Claire und Eddy - eine Beziehung

Claire und Eddy  ist eine Geschichte über den Verlauf einer längeren Beziehung zwischen einer "wilden Empathin" und einem Narzissten. Diese Geschichte ist wahr und tatsächlich passiert. 

 

Claire und Eddy 

oder was passiert, wenn Empath und Narzisst eine Beziehung eingehen.

 

Claire hatte die Beziehung angefangen und wünschte sich eine tiefe und bedingungslose Liebe. Sie fühlte sich von Eddy stark angezogen und wusste auch, dass sie sein  Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung befriedigen würde. Selbst dann, wenn Eddy gar nichts dazu tat, die Beziehung zu entwickeln. Claire fühlte sich schon allein durch seine Anwesenheit erfüllt und verliebt. Sie glaubte, dass sie in Eddy den Mann ihres Lebens gefunden hatte. Es war in ihrem Empfinden eine, nur einmal im Leben vorkommende Beziehung. Sogar Eddy bestätigte ihr die Einmaligkeit ihrer Beziehung immer wieder und gab ihr zu verstehen, dass sie, Claire, etwas ganz Besonderes war. Claire empfand es daher als undenkbar und ganz unmöglich aus dieser Beziehung wegzugehen. Trotzdem geriet sie in einen inneren Konflikt, denn mit der Zeit empfand sie Eddys wortreiche Beteuerungen als unehrlich. Ihre Gefühle sagten ihr, dass er mit seinen Worten nur verdecken wollte, dass ihm an der Beziehung nicht so viel lag, wie ihr. Sie bemühte sich deswegen, besondere Momente in der Beziehung einzuführen. Sie ließ sich immer mehr darauf ein, ihre Interessen den seinen zu opfern. Doch sie fühlte bereits, dass er nur darauf aus war, ihre ständige Bestätigung zu erlangen, denn nichts was sie tat, war ihm recht. Claire fing an sich immer unwichtiger zu fühlen, denn Eddy riss alle Dinge an sich und behauptete, ihr damit zu helfen. Gleichzeitig machte er sich darüber lustig, dass sie gerne sang und tanzte. Er machte ihr sogar ihre geliebten Yoga-Stunden madig, denn das sei doch nur Humbug.

 

Allmählich erhielt Eddy alle Macht in der Beziehung, kontrollierte die Bankkonten, die Rechnungen und bestimmte sogar, was Claire von ihrem Geld kaufen durfte. Das alles ging langsam und schleichend vor sich. Eddy trieb mit seinem Verhalten Claire immer tiefer in die Ansicht, dass sie Eddy unbedingt brauchte und ein Leben ohne ihn für sie unmöglich sei. Gleichzeitig fühlte sich Claire immer unglücklicher und trauriger. Immer stärker forderte Eddy von Claire seine eigene Bestätigung ein. Nichts konnte sie ihm mehr gut genug machen, sei es in der Haushaltsführung, bei Treffen mit Freunden oder beim Sex. Er kritisierte und demütigte sie, wo er nur konnte. Dabei gab er sich immer als leidend aus. Er war es doch, der unter der Unzulänglichkeit Claires litt. Claire aber war es unerträglich, Eddy leiden zu sehen. Sie wollte nichts mehr als ihm helfen, seine Unzufriedenheit abzustellen und ihre Beziehung wieder in Harmonie zu verwandeln. Sie tat, was ihr immer nötig erschien, um sich wieder besser zu fühlen. Doch ganz unbewusst wollte sie Eddy ändern, ihn dazu bringen ihre Beziehung so wahrzunehmen, wie sie es tat und damit ihr Leben verändern.

Claire begriff nicht, dass Eddy ganz anderen Verhaltensmustern unterlag, als sie selbst. Sie wollte doch nur die tiefsten Wunden ihres Partners heilen, weil das für sie bedeutete, dass sie sich selbst wieder heil fühlen würde. Doch das gelang nicht. Es konnte nicht gelingen, denn je mehr Claire auf die Bedürfnisse Eddys einging, desto fordernder und maßloser wurde dessen Anforderungen. Irgendwann war Claire von ihren eigenen Anstrengungen Eddy alles Recht zu machen, so erschöpft, dass sie aufhörte, für ihre eigenen Bedürfnisse einzutreten. Sie verlor sich in Traurigkeit und Depression. Selbst als Eddy das bemerkte, hörte er nicht auf sie zu erniedrigen und schließlich bekam Claire Angst vor ihrem eigenen Dasein. Das zeigte sie natürlich nicht, sondern funktionierte in der Beziehung weiter. Sie wusste jedoch auch, dass dieser Zustand nicht ewig so weitergehen konnte. Ihr Zusammenbruch war in ihren eigenen Augen nur noch eine Frage der Zeit.

 

Aber je mehr Claire versuchte, mit Liebe, Fürsorge, Hingabe, Zuneigung und Arbeit die Beziehung wieder zum Guten zu wenden, desto mächtiger wurde Eddy. Den wenigen Freunden, die sie hin und wieder noch trafen, fiel nichts an der offenbar gut funktionierenden Beziehung zwischen Eddy und Claire auf. Eddy war ein glänzender Unterhalter, auch wenn er in seinen Witzen öfter die Grenzen des Anstands überschritt. Vor allem dann, wenn Claire sich angesprochen fühlte. Claire isolierte sich immer mehr und zog sich in ihre innere Einsamkeit zurück. Sie sprach nicht mehr mit Freundinnen, aus Angst Eddy könne es erfahren. Heimlich konsultierte sie Ärzte und Therapeuten, doch mehr als Beruhigungspillen erhielt sie nicht. Im Gegenteil, einige Therapeuten trieben sie mit wirren Aussagen über ihre Mitschuld an der Situation noch tiefer in die Verzweiflung. Sie begann sich noch schuldiger zu fühlen, als sie zu hören bekam, dass das Verhalten Eddys nur ihre eigene Projektion war und er sie liebte. Claire fühlte doch doch unzweifelhaft, dass dem nicht so war! In ihrer Not und voller Verzweiflung, geplagt von noch mehr Schuldzuweisungen, brach sie die Suche nach Hilfe ab, schluckte ihre Pillen und wartete auf ihr Ende. 

 

Eddy wuchs dabei in ihrem Empfinden zu einem übermächtigen Dämon heran, dessen Erniedrigungen sie nur noch durch absolute Unterwerfung verhindern konnte. Schließlich brach Claire zusammen. Etwas in ihr hatte den Bruchpunkt erreicht, zerbarst und lies eine sieche Hülle zurück. Sie begann sich Eddys Verhalten anzugleichen, übernahm seine Ausdrucksweise, seine Gesten, seine Ansichten. Es fiel ihr nicht schwer, denn je mehr sie zu ihm wurde, desto leichter empfand sie ihr Leben. Doch das führte nur noch mehr in den Streit, denn nun provozierten sich gleiche Verhalten gegenseitig. Dort wo früher Nachgeben, Einverständnis und Annahme den Forderungen, Befehlen und Erniedrigungen entgegenstanden, kam es jetzt zu offenem Streit bis hin zu Handgreiflichkeiten. So wie Eddy entwickelte Claire einen wütenden Egoismus, der sich aber ausschließlich gegen Eddy wandte. Claire und Eddy traten in die letzte Phase der zerrütteten Beziehung ein: Kampf und Rache!

 

Eddy empfand es als schiere Zumutung, dass Claire auf einmal darauf bestand ihren eigenen Gefühlen und Ideen für ihr Leben zu folgen. Er verunglimpfte immer wieder ihre Vorhaben, egal, um was es sich handelte. Manchmal schlug er vor ihr bei der Verwirklichung ihrer Wünsche zu helfen, doch nur um ihr klar zu machen, dass sie zu dumm, zu einfältig und zu unfähig war, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Eddy kämpfte um die Vorherrschaft seiner Macht und Claire um ihr Überleben. Es war ihnen beiden nicht klar, das niemand von ihnen in der Lage war, die Bedürfnisse des jeweils anderen zu befriedigen. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten, sie würden immer so elend wie eh und je durch ihr Leben ziehen. Da sie also in einem auf diese Weise unlösbaren Konflikt gefangen waren, begann Eddy dafür zu sorgen, dass sich Claire als verrückt fühlte, weil er einfach so war, wie er war. Mit einer oberflächlichen und schnell zu durchschauenden Logik qualifizierte er Clairs Einwände ab und trieb sie immer tiefer in den Glauben, dass etwas mit ihr nicht stimme. Mit subtiler Destabilisierung ihres Selbstbildes erlangte er die Gedankenkontrolle über Claire und sie fing an, sich für alles die Schuld zu geben. Claire überfielen quälende Zweifel darüber, ob sie jemals seiner Liebe würdig gewesen war oder was sie getan habe, dass sie vom Schicksal in eine solch schreckliche Situation gebracht wurde. Diese Gedanken zermürbten die letzten Reste ihres Selbstbewusstseins. Es war Claire unmöglich zu erkennen, dass es gar nichts Falsches an ihr gab, sondern dass sie das Opfer einer perfiden Manipulation war und aufs Schlimmste verachtet, benutzt und belogen wurde. Claire hatte keine Ahnung von ihrer Fähigkeit der Empathie, genauso wenig wie Eddy von seinem narzisstischen Charakter wusste. Beide waren Opfer ihrer Persönlichkeiten, die sich aufgrund von Resonanzen angezogen hatten und sich ergänzten. Die unendliche Gefühlskapazität einer Empathin traf auf die unersättliche Selbstbestätigung eines Narzissten. Im Grunde wäre das keine schlechte Sache gewesen, hätten beide um ihre Schwächen und Stärken gewusst. Doch selbst wenn Claire versucht hätte, sich authentisch mit Eddy zu verständigen, hätte es nichts genützt. Er wäre abweisend geblieben und seine rationale Logik hätte immer wieder Ausreden und Wege gefunden, ihr die Schuld für alles in die Schuhe zu schieben. Und sie hätte es aufgrund ihrer Veranlagung tatsächlich geglaubt.

 

Claire flüchtete eines Tages aus der ehelichen Wohnung an den See. Hier war ihr Refugium. Hier fand sie in der Stille der Natur ein wenig Kraft. Hier konnte sie für einige Zeit wieder ganz ruhig und sie selbst sein. Doch an diesem Tag war ihre Lieblingsbank am Ufer, unter den hohen Eichen, besetzt. Eine Frau saß dort und malte. Sie strahlte eine tiefe Ruhe und Konzentration aus. Claire fühlte die schöne Stimmung sofort, die von der Frau auszugehen schien. Nach ein paar Augenblicken des Zögerns setzte sie sich zu ihr auf die Bank. Sie fühlte die liebevolle Energie, die die Frau verbreitete und tauchte darin ein. Das half und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen: Sie war gar nicht so unnormal! Sie hatte einfach nur geglaubt, dass sie Eddy von seinem Egotrip hätte heilen können. Plötzlich klärte es sich in ihr auf und sie erkannte die gemeinen Strategien Eddys. Sie fing an zu weinen. Die Frau neben ihr sprach sie an: »Hallo, ich heiße Marie - und du bist?« Claire griff den Gesprächsfaden auf und es entspann sich ein langer Dialog, in dessen Verlauf Claire sich immer leichter fühlte. Marie hatte ihr gesagt, dass sie eine gebürtige Empathin sei und dann ein wenig aus ihrem Leben erzählt. Claire war es vorgekommen, als sei Marie hellsichtig und hätte Einsicht in ihr eigenes Leben. Doch dem war nicht so. Marie war ein wunderbarer, warmherziger Mensch und bot ihr an, sich weiterhin mit ihr an diesem Ort zu treffen. So begann Claires Einsicht in ihre eigene Begabung und in die Mechanismen, die sie in der Vergangenheit dazu gebracht hatten, so wehrlos zu werden. Das war der Anfang ihrer Transformation und das Ende ihres Martyriums! 

Marie entpuppte sich als Heilerin, die seit vielen Jahren im Nachbarort praktizierte. Sie empfand es als ihre Lebensaufgabe, anderen Menschen auf gesunde, konstruktive Weise zu helfen. Sie bezeichnete sich als hochsensiblen Menschen mit einer hochempathischen Begabung und sie hatte Lebensgeschichten zu erzählen, dass es Claire nur so in den Ohren klingelte. Claire lernte, dass sie nicht jedem vertrauen konnte, in den sie sich verliebte. Zumindest nicht sofort und zu Beginn einer Beziehung. Sie lernte, dass nicht jeder die gleichen Absichten hegte, die er mit seinen Worten ausdrückte und auch, dass nicht jeder so wahrnahm und dachte, wie sie es tat. Claire erkannte durch den intensiven Austausch mit Marie, dass sie weit mehr verwundet war als Eddy und dass ihre Beziehung Teil eines langen und leidvollen Erkenntnisweges war, an dessen Ende sie sich selbst bewusst wurde. Sie trennte sich nach kurzer Zeit von Eddy, was sie niemals für möglich gehalten hatte. Doch Dank Maries Hilfe fand sie zu sich selbst zurück. Heute arbeitet sie mit energetischer Massage in Marie‘s Praxis  und hilft anderen Menschen zu sich selbst zu finden.

Eddy nahm die Trennung von Claire als persönliche Beleidigung auf, die er mit allen erdenklichen Schikanen bei ihrem Auszug garnierte. Er blieb in der Überzeugung, dass Claire allein Schuld am Scheitern der Beziehung trüge, weil sie so eine Drama-Queen war, so dumm und egoistisch. Er hatte doch immer so gut für gesorgt. Aber Undank war ja bekanntlich der Welt Lohn. Erst nach einigen Monaten und nach Androhung juristischer Schritte, hörten die nächtlichen Anrufe bei Claire auf und sie bekam das Gefühl nicht mehr verfolgt zu werden.

 

Eddy prahlte weiterhin über seine Erfolge und verbreitete verdrehte Geschichten über Claire in seinem Umkreis. Er war der felsenfesten Überzeugung im Recht zu sein und überhaupt war Claire einfach nur ein Fehlgriff, den er längst hätte bereinigen sollen. Doch in der folgenden Zeit wandten sich immer mehr seiner Freunde und Bekannte von ihm ab. Die sozialen Kontakte erloschen, denn mit einem solchen Großmaul wollte niemand mehr etwas zu tun haben. Das letzte was Claire von Eddy hörte war, dass er ins Ausland gezogen sei und dort eine Frau gefunden hätte, die ihm jeden Wunsch von den Lippen ablas, wie man sagte.

Als Claire das erfuhr, musste sie unwillkürlich lächeln und ihr kam in den Sinn wie sie sich einst zum ersten Mal auf der Wiese am See trafen: Sie hatte damals unerwartet frei und nutzte den schönen Tag für einen Ausflug in ihrer geliebten Natur. Eddy hatte sich entschlossen, an diesem Tag mit seinem Computer an den See zu gehen und dort seine Geschäfte abzuwickeln. Online war ja heutzutage alles möglich. Außerdem gab es ihm Gelegenheit jemanden kennen zu lernen und wenn es nur für ein paar Stunden war.

 

alles liebe

Hans

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