhalten kannst, sollte dir klar sein, dass es sich um eine um eine Transformation handelt. Diese Transformation vollzieht sich vermeintlich in der Zeit, jedoch in Wirklichkeit ist sie ursächlich eine Regung in deinem absoluten Kern. Es ist die Aufforderung des höheren Selbst, dich auf den Weg zu machen. Diese Unmöglichkeit in der absoluten Ruhe bewirkt, dass alles passiert, was du glaubst von dir aus zu tun. Du hast nur deshalb einen freien Willen, weil es diese Unmöglichkeit im Kern dessen gibt, was du tatsächlich bist. (Mehr daüber findest du in meinem Buch "Erfüllung")

 

Aber dieser freie Wille gehört nicht dem Tamagotchi. Er gehört DIR und gründet im Geist, der du bist. Im Grunde ist der Wille die Manifestation der Kraft, die dich dazu antreibt zu leben und dich zu entwickeln. Es ist die Kraft, die aus einer absichtslosen Liebe heraus deine weltliche Existenz - das Tamagotchi - zum Träger für das Licht der Liebe zu machen. Sei dir dessen gewiss, denn das ist das Ziel des vertikalen Weges. Diese Transformation entzeiht sich jeder Beschreibung, denn in ihrem Vollzug geschieht etwas, dass die Bezeichnung "DU" falsch werden lässt. Die Person die du im Moment kennst, transformiert dabei in etwas Neues, Verändertes. Es entstet ein Tamagotchi, das im Vergleich zu früher nur noch rudimentäre persönliche Züge hat. Es wird durchstrahlt von der Liebe des Wesenskerns, auch wenn die körperlichen Gegebenheiten oft unverändert bleiben.  

 

"Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nur dröhnendes Erz oder eine   lärmende Pauke"
Paulus (1 Kor 13,1ff)

 

Nur die Liebe öffnet die Ohren und Augen von Lesern und Hörern und lässt die Resonanz zwischen den Schreibern und Sprechern zu. Diese Resonanz lässt die Liebe in der Schrift und den Worten, in den Lesern und Hörern fühlbar werden. Achte auf diese fühlbare Liebe, dann weißt du was wahr ist.

 

Der vertikale Weg ist ein Weg der Hingabe im doppelten Sinn des Wortes: Hingebung an ein größeres System, sich darin geschützt und geführt zu wissen und das Hingeben dessen, was sich im eigenen Besitz befindet. Darauf zu vertrauen, dass alles zum eigenen Besten ist, kann unter Umständen sehr schwer fallen. Die Begegnung mit den eigenen Schatten, den vom Tamagotchi verbannten Eigenschaften und Bedürfnissen, kann viel Leid hervorrufen. Je nach Geschwindigkeit mit der die Anerkenntnis und mentale Auflösung an diese Anhaftungen erfolgt, kann das eine gefühlte Ewigkeit dauern. Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit ist jedoch ein wichtiger Reinigungsprozess.

 

Das Tamagotchi erklärt es mit - Hoffnungslosigkeit - und produziert die zur Erklärung gehörenden Gefühle.

Indem diese Energieformen hingegeben werden, lösen sie sich auf und es verbleibt nichts. Das auf Aktivität und "haben wollen" ausgerichtete Tamagotchi reagiert darauf depressiv. Du merkst vielleicht schon am Geschriebenen, dass sich hier etwas verändert: Du löst dich allmählich aus der Verhaftung mit dem Tamagotchi und das nur durch die Konzentration auf das Atmen. Du kannst dich auch auf etwas anderes konzentrieren, aber der Atem ist das Beste. Er ist immer verfügbar und er liefert dir ein sofortiges Biofeedback-Signal. Wenn du nämlich aufgeregt oder ängstlich bist, geht dein Atem schnell und flach und bleibt meist im oberen Brustbereich stecken.

Atme also immer ruhig und tief in Richtung Beckenboden oder Steißbein. Übernimm zunächst die Kontrolle über deinen Atem und das Tamagotchi wird zahm. Dann, wenn der Atem ruhig geworden ist, lass ihn los. Lass ihn frei fließen und beobachte einfach. Bleib wach! Wenn dich Gedanken plagen, Bilder aufsteigen oder Gefühle dich in dieser Zeit schütteln, halte durch! Keiner der Gedanken ist wichtig, kein Bild hat eine Bedeutung, kein Gefühl hat Sinn. Es ist das Gesicht der Maya, der Illusion oder Makyo, wie es im Zen heißt. Auf einer psycho-physischen Ebene lösen sich diese Energien in dir auf und dieser elektrochemische Prozess erzeugt diese Wahrnehmungen. Du musst einfach wissen, dass du auf diesem Weg von einer Instanz geführt wirst, die du nicht verstehen kannst, solange du in den Frequenzen des Tamagotchi Seins verweilst. Diese Instanz ist immer deiner Hingabe würdig! Du gibst ihr vielleicht einen Namen: Gott, Allah, großer Geist, Brahma, Urmutter oder Weltenseele und verbindest bestimmte Vorstellungen damit. Das ist gut, denn alle diese Namen sind richtig. Und wenn du glaubst Atheist zu sein, dann erkenne in dieser Instanz eine Intelligenz an, die der deinen unendlich überlegen ist.

 

Ich komme wieder auf das Atmen zurück: Die Konzentration auf das Atmen lehrt dich, dass du die Fähigkeit hast, dich zu konzentrieren und die Fähigkeit, dass du Herr über die Gedanken und Gefühle bist. Du lernst die Gedanken nicht zu beachten und du lernst die Gefühle zuzulassen, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Das sind die Grundkenntnisse, die du haben musst. Glaube nicht, dass vereinzelte Erfahrungen, die dir unbekannt sind, schon einen Durchbruch bedeuten oder einen besonderen Wert haben. Es sind Erfahrungen. Mehr nicht.

Die Entwicklung dieser Gelassenheit gegenüber allen Erfahrungen der Tamagotchi-Realität ist immens wichtig, denn sie ermöglicht dir von deinen Bewertungen abzulassen. Das Tamagotchi flüstert dir diese Bewertungen aufgrund seiner Geschichten laufend ein. Höre einfach nicht hin und du wirst immer unabhängiger von seiner Beeinflussung. Der beste Weg dies zu üben ist einfach bequem zu sitzen und zu erleben wie die verschiedensten Emotionen anschwellen und wieder abklingen. Einige werden schwer auszuhalten sein. Halte sie trotzdem aus. Löse die Fesseln, mit denen du dich an das Tamagotchi gekettet hast. Diese Übung musst du machen, bis der Gedankenstrom versiegt und die Emotionen verebben. (Mehr darüber findest du in meinem Buch "Erfüllung")

 

Wenn du das Gefühl hast, dass du leidlich gut mit deinen Gedanken und Gefühlen umgehen kannst, dann gehe dazu über, deinen Atem zu beobachten und zu fragen: Wer bin ich? Auch hier musst du jede Antwort unbeachtet lassen, jeden entstehenden Gedanken ziehen lassen. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Alles Denken, jedes Wort, jedes Gefühl, jedes Objekt - sei es materiell oder geistig - gehört zur Tamagotchi Welt.

Du wirst weiterhin erleben, wie die verschiedensten Emotionen auftreten und versuchen werden, dich von deinem Vorhaben abzubringen. Du wirst die Sabotageprogramme des Tamagotchi in voller "Herrlichkeit" erleben. Halte weiterhin aus und lasse dich von dem Affenspiel nicht beeindrucken. Auch diese Übung musst du machen, bis der Gedankenstrom abreißt und die Emotionen verschwinden. Du wirst einen Zustand der Desorientierung erleben, denn was ist, wenn alles verschwindet? Diese Desorientierung ist ein positives Zeichen! Ein Silberstreifen am Horizont! Mach weiter bis die Frage "Wer bin ich" in dir verhallt und keine Echos mehr auslöst. Erlebst du das, freu dich, denn du bist einen Schritt weiter. Du bist ein Stück weit zu dir gekommen.

 

Genau genommen hat jeder Mensch seinen eigenen vertikalen Weg. Du kannst ihn jederzeit betreten. Wenn du ihn gehst, wirst du bald bemerken, dass du eine gewisse Gleichgültigkeit in Bezug auf deine bisherigen Werte entwickelst. Dinge, die dich zuvor einmal bewegten, lassen dich jetzt kalt. Dinge, die du hast unmöglich sein lassen können, tust du nicht mehr: Rauchen, Tabletten, Drogen, Alkohol, Promiskuität, Exzesse aller Art. Du entwickelst keine neuen ernsthaften Krankheiten mehr und vorhandene "Krankheiten" mildern sich oder verschwinden. Abgesehen natürlich von den Psychosomatiken, die durch deinen Weg entstehen und die für deinen Heilungsprozess unumgänglich sind. Deine Sensibilität ist gestiegen, du bist "dünnhäutig" und intuitiv geworden. Selbst auf ganz kleine Anlässe kannst du immens emotional reagieren und dann ist auch schon alles wieder vorbei. Beziehungen verändern sich und du trennst dich von Menschen, mit denen du nicht mehr "übereinstimmst". Du entwickelst eine Vorliebe für Stille und Ruhe, in der du üben kannst. Dein Musikgeschmack verändert sich meist und da wo vorher Ablenkung, Lärm und Vielheit war, zieht Zentrierung, Stille und Einheit ein. Sieh das alles als positives Ergebnis deiner Arbeit an!

 

Doch der Weg aus der Welt ist lang. Glaube nicht, dass es schnell geschafft ist. Es werden sich mehr oder weniger große Veränderungen in deinem Leben einstellen. Einige davon scheinen schwer zu bewältigen. Möglich, dass du deinen bisherigen Job verlierst, dein Partner/in verlässt dich. Du findest hast an deinen bisherigen Hobbies kein Interesse mehr. Deine Firma geht in die Insolvenz oder dein bisheriger Freundeskreis meidet dich, weil du schweigsam und still geworden bist. Oder oder oder ...

Das kann sich über einige Zeit hinziehen. Aber du erfährst in den Ruhezeiten auch immer wieder die glückseligen Momente, den tiefen Frieden und die Stille, die dir wieder Kraft geben und dich auftanken. Du erfährst die Hilfe im letzten Augenblick, die durch das größere System erzeugt wird. "ALLES-WAS-IST" schützt dich auf eine Art und Weise, wie du es nie erfahren hast. In diesem Wechselbad der Zustände lernst du dem größeren System zu vertrauen. Deine mittlerweile  geschulte Beobachtungsgabe findet jetzt die Synchronizitäten, die zum Ungemach geführt haben und du kannst sie auflösen. Indem du diese Ängste los lässt, lösen sie sich auf und verschwinden. Lösungen kommen und heilen deine Tamagotchi Realität. Das ist die angenehme Seite des vertikalen Weges:  Einmal aufgelöste Energien kehren nicht zurück und machen den Weg für höher schwingende Kräfte frei. Dinge die vorher immer wieder passiert sind hören auf. Das Karussell wird langsamer und Neues tritt in dein Leben. Der verlorene Job wird durch einen besser passenden ersetzt. Die Firma findet Möglichkeiten ohne dich auszukommen und passende Beziehungen treten an dich heran. Es ist wie im Wunderland und das scheinbar Unmögliche kann geschehen. 

Der Grund dafür ist die sich langsam verschiebende Balance in Richtung "höheres Selbst". Es treten neue Kräfte auf und die groben, niedrig schwingenden Frequenzen der Tamagotchi-Welt zerfallen.

  

Indem die Welt des Tamagotchis transparenter wird und du die Zusammenhänge zwischen ihr und der "höhere Selbst Ebene" erkennst, verschmilzt deine Realität immer mehr mit dem höheren Selbst. Die Wertungen und Probleme des Tamagotchis verlieren ihre Wichtigkeit und gelangst in einen Zustand ausgeglichener Gelassenheit. In diesem Zustand entwickelt sich eine ausdehnende, stille, unbewegliche Mitte, die dich schlussendlich aufnimmt, einwickelt, erfüllt, durchdringt. Dieser Kontakt mit deinem Wesenskern entsteht automatisch und spontan. Meistens bist du nicht darauf gefasst. Diese Begegnung kommt "wie der Dieb in der Nacht", wenn die Stille der Mitte ein gewisses Maß erreicht hat. Es ist nichts, was du tun oder beabsichtigen könntest. Es gibt keine Vorzeichen oder Signale. Auch nicht in den Informationsstrukturen des "höheren Selbst". Deswegen sprechen die Mystiker von "Gnade". Es ist etwas, das dir zuteil wird, aber nicht aus eigenem Handeln oder Verdienst. Es ist ein Geschenk und es ist einfach Stille.

 

Wenn dich diese Stille erreicht, bricht die Dualität in dir zusammen und das, was du bisher als deinen Verstand angesehen hast, zerbricht, transformiert und erweitert sich, ohne das dies zu beschreiben wäre. Deine Ideen von einer persönlichen Existenz, einer individuellen Persönlichkeit, einer Seele und eines höheren Selbst fallen in sich zusammen und es geschieht ein "plötzliches zu sich kommen".  Es ist ein blitzartiges Erkennen dessen, was ist. Das ist ALLES-WAS-IST.

Diese Erfahrung der Leere, die in den mystischen Traditionen viele Namen trägt: Satori, Samadhi, Erleuchtung, Gotteserfahrung usw. wird dich unvorhergesehen treffen und in die Knie zwingen, doch du wirst frei sein in diesem Licht zu leben. Hier wird es aber auch schon wieder falsch, denn es wird kein ich, du, er, sie, es mehr geben, auch keine Zeit und keinen Raum. Jedenfalls solange nicht, wie all das nicht wieder neu erschaffen wird. Und es wird neu erschaffen. Das Licht von ALLES-WAS-IST gibt Erkenntnis und seine Natur ist Liebe. In dieser Liebe aufersteht alles was dieser Natur entspricht. Es wird ein neuer Mensch sein, der aus dieser blitzartigen Erfahrung hervorgeht. Seine Kreativität wird liebevoller sein, sein Mitgefühl ohne Ende und seine Präsenz ein einziges Leuchten. Das ist der vertikale Weg, der dich zu dir Selbst zurück bringt und deine Welt repariert.

Dein Atem und deine Übung haben diese Kraft.

 

Es ist nicht so, dass die materielle Welt auf nimmer wiedersehen verschwindet. Auch verschwinden deine Schöpfungen nicht. Du musst jedoch nichts behalten, was du nicht brauchst. Das, was du bei dir haben willst, wird da sein. Du bist dann mit deiner Mitte identifiziert und die Kraft der Mitte ist Liebe. Liebe durchdringt alles. Das tat sie schon immer und wird es auch weiterhin tun. Du verstehst dann aber, dass diese Liebe nichts mit dir zu tun hat. Das das, was du als "dich selbst" bezeichnest, nichts weiter ist, als eine Kräuselung in der Liebe, die das Informationsmuster eines "höheren Selbst" hervorbringt, aus dem das Hologramm des Tamagotchis entstanden ist. Die Kräuselung in der Liebe ist eine Regung von ALLES-WAS-IST, eine Bewegung in der absoluten Ruhe.

 

Woher? Warum? Es ist, sagt die Liebe und verströmt sich in alle Ewigkeit.

Ruhe und Bewegung sind die beiden letzten Pole, die vom Wesenskern beschreibbar sind. Solange "DU" nicht mit ihm vereinigt bist, wirst du schwingen und deine göttliche Intelligenz wird immer wieder Fragen aufwerfen. Erst wenn "DU" ganz in dem Einigenden der Ruhe aufgehst, wirst du verstehen. Dieses Verstehen ist anders. Es ist eine Erinnerung, ein Zurück- und Hineinfallen in das, was du bist.

Hier enden die Möglichkeiten der Beschreibung.

 

Wie gesagt, deine weltliche Existenz wird nicht enden, wenn du durch diese Erfahrung gehst. Du wirst alle deine Schöpfungen mitnehmen. Doch sie werden durchleuchtet von der Anwesenheit des Wesenskerns.  Das in vielen Erdenjahren so mühevoll erschaffene Tamagotchi wird zum geläuterten Werkzeug der Liebe von ALLES-WAS-IST. Es wird ein Licht in deinem Hologramm entzünden und der Träger dieses Lichts sein. Es ist die Kerze, die sich in der Liebe entzündet und im strahlenden Licht niederbrennt. Die Dauer dieses Verströmens transformierter Liebe ist dein restliches Leben. Doch es ist ein Leben als Wesen, in dessen Strahlen die Welt aufglänzt und transparent wird. Die transzendente Wirklichkeit von ALLES-WAS-IST tritt dabei im Laufe der Zeit immer deutlicher hervor. So ist dieser Weg ein Hinsterben des Persönlichen zu einer überindividuellen Existenz, das sich mitten in der Welt vollzieht. In allen Formen von der Welt gespiegelt und für jeden sichtbar gemacht.  

 

(Bei diesem Text handelt es sich um Auszüge und Verdichtungen aus meinem Buch "Erfüllung")

 

alles liebe

Hans

Der Schuh oder das Meer vergisst nicht

Der Schuh oder das Meer vergisst nicht

 

Die meisten von uns kennen das Meer, den Strand und die Sonne als angenehme Urlaubserinnerung. Eine Erfahrung, an die man sich gerne erinnert und die mit allerlei anderen schönen und positiven Dingen, Situation und Menschen in Verbindung gebracht wird. Sie lässt Urlaubsgefühle wieder aufleben und liefert die Motivation, den alltäglichen Stress zu meistern. Bis zum nächsten Urlaub, der als große Freiheit am zukünftigen Horizont baumelt.

 

Doch es gibt auch eine andere Zeit am Meer. Eine Zeit, die rau, grob und abweisend ist. In dieser Zeit toben die Winterstürme und verändern mit ihrer Wucht die Charaktere der Strände. Dort wo einst Sand und Dünen im Überfluss die Menschen zu Sonnenbad und Spiel verführten, ragen heute schroffe, kantige Klippen aus dem Boden. Dazwischen klemmen verkantetes Treibholz, geborstene Kanister, gerissene Fischernetze und all das andere, was wir Menschen so ins Meer geworfen haben. Die Plastikflaschen, Tüten und Gerätschaften unserer Plastikzivilisation sind dabei in dem ganzen Müll, trotz ihrer Überzahl,  nur das kleinste Übel.

 

Wenn ich heute an den sonst so aufgeräumten und sauberen Stränden der südwestlichen Peloponnes entlang wandere, dann befallen mich ganz andere Gedanken. Gedanken, die vor einigen Jahren noch nicht da waren. Es sind Assoziationen mit Gegenständen, die im Hintergrund meines Geistes Informationen miteinander in Verbindung bringen, neue Synchronizitäten. Leider sind viele davon ernst, traurig und alles andere als von lichter Freiheit durchdrungen.  Nehmen wir als Beispiel den Schuh, der mir heute beim morgendlichen Spaziergang vor die Kamera kam. Natürlich gibt es hunderttausende Schuhe, die jedes Jahr an den Stränden der Welt angespült werden, doch dieser eine Schuhe traf wohl einen Nerv in mir und löste eine Gedanken-Lawine aus.

 

Es ist heute doch an der Tagesordnung, dass es Meldungen über Menschen gibt, die auf der Suche nach einem besseren Leben über Land und Meer reisen. Einige von ihnen versuchten ihr Leben zu retten und dem Krieg zu entkommen, der in ihrer Heimat entbrannt war. Oder sie hatten jede Hoffnung verloren, dass sie in ihrer Heimat jemals ein menschenwürdiges Leben erfahren könnten. Viele von ihnen machten jedoch ein Geschäft mit Beelzebub, der ihnen vorgaukelte, dass es einen anderen, besseren Ort für ihr Leben gab, als den, an dem sie geboren waren. Er verführte sie zur Zeit der Winterstürme mit einem ungeeigneten Boot übers Meer zu fahren.

Aber das Boot, das sie ins Land ihrer Hoffnungen bringen sollte, kenterte in der wüsten Gewalt des Ozeans. Beelzebub gewann das Geschäft, das von vornherein zum Verlieren gemacht war. Der Schuh und mit ihm der ihn ausfüllende Fuß, das Bein und der zugehörige Mensch versanken in den kalten Fluten des westlichen ionischen Meeres. Illusionen und Hoffnungen atmeten sich ein letztes Mal aus und lösten sich in den unendlichen, dunklen Tiefen des kalten Ozeans auf. Ein Mensch von Vielen. Natürlich. Menschen sterben. Natürlich. Übrig bleiben die letzten Hinweise auf ihre namenlose Existenz: Ein Schuh, ein Strumpf, eine Jeans, die von den Wellen angespült werden. Strandgut.

 

Strandgut, wie der ganze andere angespülte Müll, der jetzt vom Meer an die Strände gespuckt wird: Als Mahnung und Impuls für jene, die dort achtsam spazieren gehen. Der Fuß, der einst in diesem Schuh steckte, ist längst Fischfutter geworden. Kein Grund also zur Aufregung. So etwas passiert. Stimmt! Niemand ist verpflichtet sich diesen Gedanken und feinen Intuitionen hinzugeben. Niemand muss die Traurigkeit empfinden, die sich in diesem, fast schon aufgelösten Strandgut befindet.

Vor wenigen Jahren noch, wäre das Foto eines angeschwemmten Schuhs einfach nur ein Gag gewesen. Ein Kuriosum, höchstens von künstlerischer Bedeutung. Doch heute hat sich die Welt verändert. Sie ist ernster geworden. Wir assozieren andere Gedanken. Die Natur ist ernster geworden und das Meer zeigt uns ganz klar, dass es uns alles wieder vor die Füße wirft, was wir aus Unbewusstheit, Gier und Achtlosigkeit hinein geworfen haben.

 

So tut es auch unser Unbewusstes. Es nimmt alles auf, was wir in ihm versenken. Manches löst es auf, manches verdaut es und verwandelt es in Strandgut, das allmählich unser Bewusstsein überschwemmt. Die einst klaren Strände, wo sich Bewusstes und Unbewusstes begegnen, füllen sich zusehends mit dem unverdaubaren Müll, den uns der Geist wieder vor die Füße schwemmt. Achten wir darauf und geben dem geistigen Strandgut unsere Aufmerksamkeit. Gehen wir nicht einfach zum nächsten hippen Thema über und lassen die Gefühle zu, die mit den Symbolen auftauchen. Fassen wir uns ein Herz und rennen nicht davon, wenn sich eine bodenlose Traurigkeit auftut. Wir rennen ja auch im Urlaub nicht weg, wenn uns die Lust zum Ballspiel, zu Tauchen oder Wellenplantschen erfasst. Lernen wir die Sprache zu verstehen, mit der die Welt mit uns spricht. Beginnen wir wieder darüber nachzudenken, was uns die Welt vor die Füße wirft. Es könnte ja sein, dass sich darunter Perlen der Liebe und Weisheit befinden. Fangen wir wieder an, uns mehr Zeit zu nehmen, um über Dinge, Situationen, Beziehungen und Ereignisse im Alltag zu reflektieren. Vielleicht geht uns dann, über die ausgelösten emotionalen Resonanzen, ein Licht auf und wir können uns von den diskussionsbesessenen, rationalen Entscheidungsfindungen verabschieden, weil wir unser Herz sprechen hören.

Der Weg ist einfach: Zulassen und anerkennen ist der erste Schritt. Loslassen und vergeben der Zweite. Anders handeln und dankbar über die Erkenntnis zu sein, der Dritte.

 

alles liebe

Hans  

 

Vertrauen

Vertrauen

 

Im Gegensatz zum Glauben ist Vertrauen eine Erfahrung. Vertrauen resultiert nicht aus dem Denken und daher auch nicht aus dem Glauben. Vertrauen ist die Grundlage von jedem Wissen. Vertraue ich den erhaltenen Informationen nicht, so werde ich sie weder glauben noch darüber nachdenken. Fehlendes Vertrauen in eine Informationsquelle führt zu vielen Problemen .....

Vertrauen ist kein einzelnes Gefühl, sondern ergibt sich aus einer Folge von Gefühlen, die sich durch das Erleben von Situationen ergeben. Wir ermitteln die Vertrauenswürdigkeit einer Information aus diesen Situationen und je öfter wir dabei Widerspruchsfreiheit erfahren, desto mehr Vertrauen entwickelt sich. Ganz automatisch.  Vertrauen ist deshalb nicht automatisch und sofort da. Vertrauen entsteht. Es entsteht, wenn du voll und ganz authentisch bist. Im Jetzt. Nicht abgelenkt von Überlegungen und Interpretationen dessen, was du gerade wahrnimmst. Inklusive deiner Gedanken. Wenn du also ganz offen für die Welt um dich herum bist, dann lehrt dich diese  Welt zu vertrauen. Sie lehrt es ohne Ermahnung, ohne erhobenen Zeigefinger,  ohne Drohungen, sondern indem sie dich berührt. Es ist das Zwitschern der Vögel in den Baumkronen über dir, der plötzlich zu einem großen Gesang wird. Oder der Schwan, der vor dir seine weißen Flügel ausbreitet und sich dir zu erkennen gibt. Es ist das Gänseblümchen, dass aus der Mauerritze wächst und sich im Dunkel des Brunnenwassers spiegelt. Augenblicke der Schönheit ergreifen dich und führen dich in die Welt.

Die Welt sagt: Vertraue, denn ich bin die beste Welt aller Welten für dich. Diese wunderbare Intelligenz der Welt lehrt dich auf einer intimen, zellulären Ebene. Sie ist dir näher, als alles, was du dir vorstellen kannst und sie ist immer da, selbst dann, wenn du nicht für sie offen bist.

Vergessen wir jedoch die Botschaft der geschaffenen Welt, finden wir uns in einer Kriegssituation wieder, in der man nichts und niemandem trauen kann. Dieser Überlebenskampf nimmt uns voll in Beschlag. Er impft uns eine Unsicherheit nach der anderen ein. Unser Verstand arbeitet auf Hochtouren und trägt mit seinen Situationsanalysen zum nie endenden Strom komplexer  Lebenssituationen bei. Wir suchen dann schnell Hilfe in Büchern und Geschichten anderer. Lesen Lebens-Ratgeber und Erfolgsbücher, rennen von einem Motivations- oder Selbstfindungs-Seminar zum nächsten. Nur um diesem Tohuwabohu zu entgehen, dass wir unser Leben nennen. Dadurch bauen wir uns einen geistigen Elfenbeinturm auf, in dem wir uns trefflich weiter verstecken können. Weiter unsere komplexen Lebensmuster stricken und wo wir uns hinter unseren theoretischen Lebensphilosophien verschanzen können. Wir lernen und lernen, haben für alles eine Erklärung und unterhalten uns über Gott, als wäre es eine/r von uns.

Wir suchen Erklärungen und Begründungen und lassen uns auf jahrelange Therapien ein. Durchqueren die Sümpfe der Traurigkeit, das Meer des Stumpfsinns und rollen die Steine des Sisyphus  die steilen Hänge des Himalaja hinauf, damit sie auf der anderen Seite wieder herunterrollen. Immer in der Hoffnung die eine lebendige Antwort zu finden, die uns alle Probleme nimmt. 

Johannes vom Kreuz schreibt sinngemäß in seinem Buch "Die dunkle Nacht der Seele":

 Lass alle Hoffnung fahren, Mensch, dann wirst du Gott erfahren!

Doch wir tun genau das nicht. Wir klammern uns an jeden Strohhalm des Wissen, an jede noch so kleine Information, nur um nicht einsehen zu müssen, dass wir auf dem Holzweg sind. Das wir einfach kein Vertrauen haben und deshalb nicht in der Lage sind Beziehungen aufzubauen. Wir machen in unserem Überlebenskampf alles für diesen Umstand verantwortlich, nur nicht uns selbst. Es gibt nämlich nur eine einzige Beziehung, die geheilt werden muss: Die zu dieser Welt, die der Ausdruck der schöpferischen Intelligenz ist. Nenne es die Beziehung zu Gott, wenn du willst.

Du brauchst nicht im Sumpf deiner Vergangenheit zu graben, keine Beziehungen zu Eltern, Partnern oder sonst was aufzuarbeiten.  Keine esoterischen Übungen zur Reinigung deines Chackrensystems machen, keine Reinkarnations- oder sonst was für Therapien absolvieren.
Du musst einfach nur die Beziehung zu dieser Existenz zulassen. Das musst du heilen. Jetzt!

 

Und wie geht das? Indem du zu vertrauen lernst. Indem du dich auf die Verletzlichkeit des Lebens einlässt. Indem du dich für das Andere öffnest, das von dir Verschiedene, das dir Unbekannte und seine Schönheit erkennst. Du bist aus dem gleichen Stoff wie die Pflanzen und Tiere und Steine dieser Welt. Du bist die gleiche Schönheit eines Sommertages, eines Sonnenaufgangs oder eines stillen Hochtals im Nebel. Doch du hast kein Vertrauen. Weder in dich noch in die Schöpfung, so wie sie ist.

Deshalb rennst du den Götzen nach: Erfolg, Geld, Anerkennung, Zuwendung, Liebe. Je mehr desto besser, weil du dich ohne Vertrauen in die Welt so unsäglich leer fühlst. Doch du wirst solange scheitern, bis du bereit bist, diese Welt so anzunehmen, wie sie ist. Bis du bereit bist, ihr und den Kräften zu vertrauen, die sie erschufen. Das wird dir oft Herzklopfen und Atemnot abverlangen, aber nur so kannst du dich auf die Welt einlassen, die sich dir ganz und gar hingeben will. Richtig gelesen:

Die Welt will sich dir hingeben. Die Welt will Dein sein, aber du rennst vor ihr davon.

Du fühlst dich klein und nicht wert, Anspruch auf dieses Juwel zu erheben. Einen Anspruch, den du nur durch Resonanz erheben kannst und wenn die Welt der Ausdruck von Liebe und Hingabe ihres Schöpfers ist, wer bist dann du, der dem widersprechen könnte?

Gehe in Resonanz mit der Welt. Werde eins mit ihr. Lehne sie nicht länger ab, denn sie ist DU!

 

Vertrauen ist keine Ansammlung von Meinungen, Glaubenssätzen oder Üb-Erzeugungen. Vertrauen ist auch nicht die Hoffnung darauf, das schon alles gut ist oder wird oder so sein soll. Es ist auch kein noch so brillantes Wissen um die Zusammenhänge der physikalischen Welt. Vertrauen ist mehr als das. Es ist die Erfahrung des Aufgehoben-seins in dieser Welt, mit all ihren Ecken und Kanten. In diesem Leben, das zu jedem Zeitpunkt plötzlich und ohne Vorwarnung enden oder sich in unendliches Leid verwandeln kann. Vertrauen braucht die Möglichkeit der Enttäuschung, des Vertrauensbruchs, um zu wachsen und ein unerschütterliches Gefühl zu erzeugen, an diesem Ort, zu dieser Zeit, in diesem Zustand genau SO gewollt zu sein. Es ist das unzerstörbare zelluläre Wissen dazu zu gehören und von einer Kraft erhalten zu werden, die jenseits eines bewussten Erkennens liegt.

Lass dich daher auf den Augenblick ein . Lass dich auf ein Leben ohne Zukunft ein und spreche der Vergangenheit ihre Macht ab. Niemand anderes als du selbst gibt der Vergangenheit die Macht, dein Jetzt und das, was daraus wird zu beeinflussen. Es ist wirklich ganz einfach und daher erfordert es deinen ganzen Willen: Schließe deine Augen und atme. Lausche. Und wenn du deine Augen wieder öffnest, ist die Welt von gerade eben für immer gestorben. Sie ist einzig und allein noch ein Informationsmuster in dem Bewusstsein, dass dir zur Verfügung steht. Die Zukunft, das Morgen wird kommen und das tat es schon immer: Es WIRD kommen, aber es ist jetzt nicht da.

Nur das Jetzt ist da.

Dieser zerbrechliche Moment des Gewahrsein, in dem ein ganzes Universum entsteht. Das ist sicher. Und das war schon immer sicher, denn es hat sich niemals etwas am jetzigen Augenblick geändert. Warum also solltest du Angst haben und nicht vertrauen können?

 

alles liebe

Hans